Inhaltsangabe (Thema: Die Verwandlung)

Inhaltsangabe zu "Die Verwandlung" von Franz Kafka

1. Inhaltsangabe

Auch: Zusammenfassung, Inhalt

Eines Morgens erwacht Gregor Samsa, nach einer Nacht voller unruhiger Träume. Oh Schreck: Er hat den Wecker überhört. Zum ersten Mal seit fünf Jahren wird er zu spät zur Arbeit kommen. Dabei war für diesen Tag eine weitere Geschäftsreise geplant, er ist nämlich Tuchverkäufer. Obwohl er seinen Beruf eigentlich hasst, beunruhigt ihn das mögliche Zuspätkommen dennoch sehr, denn seine Familie – er, Vater, Mutter, Schwester – sind von seinem Einkommen abhängig, zumindest seit der Vater mit seinem Geschäft pleite ging. Er ist nun der Versorger.

Aber in diesem Moment gibt es erstmal dringlichere Probleme: Er ist über Nacht zu einem Insekt, zu einem überdimensionalen Käfer mutiert. Zumindest äußerlich, denn sein geistiger Zustand ist offenbar noch wie eh und je.
Dumme Sache, denkt sich Gregor, aber das wird schon wieder. Vermutlich, so glaubt er, bildet er sich die ganze Sache mit dem Käfer-sein sowieso nur ein. Einmal drüber schlafen, dann ist wieder alles in Ordnung.

Seine Familie teilt seine Sorglosigkeit in dem Moment nicht. Teils vorsichtig, teils aggressiv klopfen sie an Gregors Zimmertür und wollen wissen, wieso er nicht aufsteht. Sie wollen ja schließlich auch nicht, dass er gefeuert wird. Das Geld soll er brav weiter nach Hause bringen.

Auch der Prokurist, sein Vorgesetzter, ist bereits eingetroffen, empört über die unangekündigte Verspätung. Will sich sein braver Arbeitnehmer da vielleicht versteckt einen Tag frei nehmen? Gregor hat nicht selbst zu denken, er hat zu funktionieren!

Unterwürfig versucht der Vater den Prokuristen zu beruhigen. Auch Gregor selbst ist bemüht, sich rufend zu entschuldigen. Als Käfer ist das aber nicht so einfach und daher kommen bei seinem Vorgesetzten nur merkwürdige, tierische Laute an. Schließlich kommt Gregor aus seinem Zimmer heraus. Daraufhin fällt die Mutter in Ohnmacht und der Prokurist flieht. Nur der Vater ergreift die Initiative.

Aufgeregt strengt sich dieser an, ihn mit einem Stock wieder ins Zimmer zurückzudrängen – und das obwohl er sich selbst immer alt, kränklich und schwach darstellt. Trotzdem fällt ihm die körperliche Anstrengung des Schlagens offenbar nicht sehr schwer. Aber hat ja auch was: Mal ordentlich draufkloppen, das kann auch Spaß machen! Selbst als Gregor in der Tür stecken bleibt lässt er nicht nach. Eigentlich könnte er von der Doppeltür einfach die zweite Hälfte öffnen, dann käme Gregor ohne Probleme in sein Zimmer. Das ist dem Vater aber anscheinend zu umständlich. Stattdessen verpasst er ihm einfach einen starken Tritt, sodass sein Sohn, der Käfer, blutend durch die Tür gequetscht wird. Gregor beschwert sich nicht. In Gedanken dankt er seinem Vater sogar für die Hilfe. Dann wird hinter ihm die Tür zugeschlagen und er ist alleine in seinem Zimmer.

Gregors Eltern holen keine Hilfe. Sie sind offensichtlich nicht einmal sonderlich verwundert über seine Verwandlung. Vielmehr sind sie angeekelt und meiden ihn – vor allem sein Zimmer. Nur seine Schwester traut sich noch hinein. Sie bringt ihm sein Essen: Reste, verfaultes, ungenießbares. Um die Schwester nicht zu erschrecken verkriecht er sich meistens unter einem Sofa. Lang wären ihre Aufenthalte aber gewöhnlich nicht: Stets dreht sie langsam den Schlüssel zur Tür um, macht diese dann auf, stürzt herein und schnell wieder hinaus und schließt dann geschwind hinter sich zu. Gregor ist überzeugt davon, dass sie das ganze tut, um ihn nicht unnötig zu stören. Tatsächlich ist es offensichtlich, dass sich auch die Schwester vor ihm ekelt. Es dauert nicht lang, da legt er mit Mühe zusätzlich ein Tuch über das Sofa, sodass die Schwester ihn beim Hereinkommen nicht mehr sehen muss.

