Teil 3 (Thema: Buddenbrooks)

Zusammenfassung des dritten Teils von Thomas Manns Werk "Buddenbrooks"

Schnellübersicht
  • Kapitel 1: Die Buddenbrooks sitzen bei idyllischem Wetter im Garten. Grünlich trifft ein, welcher mit dem Konsul geschäftlich in Kontakt steht. Er ist übertrieben freundlich (geradezu schleimerisch) und lobpreist so ziemlich alles, was irgendwie mit den Buddenbrooks in Zusammenhang steht. Ebenso zeigt er sich begeistert von Tony. Diese reagiert jedoch kalt auf ihn und kritisiert später gegenüber den Eltern seine freundliche Fassade. Der Konsul und die Konsulin hingegen sind ganz begeistert von ihm.
  • Kapitel 2: Grünlich kommt zwei weitere Male zu Besuch und zeigt sich stets möglichst charmant. Kurz darauf bittet er bei Tonys Eltern um ihre Hand. Diese reagieren positiv darauf. Tony hingegen zeigt sich völlig entsetzt und lehnt eine Heirat entschieden ab. Sie wundert sich, wieso Grünlich noch etwas von ihr will, obwohl sie ihn mehrmals kalt zurückgewiesen hat.
  • Kapitel 3: Tony weigert sich hartnäckig, Grünlichs Antrag zuzustimmen. Bald darauf kommt er kurzerhand unangemeldet zu Besuch, während sie alleine ist. Zeitweise bettelt er sie an, dann zeigt er sich wütend und bestimmend, zuletzt wiederum gibt er sich als der unsterblich Verliebte, der ohne sie nicht mehr leben könne. Tony reagiert verwirrt und aufgelöst, geht aber am Ende einen Schritt auf ihn zu (die Heirat akzeptiert sie jedoch zu keinem Zeitpunkt). Grünlich hat damit sein Ziel erreicht und verschwindet wieder.
  • Kapitel 4: Der Konsul hat Grünlichs Bücher geprüft und ist zufrieden mit diesen. Die Verbindung mit ihm wäre für die Buddenbrooks nützlich. Tonys störrisches Nein zur Heirat nervt ihn entsprechend. Von allen Seiten wird sie nun zum Jawort gedrängt. Sie verhält sich zunehmend depressiv. Am Ende schicken ihre Eltern sie zur Erholung nach Travemünde.
  • Kapitel 5: Tony und Thomas kommen in Travemünde an. Sie essen zusammen mit der Familie Schwarzkopf, bei der Tony zu Gast sein wird. Sie lernt zum ersten Mal Morten Schwarzkopf kennen, der gerade studiert und freundlich zu ihr ist.
  • Kapitel 6: Tony erwacht voller Freude in ihrem Zimmer bei den Schwarzkopfs. Am Frühstückstisch unterhält sie sich mit Morten. Er kritisiert die Klatsch-und-Tratsch-Zeitungen. Darüber hinaus gibt er sich progressiv und verurteilt die Macht des Adels. Später machen sie sich gemeinsam zu einem Spaziergang auf.
  • Kapitel 7: Tony und Morten gehen spazieren, wobei sie sich etwas näher kommen. Am Strand muss sie sich jedoch mit diversen Bekannten aus Lübeck treffen. Morten setzt sich unterdessen auf eine paar nahegelegene Steine.
  • Kapitel 8: Tonys Laune verbessert sich im Laufe der Wochen. Sie unternimmt mit Morten lange Spaziergänge. Einer von diesen führt sie zu einem Pavillon am Meer (der „Seetempel”). Dort kritisiert Morten den Adel und die Zensur. Auch Tony sieht er als Adlige, wenngleich sie keinen Titel hat. Es frustriert ihn, dass sie eine so tiefe gesellschaftliche Kluft voneinander trennt. Er weist sich als Mitglied einer Burschenschaftsverbindung aus und gibt an, für die Freiheit zu kämpfen. Sie sitzen dicht beieinander. Auch Tony sehnt sich nach Freiheit. Sie fühlt sich in diesem Moment mit ihm verbunden.
  • Kapitel 9: Bei herbstlichem Wetter sitzen Tony und Morten stundenlang alleine am Strand. Morten bittet sie, Grünlich weiterhin zurückzuweisen, damit sie heiraten können, sobald er Arzt geworden ist. Sie küssen sich, schämen sich aber auch zugleich dafür.
  • Kapitel 10: Tony berichtet per Brief an den Konsul von ihrer Liebe zu Morten. Grünlich droht daraufhin mit Selbstmord, sollte sie der Heirat nicht zustimmen. Auch der Konsul setzt sie unter Druck und erinnert sie daran, nur ein Glied in einer Kette zu sein.
  • Kapitel 11: Während Tony schläft erscheint Grünlich bei den Schwarzkopfs. Er erzählt Mortens Vater von der Beziehung seines Sohnes zu Tony und behauptet dreist, dass diese eigentlich seinem Heiratsantrag bereits zugestimmt habe. Mortens Vater reagiert wütend, fast panisch und verdonnert Morten sofort dazu, gleich am nächsten Tag wieder zu seiner Universität nach Göttingen abzureisen.
  • Kapitel 12: Tony wird von Thomas abgeholt. Bei Regen fährt ihre Kutsche ab. Auf dem Weg nach Haus beginnt sie zu weinen. Sie will sich für immer an all die schönen Dinge, die sie in den letzten Wochen erlebt hat, erinnern.
  • Kapitel 13: In Lübeck angekommen erholt sich Tony schnell vom Schock der Trennung. Sie konzentriert sich nun darauf, ein wichtiger Teil einer langen Kette zu sein. Bereits am nächsten Tag stimmt sie der Heirat mit Grünlich zu.
  • Kapitel 14: Tony und Grünlich heiraten. Ihre Mitgift beträgt 80.000 Kurantmark. Von Grünlichs ominöser, tiefer Liebe ist nichts mehr zu spüren. Sie reist mit ihm nach Hamburg ab. Der Konsul stellt fest, dass es Tony in jeder Situation schafft, irgendwie glücklich zu werden.
  • Kapitel 15: Seit eineinhalb Jahren führt Thomas eine heimliche Beziehung mit Anna, einer attraktiven Blumenverkäuferin. Bald muss er jedoch nach Amsterdam. Der Tag ihrer Trennung ist daher nun gekommen. Sie umarmen sich, während Anna schluchzt und weint. Er bittet sie, sich nicht aufzugeben.

1. Hinweise

  • Alle Quellenangaben beziehen sich standardmäßig auf die Ausgabe Fischer, 62. Auflage (2012), ISBN 978-3-596-29431-2.
  • Die Häufigkeitsangaben bei Personen und Orten sind Richtwerte. Wörter wie „er”, „ihre”, „seine” und ähnliche wurden nicht mitgezählt.

2. Kapitel 1

Erwähnte Personen

  1. 28xGrünlich
  2. 25xTony
  3. 24xKonsulin
  4. 24xKonsul
  5. 14xThomas
  6. 8xChristian
  7. 6xKlothilde
  8. 2xCicero
  9. 2xAnton
  10. 2xE.T.A. Hoffmann
  11. 1xAntoinette
  12. 1xFamilie Duchamps
  13. 1xApostel Johannes
  14. 1xJohann
  15. 1xClara
  16. 1xKonsul Huneus
  17. 1xIda

Erwähnte Orte

  1. 7xHamburg
  2. 2xStadtgärtchen
  3. 2xGarten (Haus in der Mengstraße)
  4. 1xKontor der Buddenbrooks
  5. 1xNikolai
  6. 1xHaus in der Mengstraße
  7. 1xGrünlichs Wohnsitz
  8. 1xGasthaus "Stadt Hamburg"
  9. 1xSankt Petri
  10. 1xGartenhaus (Haus in der Mengstraße)
  11. 1xHof
  12. 1xLübeck

Zusammenfassung

Die Buddenbrooks verbringen einen Juni-Nachmittag gemeinsam im Garten. Man liest, strickt und genießt die blühenden Blumen. Es herrscht eine idyllische Atmosphäre bei angenehmen Sommerwetter. Auch die Geschäfte der Familie laufen in dieser Zeit gut. Entsprechend ihres Alters verhält sich Tony etwas rebellisch gegenüber ihren Eltern – zeigt sich dafür aber umso offener, sobald über Schuhe geredet wird. Christian beklagt sich über den schwierigen Cicero, welchen er lesen muss. Er wünscht sich, ebenfalls ein Kaufmann zu sein. Thomas beobachtet, dass Christian jeden Tag etwas anderes sein will.

Herr Grünlich, ein Kaufmann mit dem der Konsul Handel treibt, trifft ein. Er ist etwa 32 Jahre alt, trägt Hut, Stock und einen grüngelben Anzug. Er hat hellblonde Haare und ebenso goldgelbe Koteletten. Auf der Nase prangt deutlich sichtbar eine Warze. Grünlich verbeugt sich und bittet freundlichst um Verzeihung für die Störung. Er wird an den Tisch gebeten und allen vorgestellt. Bei jedem Namen verbeugt er sich aufs neue. Er stellt sich selbst als Kaufmann aus Hamburg vor. Zum Konsul hingewendet betont er, wie rastlos er umherreise für sein unglaublich reges Geschäft. Die Duchamps werden erwähnt – Verwandte der Buddenbrooks, die ebenfalls aus Hamburg kommen – und Grünlich nutzt die Gelegenheit, um darüber zu schwadronieren, was für großartige Menschen diese seien. Er sei ja persönlich ganz begeistert von ihnen.