Die Situation in der Familie ändert sich mit der Zeit. Ursprünglich war Gregor derjenige, der das Geld ins Haus gebracht hat. Bei der Pleite des Vaters sind hohe Schulden entstanden, die Gregor bisher langsam abstottern musste. Damit hatte er sich abgefunden, auch wenn er seinen Job hasste. Eine Alternative blieb aber nicht. Der Vater war zu schwach zu arbeiten, die Mutter hatte nichts brauchbares gelernt und der Schwester hat man sowieso versucht, ein angenehmes, unbeschwertes Leben zu finanzieren. Mit dem Geld kam die Familie, die zusätzlich eine Bedienstete unterhielt, gerade so über die Runden, sodass auch zum Abbezahlen der Schulden kaum etwas übrig blieb.

Das war zumindest die offizielle Version. Nach Gregors Verwandlung sieht das ganze schon völlig anders aus. Plötzlich kommt heraus, dass die Familie durchaus über Ersparnisse verfügt. Gregor hat seinem Vater also mehr Geld überlassen, als dieser eigentlich brauchte und konnte dadurch weniger Schulden abbezahlen. Gregor ist darüber aber nicht wütend. Als er davon hört, ist er stattdessen erfreut über die Umsichtigkeit mit der der Vater gespart hat.
Auf einmal ändern sich auch die beruflichen Perspektiven der Familienmitglieder. Der Vater wirkt nun nicht mehr schwach und alt, sondern wieder lebendig wie früher. Hat er vielleicht seine Kränklichkeit nur gespielt? Er nimmt schnell eine Stelle bei einer Bank an und trägt sogar Zuhause fortan mit Stolz seine Uniform. Die Schwester arbeitet als Verkäuferin und bildet sich fort, die Mutter ist als Näherin tätig.

Mit der Zeit findet es Gregor ziemlich langweilig, nur unterm Sofa zu liegen. So fängt er an, wild über Boden, Wände und Decke des Zimmers zu krabbeln. Seiner Schwester fällt das ebenfalls auf. Sie schlägt daher vor, die Möbel aus Gregors Zimmer zu nehmen, um ihm mehr Freiraum zu lassen. Die Mutter ist zunächst nicht begeistert von der Idee, willigt dann aber doch ein. Zusammen gehen sie also in das Zimmer und fangen an mit dem Ausräumen. Auch Gregor bleibt dies natürlich nicht verborgen. Er erkennt zwar den Nutzen dieser Aktion, hat aber gleichzeitig auch ein unwohles Gefühl dabei. Schließlich nimmt man ihm dadurch auch vieles, was erst zeigt, dass er eigentlich noch ein Mensch ist.

Einige Zeit schaut er hilflos zu, wie ein Möbelstück nach dem anderen aus seinem Zimmer verschwindet. Dann stürmt er aber doch noch aus seinem Versteck hervor. Ein Bild, das eine attraktive Frau mit Pelzmantel zeigt, will er unbedingt behalten. Er krabbelt die Wand hoch und hängt sich zum Schutz davor. Daraufhin wird seine Mutter wieder ohnmächtig. Die Schwester rennt sogleich in die Küche und will Arzneien holen, um Gregors Mutter wieder aufzuwecken. Er selbst krabbelt mit einem schlechtem Gewissen hinterher, im irrigen Glauben, er könnte vielleicht irgendwie helfen. Als seine Schwester ihn in der Küche erblickt lässt sie vor Schreck eine Flasche fallen und eine der Scherben verletzt Gregor schwer am Gesicht.

In dem Moment kommt auch der Vater von der Arbeit zurück. Ohne Mitgefühl schlägt er sofort auf Gregor ein und wirft mit Äpfeln nach ihm. Einer der Äpfel durchschlägt Gregors Panzer und bleibt in seinem Rücken stecken.
Nach kurzer Zeit hat sich die Situation wieder beruhigt und Gregor ist zurück in seinem Zimmer. Doch den Apfel hat man nicht wieder hinausgezogen. Langsam fault er in Gregors Rücken vor sich hin. In der Folgezeit machen ihm die Verletzung am Gesicht und am Rücken zu schaffen und schwächen ihn deutlich.

In diesen Tagen nimmt die Familie auch drei Untermieter auf; Männer, die jeweils kaum voneinander zu unterscheiden sind und immer gemeinsam auftreten. Ab und zu aber essen sie auswärts. Dann lässt die Familie die Tür zum Wohnzimmer offen stehen, damit sich Gregor nicht ausgeschlossen fühlt (auch wenn er ganz offensichtlich ausgeschlossen wird). An einem der Abende sind die drei Männer in der Wohnung und trotzdem vergisst man, die Wohnzimmertür zu schließen. Zur Unterhaltung spielt die Schwester Violine und Gregor wird von der Musik magisch angezogen. Wohlgemerkt: Vor seiner Verwandlung mochte er die Violinenmusik nicht besonders.