Tony bekommt das Gefühl, dass Grünlich nur erzählt, was ihre Eltern hören wollen. Die Konsulin ist weniger kritisch, zeigt sich stattdessen begeistert vom Charme des Gastes.

Anschließend erwähnt Grünlich, dass der letzte Großbrand in Hamburg bei ihm keine Schäden verursacht hat und verliert sich dann in Lobpreisungen auf den den schönen Garten, das wunderbare Haus und die bezaubernde Stadt. Genauso preist er die christliche Namensgebung der Buddenbrooks an und betont wenig dezent, dass sich sein Vorname (Bendix) von Benedikt ableite.

Vergeblich versucht er, ein Gespräch mit Tony einzuleiten, welche so abweisend wie nur möglich auf ihn reagiert. Kurz erkundigt er sich nach Christians Lesestoff (Cicero). Bezeichnenderweise fällt ihm als lateinisches Zitat sofort ein Ausschnitt aus einer Rede Ciceros über einen Verräter bzw. Verschwörer ein. Der Konsul äußert sich negativ über das Unterrichten des Lateinischen und Griechischen. Eiligst stimmt ihm Grünlich zu. Plötzlich fallen ihm anstößige Stellen in den Reden Ciceros ein. Nach einer kurzen Pause äußert er sich schwärmerisch über Tonys Haar, sehr zur Freude der Konsulin. Um noch etwas Eindruck zu schinden, erwähnt er scheinbar beiläufig, in einem der teuersten Gasthäuser der Stadt gleich mehrere Zimmer gebucht zu haben. Dann geht er mit dem Konsul, um übers Geschäft zu reden.

Später reden die Buddenbrooks über Grünlich. Tonys Eltern sind entzückt von dessen christlicher, wohlerzogener und weltläufiger Fassade. Tony findet ihn albern. Christian ahmt Grünlich nach und parodiert dabei dessen übertrieben freundliche Art. Tony stimmt mit ein und beklagt sich darüber, dass dieser gezielt nur das gesagt habe, was ihre Eltern hören wollten. Der Konsul sieht in Grünlichs Schauspielerei jedoch nur dessen Versuch, sich von der Schokoladenseite zu zeigen. Gerade sie solle sich zurückhalten, wenn es um das Bewerten von charakterlichen Schwächen gehe.

3. Kapitel 2

Erwähnte Personen

  1. 36xTony
  2. 21xKonsulin
  3. 20xGrünlich
  4. 20xKonsul
  5. 4xIda
  6. 2xThomas
  7. 2xKlothilde
  8. 2xChristian
  9. 1xGewandschneider zu Rostock
  10. 1xWalter Scott
  11. 1xFrau Kröger
  12. 1xEltern von Grünlich
  13. 1xTräger Matthiesen
  14. 1xClara
  15. 1xHerr Kröger
  16. 1xVater von Grünlich

Erwähnte Orte

  1. 2xHamburg
  2. 1xEcke der Breiten- und Mengstraße
  3. 1xKontor der Buddenbrooks
  4. 1xLandschaftszimmer
  5. 1xSalon der Krögers
  6. 1xEngland
  7. 1xRostock
  8. 1xFrühstückszimmer
  9. 1xLübeck

Zusammenfassung

Einige Tage nach Grünlichs Besuch im Garten, begegnet Tony ihm wieder in der Nähe des Elternhauses. Er verhält sich ihr gegenüber sehr freundlich, geradezu schleimerisch. Wieder zeigt sich Tony so abweisend wie nur möglich. Zu Hause erfährt sie, dass er eingeladen wurde, am nächsten Sonntag zum Essen zu kommen.

Auch an eben jenem Sonntag verhält sich Grünlich wieder wie bisher: Jede kleine Speise lobpreist er umfänglich. Im Gespräch mit dem Konsul über das Geschäft und die Politik zeigt er – wie der Zufall es so will – genau die selben Ansichten und Grundsätze wie dieser. Auch mit der Konsulin tratscht er und ist dabei auf einmal an Kunst und Körperpflege interessiert. Nur Tony lässt er an diesem Abend in Ruhe. Nachdem Grünlich gegangen ist, äußern sich der Konsul und die Konsulin begeistert von diesem und schwärmen von seiner guten Erziehung und seiner Christlichkeit. Tony ahnt bereits, dass sie ihn noch öfter sehen wird.

Tatsächlich kommt er etwas später wieder zu Besuch. Tony zeigt ihm erneut die kalte Schulter und so redet er mit der Konsulin, unter anderem über seinen Vater, der christlich und weltläufig gewesen sei (zufälligerweise genau die Charaktereigenschaften, die der Konsul und die Konsulin mögen). Kurz darauf reist er ab, worauf Tony entsprechend erfreut reagiert.

Acht Tage später, um 9 Uhr, kommt Tony verschlafen an den Frühstückstisch. Zu ihrer Überraschung trifft sie dort auf ihren Vater, der sonst zu dieser Zeit bereits am arbeiten ist. Der Konsul sagt, dass er auf Tony gewartet habe, da er und die Konsulin mit ihr über ein wichtiges Thema sprechen müssten. Tonys anfängliche Freude über die Gesellschaft beim Essen verfliegt schnell. Sie beginnt zu ahnen, was los ist, wird bleich und beendet kurz darauf ihr Frühstück. Tatsächlich verkündet der Konsul, dass Grünlich um Tonys Hand angehalten habe. Seine Tochter bricht daraufhin entsetzt in Tränen aus. Die Eltern versuchen gemeinsam, Tony zu beruhigen. Sie hätten Grünlich sorgfältig ausgewählt, die Gefühle würden schon mit der Zeit kommen. Außerdem sei sie mit ihren 18 Jahren einfach noch nicht fähig, die Welt wirklich zu verstehen. Tony schluchzt weiter vor sich hin. Sie erkennt zwar, dass Grünlich gezielt allen geschmeichelt hat, versteht aber nicht, wieso er das alles tut. Der Konsul will zunächst an Grünlich zurückschreiben, dass man über seine Bitte nachdenke. Dann geht er. (Tony kriegt somit noch etwas Bedenkzeit bzw. Zeit, sich mit ihrem Jawort abzufinden.)

Tony ist noch ganz verwirrt. Sie wusste zwar immer, dass es ihr Schicksal sei, eines Tages einen Kaufmann zu heiraten und ist auch durchaus stolz auf diese Pflicht, dennoch fühlt sie sich überrumpelt. Die einst so magisch wirkende Hochzeit hat – jetzt wo sie vor der Tür steht – offenbar ihren Zauber verloren. Langsam gewinnt sie wieder Fassung und beginnt, sich für ihr Verhalten zu schämen. Ihre Mutter rät ihr zur Heirat. Einige positive Gedanken erscheinen vor Tonys geistigem Auge, welche aber allein den mit der Beziehung verbundenen Luxus betreffen. Dennoch bleibt sie entschieden beim Nein zur Heirat. Irritiert fragt sie sich, wieso Grünlich überhaupt noch etwas von ihr will, nachdem sie ihn mehrmals verhöhnt hat.

4. Kapitel 3

Erwähnte Personen

  1. 27xTony
  2. 14xGrünlich
  3. 7xKonsul
  4. 3xKonsulin
  5. 1xClara
  6. 1xChristian
  7. 1xFamilie Buddenbrook
  8. 1xAnton

Erwähnte Orte

  1. 2xLandschaftszimmer
  2. 1xHaus in der Mengstraße
  3. 1xGasthaus "Stadt Hamburg"
  4. 1xHamburg
  5. 1xFrühstückszimmer
  6. 1xEßsaal
  7. 1xSäulenhalle
  8. 1xMitte des Zimmers

Zusammenfassung

In der Folgezeit nach Grünlichs Antrag weigert sich Tony hartnäckig, diesem zuzustimmen. Die Eltern empfinden ihr Verhalten als kindisch.

Zehn Tage nach dem Gespräch beim Frühstück sitzt Tony alleine im Landschaftszimmer. Überraschend kommt Grünlich zu Besuch. Bevor sie reagieren kann, steht er schon im Zimmer. Entsetzt springt sie auf und überlegt für einen Moment, einfach wegzulaufen. Sie ist so fassungslos, dass sie nur mit Mühe die Tränen zurückhalten kann. Grünlich ignoriert Tonys Proteste bezüglich seines Besuchs. Er habe die Ungewissheit nach der hoffnungsvollen Antwort des Vaters nicht mehr ausgehalten und sei herbeigeeilt. Tony reagiert erstarrt, stammelt vor sich hin.

Grünlich setzt sich neben sie und ergreift ihre Hände. Er philosophiert darüber, dass er sie seit ihrer ersten Begegnung nicht mehr habe vergessen können und wie sehr er sich nach ihrem Jawort sehne. Tony bricht in Tränen aus und lehnt angsterfüllt ab. Grünlich verspricht ihr, sie nach der Heirat fürstlich zu umsorgen. Trotzdem lehnt Tony erneut, diesmal entschlossener, ab. Er empfindet dies als beleidigend. Sie bereut bereits, so direkt gewesen zu sein und formuliert nun höflicher, dass sie seinen Antrag leider ablehnen müsse. Die Freundlichkeit nützt ihr nichts: Während sie bereits gehen will stellt er sich ihr zunächst in den Weg und brüllt sie dann wütend an. Tony reagiert verunsichert und zittert. Während Grünlich aus dem Fenster schaut und die einsetzende Dämmerung betrachtet, versucht sie erneut, sich davonzuschleichen.

Er lässt sie jedoch nicht fliehen und erfasst wieder ihre Hand. Verhielt er sich eben noch wütend-herrisch, so gibt er sich jetzt auf einmal als der unsterblich Verliebte. Er sinkt vor ihr zu Boden und erzählt – herzzerreißend – dass er vor Kummer sterben werde, sollte sie seine Liebe verschmähen. Grünlichs Show greift sofort bei Tony, welche sich nun ein wenig vorkommt, als befände sie sich in einem Liebesroman. Mehrmals bestätigt sie, dass sie ihn nicht durch Liebeskummer töten will. Dadurch geht Tony letztlich einen Schritt auf ihn zu. Grünlich hat damit sein Ziel erreicht, springt auf und geht. Vom Liebeskummer und der Verzweiflung ist plötzlich nichts mehr zu spüren. Völlig verwirrt und erschöpft bleibt Tony im Zimmer zurück.

5. Kapitel 4

Erwähnte Personen

  1. 12xTony
  2. 11xKonsulin
  3. 7xKonsul
  4. 4xGrünlich
  5. 3xThomas
  6. 3xPastor Kölling
  7. 2xDiederich Schwarzkopf
  8. 1xFrau Kröger
  9. 1xBankier Kesselmeyer aus Hamburg
  10. 1xFamilie Duchamps
  11. 1xGotthold
  12. 1xJohann
  13. 1xClara
  14. 1xChristian
  15. 1xFräulein Weichbrodt
  16. 1xIda

Erwähnte Orte

  1. 2xTravemünde
  2. 2xHaus in der Mengstraße
  3. 2xMarienkirche
  4. 2xBurgtor
  5. 1xHamburg
  6. 1xSalon
  7. 1xLübeck

Zusammenfassung

Der Konsul erscheint genervt von Tonys Verhalten. Sie wisse selbst noch gar nicht, was sie eigentlich will. Einen wirklichen Grund, Grünlich zurückzuweisen, habe sie nicht. Ein paar Tage mit ihm zusammen und sie würde ihn schon lieben. Dieser sei zwar kein hinreißender Lebemann, aber dennoch ein gutes Gesamtpaket. Ihn zurückzuweisen sei risikoreich, da Tony vielleicht keinen besseren Mann mehr treffen werde. Er habe am vorherigen Tag Einblick in Grünlichs Bücher erhalten und sei sehr zufrieden. Grünlich habe ein Vermögen von knapp 120.000 Talern. Auch die Duchamps und Bankier Kesselmeyer hätten sich positiv über ihn geäußert. Der Konsul ist daher absolut für die Heirat, welche für die Familie und die Firma positiv sei. Ohnehin liefen die Geschäfte der Buddenbrooks nicht sonderlich erfreulich. Da könnte diese Verbindung durchaus hilfreich sein. Tonys Meinung steht dem aber im Weg und wird vom Konsul als entsprechend störend empfunden.

Tony ist nun in einer schwierigen Lage: Sie will nicht „ja” zur Heirat sagen, aber bei jedem „nein” werden die Eltern wütend. Auch von Verwandten und Bekannten wird sie zum Jawort gedrängt. Gotthold wäre wohl der einzige, der noch auf ihrer Seite stünde, doch den haben die Eltern erst gar nicht eingeweiht. Selbst in der Kirche ist Tony nicht mehr sicher, wo sie der Pastor während der Predigt unmissverständlich anweist, dem Wunsch der Eltern folge zu leisten.

Tonys Verhalten wird immer depressiver: Sie redet kaum noch, wirkt trübselig und verliert rapide an Gewicht. Schließlich ziehen die Eltern die Reißleine und schlagen ihr vor, sich für einige Woche bei einem Bekannten in Travemünde zu erholen. Tony ist begeistert davon und so reist sie Ende Juli ab, begleitet nur von Thomas.

6. Kapitel 5

Erwähnte Personen

  1. 22xTony
  2. 17xThomas
  3. 11xDiederich Schwarzkopf
  4. 10xFrau Schwarzkopf
  5. 6xMorten Schwarzkopf
  6. 5xKonsul
  7. 4xFamilie Hagenström
  8. 3xJulchen Hagenström
  9. 3xJustus Kröger
  10. 3xJochen
  11. 3xFamilie Möllendorpf
  12. 2xAugust Möllendorpf
  13. 2xMeta Schwarzkopf
  14. 2xGrünlich
  15. 2xHerr Kröger
  16. 2xFamilie Schwarzkopf
  17. 1xGastwirt Peddersen
  18. 1xHerr Stengel
  19. 1xJürgen Kröger
  20. 1xHermann Hagenström
  21. 1xKonsulin
  22. 1xKonsul Fritsche
  23. 1xFamilie Buddenbrook
  24. 1xFamilie Kistenmakers
  25. 1xMoritz Hagenström
  26. 1xLaura Semlinger
  27. 1xStrunck & Hagenström
  28. 1xVater von Diederich Schwarzkopf
  29. 1xJohann
  30. 1xJakob Kröger
  31. 1xChristian
  32. 1xHinrich Hagenström
  33. 1xRosalie Kröger
  34. 1xPeter Döhlmann

Erwähnte Orte

  1. 7xTravemünde
  2. 4xVeranda des Hauses der Schwarzkopfs
  3. 2xHalbinsel Priwal
  4. 2xHaus der Schwarzkopfs
  5. 2xMecklenburg
  6. 1xLotsenhaus
  7. 1xFährhaus in Travemünde
  8. 1xAllee von jungen Buchen
  9. 1xKontor der Buddenbrooks
  10. 1xHaus in der Mengstraße
  11. 1xTonys Zimmer im Haus der Schwarzkopfs
  12. 1xKirche von Travemünde
  13. 1xHamburg
  14. 1xKurgarten in Travemünde
  15. 1xKurhaus in Travemünde
  16. 1xHafen von Travemünde
  17. 1xbei Travemünde
  18. 1xLeuchtturm in Travemünde
  19. 1xSchiffergesellschaft in Lübeck
  20. 1xSchlutup
  21. 1xLübeck

Zusammenfassung

Gegen Ende Juli reist Tony mit Thomas nach Travemünde ab. Sie verwenden die offene Kutsche der Krögers und können dadurch die angenehme Sonne genießen. Tony ist überglücklich, endlich von Grünlich wegzukommen. Sie plant, sich in Travemünde von der sonstigen Gesellschaft aus Hamburg und Lübeck fernzuhalten. Thomas versucht dezent, sie von diesem Vorhaben abzubringen. Währenddessen raucht er eine Zigarette nach der anderen.

Sie kommen auf Julchen Hagenström zu sprechen, die ebenfalls in Travemünde ist und bald August Möllendorpf heiraten wird. Tony reagiert gereizt auf diese. Sie kann die Hagenströms nicht ausstehen und glaubt, dass diese nur mit miesen Methoden an ihr Geld kommen. Thomas äußert sich pragmatischer: Die Hagenströms seien nun „die Heraufkommenden”. Sie arbeiteten sehr fleißig und man müsse sich mit ihnen arrangieren. Während die Kinder der Hagenströms bereits an der Universität und im Geschäft erfolgreich seien, zeichneten sich die der alten Familien in Lübeck vor allem durch Misserfolge und Faulheit aus. In diesem Kontext rät er Tony auch zur Heirat mit Grünlich, wodurch das Thema schnell beendet ist.

Sie tratschen über die Schwarzkopfs und Thomas äußert sich positiv über diese. Diederich Schwarzkopf sei ein Seebär – hart im Nehmen, aber auch gebildet. Sie hätten einen Sohn, der gerade studiert.

Schließlich erreichen sie das Meer und kurz darauf das Haus der Schwarzkopfs, welches in idyllischer Lage nahe am Wasser liegt. Diederich Schwarzkopf erwartet sie bereits. Er empfängt sie freundlich und strahlt dabei Würde und Biederkeit aus.

Knapp 15 Minuten später sitzen Tony, Thomas und die Schwarzkopfs am Tisch. Die Luft ist angenehm und die Sonne lässt den nahen Fluss glitzern. Frau Schwarzkopf, die sanft und freundlich wirkt, entschuldigt sich für das „einfache” Zimmer, in dem Tony untergebracht ist. Diese aber fühlt sich pudelwohl. Mit etwas Verspätung trifft Morten Schwarzkopf ein. Er ist knapp 20 Jahre alt, schlank, blond, hat helle Haut, gutmütige Augen und schöne Zähne. Morten studiert Medizin und hat derzeit Ferien. Während er sich an den Tisch setzt, errötet er etwas. Sein Vater stellt ihn vor, jedoch versteht Tony den Namen nicht. Morten entschuldigt sich für seine Verspätung. (Er hatte am Strand gelesen und die Zeit vergessen.) Freundlich wechselt er ein paar Worte mit Tony, schafft es aber kaum, ihr dabei in die Augen zu sehen.

Nach dem Essen sitzen Tony, Thomas, Meta und Morten noch am Tisch und tratschen über alte Schulgeschichten. Bei Tony kann man nun ein gewisses Interesse an Morten erkennen. Diederich will ihn schon fortscheuchen, da er glaubt, er störe die Gäste nur. Beherzt greift Frau Schwarzkopf aber ein, die den Funken zwischen Tony und Morten schon bemerkt hat.