Aufgeregt verlässt er sein Zimmer und krabbelt auf seine Schwester zu. Er will sie zu sich ins Zimmer holen, damit sie öfter für ihn spielt, will sie beschützen, sie küssen. Offensichtlich setzt sich immer mehr das Tierische in ihm durch.
Die drei Untermieter sind erschrocken von Gregor und beklagen die offensichtlich schlechte hygienische Situation im Haus. Der Vater versucht sie in ihr Zimmer zu drängen, doch die Männer kündigen kurzerhand das Mietverhältnis.

Scheinbar abrupt wechselt nun seine Schwester die Seiten und spricht offen aus, was irgendwie die ganze Familie denkt: Gregor muss weg. Genauer gesagt spricht sie schon gar nicht mehr von „Gregor“. Stattdessen bezeichnet sie ihn nur noch abwertend als „es“. Sieht sie nur noch noch das Tier? Kann sie ihren Bruder nicht mehr erkennen?

Von dieser tiefen Enttäuschung kann sich Gregor nicht mehr erholen. Nun ist er allein, selbst seine Schwester hat ihn verlassen. Über Nacht stirbt er, vereinsamt. Die Familie ist erleichtert und unternimmt gemeinsam einen Ausflug aufs Land. Die Atmosphäre ist idyllisch. Unterwegs fällt den Eltern fällt auf, dass sich die Schwester zu einer attraktiven jungen Frau entwickelt hat und sie fragen sich, ob diese vielleicht bald einen Ehemann finden wird. Man bespricht die berufliche Zukunft und plant, sich eine kleinere und besser gelegene Wohnung zu besorgen.
Von Gregor ist keine Rede mehr.

Kommentare (16)

Von neu nach alt
Vor seiner Verwandlung mochte er die Violinenmusik nicht besonders.

Wollte er sie nicht auf ein conservatorium schicken...
Bob_dem_Baumeister (Gast) #
david = 0
ArnoNuehm (Gast) #
Also das ist wirklich schlecht leute, wegen dem müll habe ich eine 6 in Mathe da ich erwischt wurde wie ich alles abgepaust habe.
geiler kojote (Gast) #
Eines Morgens erwacht Gregor Samsa, nach einer Nacht voller unruhiger Träume. Oh Schreck: Er hat den Wecker überhört. Zum ersten Mal seit fünf Jahren wird er zu spät zur Arbeit kommen. Dabei war für diesen Tag eine weitere Geschäftsreise geplant, er ist nämlich Tuchverkäufer. Obwohl er seinen Beruf eigentlich hasst, beunruhigt ihn das mögliche Zuspätkommen dennoch sehr, denn seine Familie – er, Vater, Mutter, Schwester – sind von seinem Einkommen abhängig, zumindest seit der Vater mit seinem Geschäft pleite ging. Er ist nun der Versorger.

Aber in diesem Moment gibt es erstmal dringlichere Probleme: Er ist über Nacht zu einem Insekt, zu einem überdimensionalen Käfer mutiert. Zumindest äußerlich, denn sein geistiger Zustand ist offenbar noch wie eh und je.
Dumme Sache, denkt sich Gregor, aber das wird schon wieder. Vermutlich, so glaubt er, bildet er sich die ganze Sache mit dem Käfer-sein sowieso nur ein. Einmal drüber schlafen, dann ist wieder alles in Ordnung.

Seine Familie teilt seine Sorglosigkeit in dem Moment nicht. Teils vorsichtig, teils aggressiv klopfen sie an Gregors Zimmertür und wollen wissen, wieso er nicht aufsteht. Sie wollen ja schließlich auch nicht, dass er gefeuert wird. Das Geld soll er brav weiter nach Hause bringen.

Auch der Prokurist, sein Vorgesetzter, ist bereits eingetroffen, empört über die unangekündigte Verspätung. Will sich sein braver Arbeitnehmer da vielleicht versteckt einen Tag frei nehmen? Gregor hat nicht selbst zu denken, er hat zu funktionieren!

Unterwürfig versucht der Vater den Prokuristen zu beruhigen. Auch Gregor selbst ist bemüht, sich rufend zu entschuldigen. Als Käfer ist das aber nicht so einfach und daher kommen bei seinem Vorgesetzten nur merkwürdige, tierische Laute an. Schließlich kommt Gregor aus seinem Zimmer heraus. Daraufhin fällt die Mutter in Ohnmacht und der Prokurist flieht. Nur der Vater ergreift die Initiative.