7. Kapitel 6

Erwähnte Personen

  1. 19xTony
  2. 9xMorten Schwarzkopf
  3. 4xDiederich Schwarzkopf
  4. 4xFrau Schwarzkopf
  5. 2xFräulein Weichbrodt
  6. 2xKonsul
  7. 1xKönig von Preußen
  8. 1xThomas
  9. 1xKonsulin
  10. 1xFamilie Buddenbrook
  11. 1xGrünlich
  12. 1xPastor Kölling
  13. 1xGerda
  14. 1xFamilie Schwarzkopf
  15. 1xArmgard von Schilling

Erwähnte Orte

  1. 3xTonys Zimmer im Haus der Schwarzkopfs
  2. 2xVeranda des Hauses der Schwarzkopfs
  3. 2xLübeck
  4. 1xHaus der Schillings
  5. 1xWohnzimmer im Haus der Schwarzkopfs
  6. 1xKorridor im Haus der Schwarzkopfs
  7. 1xToms Zimmer im Haus der Schwarzkopfs
  8. 1xBüro im Haus der Schwarzkopfs
  9. 1xHaus der Schwarzkopfs
  10. 1xHaus in der Mengstraße
  11. 1xEsszimmer im Haus der Schwarzkopfs
  12. 1xAmsterdam
  13. 1xLandschaftszimmer
  14. 1xPreußen
  15. 1xGöttingen

Zusammenfassung

Am Morgen nach ihrer Ankunft in Travemünde erwacht Tony freudig in ihrem Zimmer bei den Schwarzkopfs. Grünlich und den Stress rund um seinen Antrag hat sie bereits vergessen. Sie erinnert sich an den vorherigen Abend zurück. Morten sei sehr freundlich zu ihr gewesen. Seine Bildung hat Tony offenbar beeindruckt (sehr zur Zufriedenheit von Frau Schwarzkopf).

Tony springt aus dem Bett, genießt die Sonne und den Blick auf die See. Frau Schwarzkopf und Morten sitzen noch am Frühstückstisch, Thomas ist bereits wieder nach Lübeck abgereist. Tony setzt sich an den Tisch. Sie und Morten necken sich etwas wegen ihrer späten Aufstehzeit. Frau Schwarzkopf entschuldigt sich für die nicht-luxuriöse Einrichtung und geht dann. Vorher schlägt sie aber noch vor, dass Morten später Tony am Strand begleiten könnte. Tony und Morten sind nun allein. Sie reden etwas miteinander und Tony gibt Morten mit neugierigen Fragen Raum, seine Bildung zur Schau zu stellen. Sie ihrerseits erzählt von der Zeit in Fräulein Weichbrodts Pension.

Nach dem Essen beklagt sich Morten über die Inhaltslosigkeit der Lokalzeitungen. Er ist sichtlich eher an nationalen und internationalen politischen Nachrichten interessiert. Klatsch und Tratsch kann er nichts abgewinnen. Er kritisiert die herrschende Zensur und die Macht der Adligen, Pfaffen und Junker. Ein tieferes Gespräch über die Bedeutung des Adels vermeiden die beiden aber fürs erste. Tony steht auf und lädt Morten zu einem Spaziergang am Strand ein.

8. Kapitel 7

Erwähnte Personen

  1. 22xTony
  2. 8xMorten Schwarzkopf
  3. 5xJulchen Hagenström
  4. 5xPeter Döhlmann
  5. 4xKonsul Fritsche
  6. 3xFamilie Buddenbrook
  7. 3xFrau Möllendorpf
  8. 3xFamilie Möllendorpf
  9. 2xKonsulin
  10. 2xFamilie Kistenmaker
  11. 2xDiederich Schwarzkopf
  12. 2xE.T.A. Hoffmann
  13. 2xJustus Kröger
  14. 2xFrau Hagenström
  15. 2xFamilie Hagenström
  16. 1xHerr Köppen
  17. 1xFrau Konsulin Fritsche
  18. 1xMariechen
  19. 1xAugust Möllendorpf
  20. 1xGrabow
  21. 1xFamilie Fritsche
  22. 1xStephan Kistenmaker
  23. 1xLuischen
  24. 1xEduard Kistenmaker
  25. 1xFrau Konsul Kistenmaker
  26. 1xFrau Fritsche
  27. 1xGroßvater von Morten Schwarzkopf
  28. 1xFamilie Schwarzkopf

Erwähnte Orte

  1. 4xMöllendorpfscher Pavillon
  2. 3xBadeanstalt in Travemünde
  3. 2xTravemünde
  4. 2xDie Steine
  5. 2xKurhaus in Travemünde
  6. 1xWarmbadehaus in Travemünde
  7. 1xKonditorei in Travemünde
  8. 1xNorwegen
  9. 1xMusiktempel in Travemünde
  10. 1xHamburg
  11. 1xKurgarten in Travemünde
  12. 1xVorderreihe
  13. 1xLeuchtenfeld
  14. 1xKinderspielplatz in Travemünde
  15. 1xLübeck

Zusammenfassung

Tony und Morten gehen spazieren. Sie durchqueren den Kurgarten, einen Spielplatz, gehen an der Konditorei und am Badehaus vorbei. Die Sonne scheint, es riecht sommerlich und das Meer rauscht angenehm. Sie reden kurz darüber, was sie derzeit lesen: Morten studiert ein Medizinbuch, Tony liest ein Werk von E.T.A. Hoffmann. Sie erkundigt sich schließlich nach Mortens Vornamen, den sie noch immer nicht kennt. Er sagt ihn ihr und reagiert etwas geschmeichelt darauf, dass sie über diesen nachgedacht hat. Tony mag den Namen „Morten”, vor allem das ungewöhnliche daran reizt sie. Morten nennt sie daher eine Romantikerin.

Sie erreichen schließlich den Strand, der bereits gut bevölkert ist. Der Pavillon der Familie Möllendorpf liegt direkt voraus. Tony hätte zwar lieber ihre Ruhe, wird sich aber dort zumindest kurz vorstellen müssen. Morten will sich unterdessen auf ein paar nahe gelegene Steine setzen. Er fragt sich, vor wen Tony ihren Frieden haben will, unterlässt aber erstmal eine zu direkte Frage danach. Ihr Angebot, ihn bei den anderen vorzustellen, lehnt er dankend ab. Er hat nicht das Gefühl, zu den Leuten im Pavillon zu gehören.

Es sind vor allem Frauen, auf die Tony dort trifft: Unter anderem Senatorin Möllendorpf, Frau Kistenmaker, Frau Fritsche sowie Julchen Hagenström und deren Mutter sind anwesend. Die meisten Männer arbeiten noch in Lübeck. Kistenmaker ist eine „neue” Familie, die seit einigen Jahren zunehmend C.F. Köppen aus dem Weingeschäft verdrängt. (Genauso wie die Hagenströms langsam aber sicher die Buddenbrooks schlagen.) Auch Peter Döhlmann ist anwesend, da er als guter Suitier sowieso nicht viel vom Arbeiten hält. Zudem hat er auch – im Gegensatz etwa zu Justus Kröger – keine rechten Manieren. Bei den Frauen ist er gerade dafür beliebt.

Tony wird von der Gesellschaft freudig empfangen und man tauscht einige oberflächliche Begrüßungen und Komplimente aus. Einzig die Hagenströms reagieren kalt und lästern hinter ihrem Rücken über sie. Sie wird zum Baden mit den anderen Mädchen eingeladen. Selbstverständlich werden die Damen dabei von Peter Döhlmann begleitet. Auf dem Weg zum Strand kommen sie an Morten vorbei und Tony nickt ihm ein paar mal zu. Die anderen bemerken dies, reagieren kritisch auf ihn und Tony versucht – so weit es ihr möglich ist – vom Thema abzulenken.

9. Kapitel 8

Erwähnte Personen

  1. 22xTony
  2. 19xMorten Schwarzkopf
  3. 6xDiederich Schwarzkopf
  4. 3xFrau Schwarzkopf
  5. 3xKonsul
  6. 1xChristian
  7. 1xNapoleon
  8. 1xKönig von Preußen
  9. 1xJustus Kröger
  10. 1xThomas
  11. 1xArmgard von Schilling
  12. 1xPeter Döhlmann

Erwähnte Orte

  1. 4xSeetempel
  2. 3xGöttingen
  3. 2xTravemünde
  4. 2xDeutschland
  5. 2xPreußen
  6. 1xHalbinsel Priwal
  7. 1xKonditorei in Travemünde
  8. 1xWäldchen hinterm Kurhaus
  9. 1xRussland
  10. 1xVeranda des Hauses der Schwarzkopfs
  11. 1xTrave
  12. 1xChausseeweg
  13. 1xNachbarort
  14. 1xHof der Schillings
  15. 1xSteine am Strand
  16. 1xBadeanstalt in Travemünde
  17. 1xHaus in der Mengstraße
  18. 1xWohnzimmer im Hauzs der Schwarzkopfs
  19. 1xKurgarten in Travemünde
  20. 1xKurhaus in Travemünde
  21. 1xMortens Zimmer im Haus der Schwarzkopfs

Zusammenfassung

Tony genießt die Sommerwochen in Travemünde. Ihre Stimmung verbessert sich spürbar, sehr zur Freude des Konsuls. Mit Morten unternimmt sie immer wieder lange Spaziergänge durch die Umgebung und am Strand entlang. (Mortens Vater beklagt sich über diese, seine Mutter ist jedoch dafür.) Morten kritisiert in den Gesprächen die adlige Oberschicht und auch wenn Tony diese Meinung nicht teilt, mag sie dennoch seine Ehrlichkeit ihr gegenüber. Ab und zu muss sie an diversen Feiern teilnehmen. Morten setzt sich dann zumeist wieder auf die Steine am Meer, wodurch für die beiden „auf den Steinen sitzen” zum Synonym für Einsamkeit und Langeweile wird.

An einem der Tage gehen Tony und Morten am Strand entlang. Tony erzählt davon, wie sie früher versucht hat, aus den Quallen die bunten Sterne herauszuholen, damit aber immer scheiterte. Das Meer rauscht indes beruhigend vor sich hin. Es herrscht eine Atmosphäre von Frieden und Freiheit. Sie steigen zum Seetempel hinauf, einem kleinen Pavillon aus Holz in dessen Innenwände so manches Liebesgedicht und Herzchen geritzt ist. Dort sprechen sie über die Adligen, über die sich Morten stets sehr negativ äußert. Tony weist darauf hin, dass sie eine Adlige – Armgard von Schilling – kenne, die kein schlechter Mensch sei. Morten widerspricht dem nicht, verurteilt aber das Konzept des Adels an sich. Er setzt sich dafür ein, dass jeder entsprechend seiner Leistung und nicht seines Standes entlohnt wird. Privilegien dürfe es nicht mehr geben und alle Menschen sollten gleichberechtigt sein. Er kritisiert den Staat für seine Zensur der Presse und Universitäten, sowie für seine rohe Gewalt gegen Andersdenkenden. Besonders beklagt er sich über den König von Preußen, der den Bürgern einst Freiheit versprochen habe. Nachdem die Franzosen verjagt waren, habe er davon aber plötzlich nichts mehr wissen wollen. Zwar bezog sich das meiste von dem, was Morten gesagt hat, eher auf Preußen. Seiner Meinung nach kann man es aber auch genauso auf Lübeck anwenden. Zudem sieht er Tony als eine Adlige, auch wenn sie keinen offiziellen Titel hat. Sie beide trenne gesellschaftlich ein unüberwindbarer Abgrund voneinander.

Sichtlich deprimiert ist er darüber, dass Tony eines Tages jemand anders heiraten und er alleine bleiben wird. Die beiden schweigen einige Zeit. Schließlich holt Morten ein Band heraus, welches ihn als Mitglied einer Burschenschaftsverbindung ausweist. Tony weiß kaum, was solch eine Verbindung ist und Morten klärt sie darüber auf, dass sie für die „Freiheit” kämpfen. Gedankenverloren blicken sie auf das Meer, ihre Hände dicht beieinander. Sehnsüchtig denkt auch Tony an die „Freiheit” und fühlt sich für einen Augenblick mit Morten verbunden.

10. Kapitel 9

Erwähnte Personen

  1. 17xMorten Schwarzkopf
  2. 10xTony
  3. 5xGrünlich
  4. 3xKonsul
  5. 1xThomas
  6. 1xKonsulin

Erwähnte Orte

  1. 3xLübeck
  2. 1xHamburg
  3. 1xGöttingen
  4. 1xMöwenstein

Zusammenfassung

Tony und Morten liegen am Strand und schauen aufs Meer hinaus, Stunde um Stunde. Es ist herbstlich geworden. Ein starker Wind weht, der Himmel ist grau und das Meer tost laut vor sich hin. Die anderen Badegäste sind bereits abgezogen. Nur Tony und Morten sind geblieben. Morten realisiert, dass ihre schöne Zeit bald zu Ende sein wird. Tony jedoch tut sich mit dieser Erkenntnis noch etwas schwer. Er fragt danach, wer dieser „Grünlich” sei, den Thomas am ersten Tag erwähnt hat. Sie berichtet ihm von dessen Beruf und dem Heiratsantrag, fügt aber auch sogleich hinzu, dass sie diesen abgelehnt hat. Die Zurückweisung begründet sie damit, dass sie Grünlich nicht ausstehen könne. Besonders seine goldgelben Koteletten sowie seine hemmungslose Schleimerei und Verstellung fände sie abstoßend (kurz: sein ganzes Aussehen und Verhalten).

Morten findet ihr Verhalten gegenüber Grünlich sehr hart. Er deutet seine Zuneigung zu ihr an und wundert sich laut, ob sie von Grund auf kaltherzig sei. Mit Tränen in den Augen verneint Tony. Morten ergreift ihre Hände. Sie deuten einander ihre Liebe an, sprechen diese aber nicht explizit aus. Morten springt vor Glück auf, setzt sich dann wieder hin und küsst ihre Hände. Er bittet sie darum, Grünlichs Antrag nicht anzunehmen. So schnell wie möglich wolle er durchs Studium kommen und dann – als Doktor – um ihre Hand anhalten. Sie küssen sich, doch schon im nächsten Augenblick schämen sie sich für diesen Gefühlsausbruch.

11. Kapitel 10

Erwähnte Personen

  1. 11xTony
  2. 6xGrünlich
  3. 5xKonsul
  4. 2xMorten Schwarzkopf
  5. 2xKonsulin
  6. 1xKlothildes Vater
  7. 1xThomas
  8. 1xKlothilde
  9. 1xJohann
  10. 1xFamilie Buddenbrook
  11. 1xClara
  12. 1xChristian
  13. 1xIda

Erwähnte Orte

  1. 1xSalon der Buddenbrooks

Zusammenfassung

Grünlich schickt Tony einen Brief. In diesem beklagt er sich darüber, sie schon länger nicht mehr gesehen zu haben. Er schmeichelt ihr nach allen Regeln der Kunst. Mit dem Argument, sie hätte bei ihrem letzten Treffen angeblich der Heirat indirekt zugestimmt, schickt er ihr nun bereits den Ehering zu.

Tony sendet Grünlichs Brief samt Ehering direkt weiter zu ihrem Vater. Sie schreibt diesem, dass sie jetzt noch viel weniger geneigt sei, der Heirat zuzustimmen und begeht den Fehler, von ihrer Liebe zu Morten zu erzählen. Am Ende fügt sie noch klagend hinzu, dass der Ehering aus billigem Gold und zudem sehr schmal sei.

Der Konsul hat – wie zu erwarten war – nach dem Erhalt von Tonys Brief sogleich Herrn Grünlich von ihrer Abneigung und ihrer neuen Liebe in Kenntnis gesetzt. Wieder hat dieser den verzweifelt Verliebten gespielt und nun sogar damit gedroht, sich umzubringen, sollte Tony der Heirat widersprechen. Dem Konsul kommt die Show nur gerade recht und er verwendet diese, um Tony unter Druck zu setzen: Sie würde in der Hölle landen, sollte sie Grünlichs Heiratswunsch ablehnen und dieser seine Drohung daraufhin in die Tat umsetzen. Er erinnert sie zudem daran, dass jeder in der Familie nur ein Glied einer Kette sei. Man müsse den Pfad gehen, den die Vorfahren einem geebnet hätten und solle nicht nur an sein eigenes Glück denken. Den Traditionen müsse man folgen, sonst sei man kein würdiges Mitglied der Familie.

12. Kapitel 11

Erwähnte Personen

  1. 24xDiederich Schwarzkopf
  2. 18xGrünlich
  3. 16xMorten Schwarzkopf
  4. 8xTony
  5. 5xFrau Schwarzkopf
  6. 1xMeta Schwarzkopf
  7. 1xKonsul

Erwähnte Orte

  1. 3xBüro im Haus der Schwarzkopfs
  2. 2xHaus der Schwarzkopfs
  3. 2xTonys Zimmer im Haus der Schwarzkopfs
  4. 2xVeranda des Hauses der Schwarzkopfs
  5. 2xKorridor im Haus der Schwarzkopfs
  6. 1xOstsee
  7. 1xWohnzimmer im Hauzs der Schwarzkopfs
  8. 1xHamburg
  9. 1xGöttingen
  10. 1xEuropa

Zusammenfassung

Das Wetter hat sich weiter verschlechtert. Draußen regnet es in Strömen. Morten geht kurz auf die Veranda, da stellt er fest, dass eine Kutsche vorm Haus gehalten hat. Grünlich steigt aus. Er behandelt Morten wie einen niederen Diener und ignoriert ihn weitestgehend. Erst als er hört, wen er da vor sich hat, wirkt er interessierter. Morten bringt ihn in das Büro seines Vaters. Er selbst setzt sich verunsichert in die Küche. Tony kriegt von der ganzen Sache nichts mit, da sie sich in ihrem Zimmer ausruht.

Diederich begrüßt Grünlich, lässt ihn auf dem Sofa Platz nehmen und setzt sich daneben in seinen Armstuhl. Grünlich stellt sich vor, betont, dass er ein Freund des Konsuls sei und verweist sogleich auf seine sehr knapp bemessene Zeit. Er sei wegen Tony gekommen, der er einen Heiratsantrag – mit Zustimmung der Eltern – gemacht habe. Dreist behauptet er, sie habe dem Antrag bereits „unzweideutig” zugestimmt. Dann kommt er schließlich zur Sache und beklagt sich über die Beziehung zwischen Morten und Tony. Dabei stellt er es so dar, als hätte Morten Tony unter Druck gesetzt, um von ihr ein Heiratsversprechen zu erhalten.

Grünlichs Plan geht auf: Diederich reagiert erschrocken und ruft sogleich Morten herbei. Aufgeregt versichert er, dass er keine Pläne bezüglich einer Heirat von Tony und Morten habe. Frau Schwarzkopf und Morten kommen ins Zimmer. Morten bejaht die Vorwürfe. Noch bevor er sich verteidigen kann, beschimpft ihn sein Vater als Dummkopf und befiehlt ihm, gleich morgen nach Göttingen abzureisen. Seine Frau protestiert zurückhaltend. Sie hatte die Hoffnung gehabt, aus der Beziehung könne etwas werden – ein Traum, der sich nun in Luft auflöst. Mit Verweis auf seine knappe Zeit verabschiedet sich Grünlich und geht. Zuvor lobt er Diederich noch für sein – wie er es sagt – männliches und charaktervolles Benehmen.