Aufgeregt strengt sich dieser an, ihn mit einem Stock wieder ins Zimmer zurückzudrängen – und das obwohl er sich selbst immer alt, kränklich und schwach darstellt. Trotzdem fällt ihm die körperliche Anstrengung des Schlagens offenbar nicht sehr schwer. Aber hat ja auch was: Mal ordentlich draufkloppen, das kann auch Spaß machen! Selbst als Gregor in der Tür stecken bleibt lässt er nicht nach. Eigentlich könnte er von der Doppeltür einfach die zweite Hälfte öffnen, dann käme Gregor ohne Probleme in sein Zimmer. Das ist dem Vater aber anscheinend zu umständlich. Stattdessen verpasst er ihm einfach einen starken Tritt, sodass sein Sohn, der Käfer, blutend durch die Tür gequetscht wird. Gregor beschwert sich nicht. In Gedanken dankt er seinem Vater sogar für die Hilfe. Dann wird hinter ihm die Tür zugeschlagen und er ist alleine in seinem Zimmer.

Gregors Eltern holen keine Hilfe. Sie sind offensichtlich nicht einmal sonderlich verwundert über seine Verwandlung. Vielmehr sind sie angeekelt und meiden ihn – vor allem sein Zimmer. Nur seine Schwester traut sich noch hinein. Sie bringt ihm sein Essen: Reste, verfaultes, ungenießbares. Um die Schwester nicht zu erschrecken verkriecht er sich meistens unter einem Sofa. Lang wären ihre Aufenthalte aber gewöhnlich nicht: Stets dreht sie langsam den Schlüssel zur Tür um, macht diese dann auf, stürzt herein und schnell wieder hinaus und schließt dann geschwind hinter sich zu. Gregor ist überzeugt davon, dass sie das ganze tut, um ihn nicht unnötig zu stören. Tatsächlich ist es offensichtlich, dass sich auch die Schwester vor ihm ekelt. Es dauert nicht lang, da legt er mit Mühe zusätzlich ein Tuch über das Sofa, sodass die Schwester ihn beim Hereinkommen nicht mehr sehen muss.

Die Situation in der Familie ändert sich mit der Zeit. Ursprünglich war Gregor derjenige, der das Geld ins Haus gebracht hat. Bei der Pleite des Vaters sind hohe Schulden entstanden, die Gregor bisher langsam abstottern musste. Damit hatte er sich abgefunden, auch wenn er seinen Job hasste. Eine Alternative blieb aber nicht. Der Vater war zu schwach zu arbeiten, die Mutter hatte nichts brauchbares gelernt und der Schwester hat man sowieso versucht, ein angenehmes, unbeschwertes Leben zu finanzieren. Mit dem Geld kam die Familie, die zusätzlich eine Bedienstete unterhielt, gerade so über die Runden, sodass auch zum Abbezahlen der Schulden kaum etwas übrig blieb.

Das war zumindest die offizielle Version. Nach Gregors Verwandlung sieht das ganze schon völlig anders aus. Plötzlich kommt heraus, dass die Familie durchaus über Ersparnisse verfügt. Gregor hat seinem Vater also mehr Geld überlassen, als dieser eigentlich brauchte und konnte dadurch weniger Schulden abbezahlen. Gregor ist darüber aber nicht wütend. Als er davon hört, ist er stattdessen erfreut über die Umsichtigkeit mit der der Vater gespart hat.
Auf einmal ändern sich auch die beruflichen Perspektiven der Familienmitglieder. Der Vater wirkt nun nicht mehr schwach und alt, sondern wieder lebendig wie früher. Hat er vielleicht seine Kränklichkeit nur
ArnoNuehm (Gast) #
Toll! es war sehr hilfreich ich bin begeistert. Danke Vielmals
ArnoNuehm (Gast) #
Hallo !

Gute Inhaltsangabe!
Habe hier auhc noch eine ganz gute gefunden: http://www.lumalo.de/deutsch/die-verwandlung-kafka/die-verwandlung-inhaltsangabe/

Mit beiden zusammen bin ich sehr gut weitergekommen :)

Lieben Gruß Lisa!
Lisa Uber (Gast) #
Mir persönlich ist die Inhaltsangabe zu umgangssprachlich geschrieben. Des Weiteren finde ich sie sehr subjektiv und bewertend.
Stephan (Gast) #
Top Inhaltsangabe. Verständlich und gute Sprache
ArnoNuehm (Gast) #
Ich fand die zusammenfassung sehr hilfreich! Mir fehlt jedoch die bemerkung, dass gregor verhungert ist und deshalb gestorben ist.grüsse(:
KK (Gast) #
Echt ne geile Inhaltsangabe, vor allem auch mit komödiantischem Wert (Zitat: "Mal ordentlich draufkloppen, das kann ja auch Spaß machen!")! Das ist so ziemlich die erste Inhaltsangabe, bei der ich mir gleich nach dem ersten Lesen den Inhalt auch gemerkt hab und nicht nur so ein formelles, langweiliges Dahergebrabbel ;) Daumen hoch!
PhilWhite (Gast) #