13. Kapitel 12

Erwähnte Personen

  1. 11xTony
  2. 5xThomas
  3. 3xMorten Schwarzkopf
  4. 2xDiederich Schwarzkopf
  5. 2xFamilie Schwarzkopf
  6. 2xKonsul
  7. 1xGrünlich
  8. 1xFrau Schwarzkopf
  9. 1xKönig von Preußen
  10. 1xFamilie Kröger
  11. 1xMeta Schwarzkopf
  12. 1xKonsulin

Erwähnte Orte

  1. 2xVeranda des Hauses der Schwarzkopfs
  2. 1xTravemünde
  3. 1xAmsterdam
  4. 1xPreußen
  5. 1xVorderreihe
  6. 1xTrave
  7. 1xLeuchtturm in Travemünde
  8. 1xGöttingen
  9. 1xSteine am Strand

Zusammenfassung

Der Tag von Tonys Abreise ist angebrochen. Morten ist inzwischen in Göttingen. Die beiden konnten sich kaum voneinander verabschieden. Es ist kalt und windig geworden. Gegen 11 Uhr steigt Tony wehmütig in die Kutsche zu Thomas, der sie abholt. Während die Kutsche losfährt wirft Tony einige letzte Blicke auf Travemünde. Der Abschied macht ihr zu schaffen. In der Nacht hat sie kaum geschlafen, am Morgen wiederum keinen Hunger gehabt. Sie kämpft mit den Tränen. Sie erinnert sich an Morten zurück, an sein Aussehen, die freundlichen Gespräche mit ihm und seine freiheitlich-revolutionären Reden. All das will sie sich bewahren, als glückliche Erinnerungen. Für einen kurzen Moment lächelt sie zufrieden. Dann erinnert sie sich wieder an seine Stimme und an die Steine. Schließlich bricht sie in Tränen aus.

Thomas reagiert betrübt. Er versucht, ihr zu verstehen zu geben, dass er ihre Gefühle nachempfinden kann. Bald müsse er nach Amsterdam und ebenfalls für lange Zeit Abschied nehmen. Tony glaubt, dass er nur den Abschied von Eltern und Geschwistern meint und das daher etwas anderes sei. Sie weiß nichts davon, dass Thomas eine ähnliche, verbotene Beziehung pflegt. Schon bald werde sie die Beziehung vergessen haben und sich dann wieder besser fühlen, meint Thomas. Für Tony ist das keine Hilfe: Sie will gar nichts vergessen, sondern sich daran erinnern.

14. Kapitel 13

Erwähnte Personen

  1. 11xTony
  2. 6xKonsul
  3. 4xThomas
  4. 3xFamilie Buddenbrook
  5. 2xKonsulin
  6. 2xClara
  7. 2xChristian
  8. 2xIda
  9. 1xBrigitta Schuren
  10. 1xLine
  11. 1xAntoinette
  12. 1xFrühester Stammhalter der Buddenbrooks
  13. 1xKlothilde
  14. 1xTräger Matthiesen
  15. 1xAnton
  16. 1xGrünlich
  17. 1xFräulein Weichbrodt

Erwähnte Orte

  1. 4xHaus in der Mengstraße
  2. 1xBurgstraße
  3. 1xHinterhaus
  4. 1xSpeicher Walfisch
  5. 1xSpeicher Eiche
  6. 1xKoberg
  7. 1xPflaster des Hofes des Hauses in der Mengstraße
  8. 1xSpeicher Löwe
  9. 1xGefängnis
  10. 1xKontor der Buddenbrooks
  11. 1xIsraelsdorfer Allee
  12. 1xHamburg
  13. 1xDiele im Haus der Buddenbrooks
  14. 1xJerusalemberg
  15. 1xBurgtor
  16. 1xBreite Straße
  17. 1xFrühstückszimmer
  18. 1xHeilige-Geist-Hospital
  19. 1xBurgfeld

Zusammenfassung

Die Kutsche kommt in Lübeck an. Tonys Trauer ist größtenteils verflogen und sie schaut sich neugierig um. Tony wird vom Konsul und der restlichen Familie freudig empfangen. Vorwürfe macht ihr keiner.

Am nächsten Morgen, es ist der 22. September, steht Tony ungewöhnlich früh auf. (Dabei hat sie gut geschlafen.) Sie setzt sich an den Sekretär im Landschaftszimmer, wo sie die Familienpapiere vorfindet. Tony blättert in diesen, in denen der Konsul auch ihre Geschichte detailliert aufgeschrieben hat. Die feierliche Vortragsweise und die umfangreiche Historie erzeugen bei ihr Hingebung, Stolz und Ehrfurcht. Sie fühlt sich als persönlich wichtiger Teil einer Kette, als Glied von „hoher und verantwortungsvoller Bedeutung”, das an der Familiengeschichte mitarbeiten müsse. Tony blättert ans Ende des Hefts, wo zu jedem Familienmitglied der Buddenbrooks alle nennenswerten Ereignisse verzeichnet sind. Nach kurzem Lesen in der Liste und längerem Blick auf ihren eigenen Namen, notiert sie schließlich, dass sie sich am 22. September mit Grünlich verlobt hat und gibt damit dem Wunsch der Eltern endgültig nach.

15. Kapitel 14

Erwähnte Personen

  1. 20xTony
  2. 16xKonsul
  3. 15xGrünlich
  4. 14xKonsulin
  5. 4xFamilie Buddenbrook
  6. 2xLine
  7. 2xFräulein Weichbrodt
  8. 2xThomas
  9. 2xPastor Kölling
  10. 2xIda
  11. 2xFamilie Möllendorpf
  12. 1xLentför
  13. 1xJürgen Kröger
  14. 1xFrau Stüwing
  15. 1xJulchen Hagenström
  16. 1xAndreas Gieseke
  17. 1xÄltester Sohn der Möllendorpfs
  18. 1xGotthold
  19. 1xBernhardt Buddenbrook
  20. 1xFamilie Langhals
  21. 1xAnton
  22. 1xFamilie Kistenmaker
  23. 1xBranddirektor
  24. 1xFriederike
  25. 1xGrabow
  26. 1xStephan Kistenmaker
  27. 1xHenriette
  28. 1xTrine
  29. 1xFrau Kröger
  30. 1xEduard Kistenmaker
  31. 1xFamilie Duchamps
  32. 1xJakob Kröger
  33. 1xChristian
  34. 1xHerr Kröger
  35. 1xFamilie Kröger
  36. 1xSophie
  37. 1xArmgard von Schilling
  38. 1xFrau Bitterlich
  39. 1xFrau Stuht
  40. 1xPeter Döhlmann
  41. 1xPfiffi

Erwähnte Orte

  1. 6xHamburg
  2. 3xSäulenhalle
  3. 2xHaus in der Mengstraße
  4. 2xDiele im Haus der Buddenbrooks
  5. 2xFrühstückszimmer
  6. 2xLübeck
  7. 1xEsssaal
  8. 1xVilla bei Eimsbüttel
  9. 1xKorridor im Haus der Buddenbrooks
  10. 1xGlockengießerstraße
  11. 1xSt. Marien
  12. 1xWiesen der Trave
  13. 1xFrankfurt
  14. 1xHamburger Stadtzentrum
  15. 1xArensburg
  16. 1xSpitalstraße (Hamburg)
  17. 1xEimsbüttel
  18. 1xBurgfeld

Zusammenfassung

Nachdem Tony der Heirat mit Grünlich zugestimmt hat, feilscht dieser nun mit dem Konsul um die genaue Höhe der Mitgift. Der Konsul bietet ihm 70.000 Kurantmark an, Grünlich ist das aber nicht genug. So wird das Angebot auf 80.000 Mark erhöht und Grünlich stimmt zu. Mit diesen 80.000 ist aber gerade erst die normale Höhe der Mitgift bei den Buddenbrooks erreicht. Entsprechend glaubt der Konsul, bei der Verhandlung ein gutes Ergebnis erreicht zu haben.

Grünlich reist anschließend nach Hamburg ab und für Tony ändert sich erstmal nichts. Im Vorfeld der Heirat müssen jedoch alle möglichen Anschaffungen getätigt und sonstige Vorbereitungen durchgeführt werden. Tony hat hier nun einiges mitzureden und zu organisieren. Dabei zieht sie es vor, lieber anderen Kommandos zu geben als selbst zu arbeiten.

Erst zu Weihnachten besucht Grünlich wieder die Buddenbrooks. Sein Verhalten gegenüber Tony wirkt auf die Eltern diskret und höflich, steht aber in kaum einem Zusammenhang mit dem ach so großen Liebeskummer vor der Verlobung. Er schaut sie an, als sei sie sein Besitz und nicht seine Frau. Nach Weihnachten reist Grünlich wieder ab. Per Brief einigen sie sich darauf, dass das Paar in einer Villa außerhalb Hamburgs wohnen wird. Tony hätte lieber im Stadtzentrum gelebt.

Gegen Anfang des Jahres 1846 findet die Heirat statt. Zu deren Feier wird ein Polterabend veranstaltet bei dem der Großteil der High Society Lübecks erscheint. Am Hochzeitstag trägt Tony ein prachtvolles Kleid. Die Zeremonie wird in der Säulenhalle des Hauses der Buddenbrooks vorgenommen, wobei fast nur Familienmitglieder anwesend sind. Pastor Kölling führt schließlich die Trauung durch, danach gibt es ein Festessen.

Noch während die Gäste essen, begleiten der Konsul und die Konsulin das Paar nach draußen, wo eine Kutsche wartet. Die Eltern und die Bediensteten verabschieden sich von den beiden. Zuletzt drückt Tony noch einmal ihren Vater und fragt nur leise: "Bist du zufrieden mit mir?" Auf diese vielsagende Frage gibt er lieber keine Antwort und schüttelt stattdessen ihre Hände. Schließlich fährt die Kutsche ab. Die Konsulin wundert sich, ob Tony wohl mit ihrem Ehemann glücklich werden wird. Der Konsul ist in dieser Hinsicht recht unbesorgt, denn seine Tochter habe das, was er als die solideste Form von Glück bezeichnet: Sie schaffe es in jeder Situation, irgendwie mit sich selbst zufrieden zu sein.

16. Kapitel 15

Erwähnte Personen

  1. 15xAnna
  2. 6xThomas
  3. 3xTante Lottchen
  4. 1xFamilie Langhals

Erwähnte Orte

  1. 4xAmsterdam
  2. 3xBlumenladen
  3. 2xMengstraße
  4. 2xFünfhausen
  5. 2xTrave
  6. 1xBäckergrube
  7. 1xFischergrube
  8. 1xBreitestraße

Zusammenfassung

An einem kalten, windstillen Februartag geht Thomas die Mengstraße hinunter, hin zur Fischergrube, bis er einen kleinen Blumenladen erreicht. Er betritt den Laden, in dem es angenehm duftet und warm ist. Einen Moment lang wartet er noch, bis eine Kundin gegangen ist. Dann begrüßt er die Verkäuferin, die Anna heißt. Sie ist außerordentlich schön, hat schwarze, schimmernde Augen, prägnante Wangenknochen und eine ungewöhnliche, mattgelbe Hautfarbe. Sie gehen in eine Ecke, die durch das Schaufenster nicht eingesehen werden kann. Thomas küsst sie.

Er ist gekommen, um sich von ihr zu verabschieden. Übermorgen muss er nach Amsterdam, wo der Konsul ihm eine Stelle zugewiesen hat. Anna schluchzt traurig. Sie bettelt ihn an, noch ein paar Tage länger zu bleiben. Doch er kann nicht, auch wenn er gerne würde. Sie erinnern sich daran zurück, wie sie sich vor eineinhalb Jahren im Sommer bei einem Schützenfest kennengelernt haben. Anna arbeitete dort als Verkäuferin. Es war Liebe auf den ersten Blick. Thomas verspricht ihr, morgen und – falls möglich – auch übermorgen noch mal zu ihr zu kommen. Er versucht, Anna so gut wie möglich aufzumuntern und bittet sie, sich nicht aufzugeben. Beide haben sich nie Illusionen hingegeben, dass ihre Beziehung irgendeine Zukunft hätte. Sie wussten von Anfang an, dass diese zum Scheitern verurteilt war.

Pragmatisch stellt Thomas fest, dass das eigene Leben letztlich von anderen bestimmt wird. Er werde die Geschäfte übernehmen und eine andere Frau heiraten – und ähnliches gelte für Anna. Unterdessen zieht draußen ein Abendrot auf, während die Sonne langsam aber sicher untergeht.

17. Zitate aus Teil 3

SeiteTypTextstelleErläuterung / Notiz
S.96mZitatSie lesen, Herr Buddenbrook? Ah, Cicero! Eine schwierige Lektüre, die Werke dieses großen römischen Redners. _Quousque tandem, Catilina_ ... hä-ä-hm, ja, ich habe mein Latein gleichfalls noch nicht völlig vergessen!
"Quousque tandem abutere, Catilina, patientia nostra?" ist der Anfang einer Rede Ciceros, die Catilina als Verschwörer entlarvt bzw. anklagt. Noch heute wird das Zitat mit Heuchelei verbunden. Dass Grünlich ausgerechnet diese Passage im Kopf hat, wenn er an Latein denkt, ist eine Anspielung auf sein eigenes heuchlerisches Verhalten.
S.102u - S.103oZitatSiehst du, ich nehme an, daß du noch keine entscheidenden Empfindungen für Herrn Grünlich hegst, aber das kommt, ich versichere dich, das kommt mit der Zeit ... Einem so jungen Dinge, wie du, ist es niemals klar, was es eigentlich will ... Im Kopfe sieht es so wirr aus wie im Herzen ... Man muß dem Herzen Zeit lassen und den Kopf offen halten für die Zusprüche erfahrener Leute, die planvoll für unser Glück sorgen...
Tonys heftige Reaktion wird als jugendliche Verwirrung und Unerfahrenheit abgekanzelt. Ihre Emotionen und ihre eigene Meinung zu Grünlich spielen nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen hat sie den Plänen der Eltern folge zu leisten, die eher geschäftlicher Natur sind.
S.103mZitat»was solltest du auch von ihm wissen? Du bist ein Kind, siehst du, du würdest nicht mehr von ihm wissen, wenn er nicht vier Wochen, sondern deren zweiundfünfzig hier verlebt hätte ... Du bist ein kleines Mädchen, das noch keine Augen hat für die Welt, und das sich auf die Augen anderer Leute verlassen muß, die Gutes mit dir im Sinne haben ...«
Zum wiederholten Male werden Tonys Bedenken und Gefühle als unwichtig eingeordnet. Das Verhalten der Eltern wirkt hier herablassend, fast arrogant. Immerhin ist Tony zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt, wird aber behandelt wie eine sechsjährige, die noch nichts von der Welt versteht. Man fragt sich, ob die Eltern ihre beschwichtigend-abwertenden Worte ("Du bist ein kleines Mädchen, das noch keine Augen für die Welt hat") mehr an Tony oder doch eher an sich selbst - als bequeme Ausrede zur Rechtfertigung der Zweckehe - richten.
S.103m-uZitat»Ich verstehe es nicht ... ich verstehe es nicht ...« schluchzte Tony fassungslos und schmiegte ihren Kopf wie ein Kätzchen unter die streichelnde Hand. »Er kommt hierher ... sagt allen etwas Angenehmes ... reist wieder ab ... und schreibt, daß er mich ... ich verstehe es nicht ... wie kommt er dazu ... was habe ich ihm getan?!...«
Tony ist schwer getroffen und verunsichert von Grünlichs Antrag. Sie durchschaut zwar, dass er den Eltern gezielt geschmeichelt hat, kann aber nicht sein Motiv - Ergattern der Mitgift - erkennen.
S.105oZitat»Aber wir müssen dir zu bedenken geben, daß sich eine solche Gelegenheit, dein Glück zu machen, nicht alle Tage bietet, und daß diese Heirat genau das ist, was Pflicht und Bestimmung dir vorschreiben. Ja, mein Kind, auch das muß ich dir vorhalten. Der Weg, der sich dir heute eröffnet, ist der dir vorgeschriebene, das weißt du selbst recht wohl ...«
Tonys Rolle ist hier eindeutig: Ehefrau sein bzw. werden. Dies sei ihre "Pflicht und Bestimmung", was an Thomas erinnert, bei dessen Geburt ebenfalls bereits klar war, dass er eines Tages die Firma übernehmen muss. Irritiert kann man sich hier fragen, wie es dazu kommt, dass die Kinder einer solch reichen Familie nicht mehr Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer Zukunft haben als die Kinder armer Familien. Darüber hinaus deutet diese Textstelle auch an, dass die Entscheidung der Eltern bezüglich der Heirat im Grunde schon feststeht und Tony nur noch Zeit gegeben wird, sich mit ihrem unausweichlichen Jawort abzufinden.
S.109u - S.110mZitat(...) Haben Sie ein Herz, ein fühlendes Herz?... Hören Sie mich an ... Sie sehen einen Mann vor sich, der vernichtet, zugrunde gerichtet ist, wenn ... ja, der vor Kummer sterben wird (...) wenn Sie seine Liebe verschmähen! Hier liege ich ... bringen Sie es über das Herz, mir zu sagen: Ich verabscheue Sie --?« »Nein, nein!« sagte Tony plötzlich in tröstendem Ton. Ihre Tränen waren versiegt, Rührung und Mitleid stiegen in ihr auf. Mein Gott, wie sehr mußte er sie lieben, daß er diese Sache, die ihr selbst innerlich ganz fremd und gleichgültig war, so weit trieb! War es möglich, daß =sie= dies erlebte? In Romanen las man dergleichen, und nun lag im gewöhnlichen Leben ein Herr im Gehrock vor ihr auf den Knien und flehte!... Ihr war der Gedanke, ihn zu heiraten, einfach unsinnig erschienen, weil sie Herrn Grünlich albern gefunden hatte. Aber, bei Gott, in diesem Augenblicke war er durchaus nicht albern!
Grünlich hatte bereits Tonys Eltern einfach genau das vorgeheuchelt, was diese hören wollten. Nach diversen Versuchen und Schleimereien bei Tony hat er jetzt offenbar einen Volltreffer gelandet, indem er den unsterblich Verliebten mimt, der völlig von den Entscheidungen Toys abhängig ist, wodurch sie sich entsprechend wichtig vorkommt. Prompt wird auch sie schwach. Dabei hatte sie Grünlichs falsches Spiel bei ihren Eltern durchaus bemerkt und sollte es daher eigentlich besser wissen.
S.110m-uZitat»Sie wollen mich nicht töten?« fragte er wieder, und sie sagte noch einmal in einem beinahe mütterlich tröstenden Ton: »Nein -- nein ...« »Das ist ein Wort!« rief Herr Grünlich und sprang auf die Füße. Sofort aber, als er Tonys erschrockene Bewegung sah, ließ er sich noch einmal nieder (...)
Grünlich war vermutlich mit dem Ziel gekommen, Tonys Abneigung gegen ihn zu verringern und dadurch die Chancen zu erhöhen, von ihr ein Jawort zu kriegen. Kaum dass er dies erreicht hat, beendet er seine herzzerreißende Schauspielerei und springt plötzlich auf, wodurch er unbeabsichtigt zeigt, dass alles nur Heuchelei war.
S.112o-mZitat(...) ich kann nicht anders, als diese Heirat, die der Familie und der Firma nur zum Vorteil gereichen würde, dringend erwünschen! -- Es tut mir ja leid, mein Gott, daß das Kind sich in einer bedrängten Lage befindet, daß sie von allen Seiten umlagert ist, bedrückt umhergeht und kaum noch spricht; aber ich kann mich schlechterdings nicht entschließen, Grünlich kurzerhand abzuweisen ... (...) Die Geschäfte gehen ruhig ... (...) Wir sind nicht vorwärts gekommen, nicht wesentlich, seit Vater abgerufen wurde. Die Zeiten jetzt sind wahrhaftig nicht gut für den Kaufmann ...
Für die Entscheidung bezüglich der Heirat stehen finanzielle Interessen im Vordergrund. Dass Tony diese nicht will ist zweitrangig. Es handelt sich um eine reine Zweckehe.
S.115uNotiz... Überdies steht dem ... Menschen da draußen alles offen, er geniert sich nicht, paß auf, er würde eines Tages hold lächelnd neben mir auftauchen ...
Mit "dem... Menschen" ist hier Grünlich gemeint. Seinen Namen will Tony gar nicht erst aussprechen. In der Tat wird er auch wenig später nach Travemünde kommen, um zu verhindern, dass sie sich weiter von ihm distanziert.
S.122mZitatIn ihrem kleinen, reinlichen Zimmer, dessen Möbel mit hellgeblümtem Kattun überzogen waren, erwachte Tony am nächsten Morgen mit dem angeregten und freudigen Gefühl, mit dem man in einer neuen Lebenslage die Augen öffnet.
Bei den Schwarzkopfs kann Tony die beschwerende Angelegenheit rund um Grünlich vorerst hinter sich lassen, was ihr Erleichterung verschafft. Auffällig ist hier, dass sie sich in der einfachen Umgebung wohl fühlt, obwohl sie sonst so sehr am Luxus interessiert ist.
S.123uNotiz... Nachher will ich baden, dachte Tony, aber vorher ordentlich frühstücken, damit der Stoffwechsel nicht an mir zehrt ... ...
Tony übernimmt hier eine Aussage von Morten und verwendet diese als Begründung dafür, bestimmte Dinge zu erledigen (hier: zu frühstücken). Sie akzeptiert seine Meinung und lässt diese Teil ihres Lebens werden. Bei Grünlich würde sie nie auf die selbe Idee kommen, sondern schon aus Prinzip immer genau das Gegenteil von dem tun, was dieser meint oder vorschlägt.
S.125uZitatWichtigtuerei! Wie kann man dergleichen sagen!... Ich möchte gern etwas erfahren ... Mein Gott, ich bin eine Gans, sehen Sie! Bei Sesemi Weichbrodt war ich immer unter den Faulsten. Und Sie wissen, glaube ich, so viel ...« Innerlich dachte sie: Wichtigtuerei? Man befindet sich in fremder Gesellschaft, zeigt sich von seiner besten Seite, setzt seine Worte und sucht zu gefallen -- das ist doch klar ...
Tony bezeichnet sich selbst vereinzelt als Gans, eine Anspielung auf ihre kindlich-naive, etwas verträumte Art. Was sie innerlich sagt ist ein Zitat dessen, was ihre Eltern als Entschuldigung für Grünlichs anbiederndes Verhalten verwendet haben. Tony würde es niemals in Verbindung mit Grünlich verwenden, ihre Eltern wiederum aber wohl kaum in Bezug auf Morten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Morten nur diejenigen Fähigkeiten und das Wissen hervorhebt, das schon vorhanden ist. Grünlich hingegen hat Tonys Eltern gezielt nur das erzählt, was diese hören wollten.
S.134u - S.135oZitat»Wollen Sie wissen, wie dumm ich früher war?« sagte Tony. »Ich wollte die bunten Sterne aus den Quallen heraus haben. Ich trug eine ganze Menge Quallen im Taschentuche nach Hause und legte sie säuberlich auf den Balkon in die Sonne, damit sie verdunsteten ... dann mußten die Sterne doch übrigbleiben! Ja, schön ... Als ich nachsah, war da ein ziemlich großer nasser Fleck. Es roch nur ein bißchen nach faulem Seetang ...«
Interpretiert werden könnte dies als Tonys "Schicksal", die Dinge nach denen sie strebt nie zu erreichen. Ihre Träume verrinnen sozusagen vor ihren Augen, ohne dass sie etwas dagegen tun kann. In der Rückschau betrachtet bezeichnet sie sich sogar als "dumm" dafür, jemals geglaubt zu haben, sie könnte diese ausleben. Gleichzeitig deutet es aber auch ihre Fähigkeit an, in allem noch etwas positives zu finden, denn die meisten anderen nehmen Quallen eher als eklig-glibberig wahr, während Tony nur die Sterne in ihnen sieht.
S.135oZitatSie gingen, das rhythmische Rauschen der langgestreckten Wellen neben sich, den frischen Salzwind im Gesicht, der frei und ohne Hindernis daherkommt, die Ohren umhüllt und einen angenehmen Schwindel, eine gedämpfte Betäubung hervorruft ... Sie gingen in diesem weiten, still sausenden Frieden am Meere, der jedes kleine Geräusch, ob fern oder nah, zu geheimnisvoller Bedeutung erhebt ...
Die Natur wird hier mit Frieden und Freiheit (und daraus folgend letztlich mit Glück) assoziiert. Das steht im Kontrast zu Tonys sonstigem Leben welches nicht frei und - durch den Konflikt mit Grünlich - auch nicht friedlich ist. Ebenso zeichnet es sich durch nichts "geheimnisvolles" aus, ihr Leben ist bereits größtenteils durchgeplant und auf "Ehefrau werden, Kinder kriegen" reduziert.
S.139u - S.140oZitatTony folgte mit den Augen der Richtung seiner [Mortens] Hand; und während nicht viel fehlte, daß beider Hände, die nebeneinander auf der rauhen Holzbank lagen, sich vereinigten, blickten sie gemeinsam in dieselbe Ferne. Sie schwiegen lange, indes das Meer ruhig und schwerfällig zu ihnen heraufrauschte ... und Tony glaubte plötzlich einig zu sein mit Morten in einem großen, unbestimmten, ahnungsvollen und sehnsüchtigen Verständnis dessen, was »Freiheit« bedeutete.
Der emotionale, sehnsüchtige Wunsch nach Freiheit ist es, der Tony und Morten miteinander verbindet. "Freiheit" heißt hier am ehesten: Die Abwesenheit von sozialen Vorgaben/Zwängen/Einschränkungen.
S.140m - S.141oZitatDie Saison war völlig zu Ende. Der Teil des Strandes, den sonst die Menge der Badegäste bevölkerte (...) lag (...) fast ausgestorben da. Aber Tony und Morten lagerten nachmittags in einer entfernten Gegend (...) Sie sahen die grünen, mit Seegras durchwachsenen Wände der Wellen an, die drohend daherkamen und an dem Steinblock zerbarsten, der sich ihnen entgegenstellte ... in diesem irren, ewigen Getöse, das betäubt, stumm macht und das Gefühl der Zeit ertötet.
Die ehemals friedliche, angenehme Natur ist bereits rau geworden, die Menschen sind abgezogen. Nur Tony und Morten verweilen noch in der Gegend. Beide hängen noch an ihrem Traum von Frieden, Freiheit und Liebe, doch die Umgebung - allen voran die Natur - macht bereits deutlich, dass es sich ausgeträumt hat und beide bald abziehen müssen.
S.144o-mZitat(...) [Tony] sah ihn [Morten] nicht einmal an, sie schob nur ganz leise ihren Oberkörper am Sandberg ein wenig näher zu ihm hin, und Morten küßte sie langsam und umständlich auf den Mund. Dann sahen sie nach verschiedenen Richtungen in den Sand und schämten sich über die Maßen.
Die Scham dürfte daher kommen, dass sie ihren Gefühlen nachgegeben haben, obwohl sie beide letztlich wissen, dass ihre Beziehung keine Aussicht auf Erfolg hat (also darauf, von der restlichen Gesellschaft akzeptiert zu werden). Das Blicken in unterschiedliche Richtungen wiederum kann mit ihren fortan abweichenden Lebenswegen gleichgesetzt werden.
S.145uZitat(...) so jung ich [Tony] bin, aber das wird das Leben manchen gelehrt haben, daß Reichtum allein nicht immer jeden glücklich macht.
Mit dieser Meinung rebelliert Tony gegen die Familienphilosophie, laut der nichts wichtiger ist, als den Reichtum der Firma möglichst auszudehnen. Alle Familienmitglieder haben sich diesem Prinzip unterzuordnen. Eigene Gefühle und anderweitige Ziele sind nebensächlich.
S.145uNotiz... Der Ring ist niedriges Gold und ziemlich schmal, wie ich sehe.« ...
Am kleinen Ehering aus minderwertigem Gold kann man bereits sehen, dass es um Grünlichs Finanzen nicht so gut bestellt ist, wie er vorgibt.
S.145u - S.146mZitat(...) daß ich [der Konsul] nicht anstehen darf, Dir [Tony] die Folgen namhaft zu machen, die ein leichtfertiger Schritt Deinerseits nach sich ziehen kann. Herr Gr. nämlich brach bei meinen Worten in Verzweiflung aus, indem er rief, so sehr liebe er Dich und so wenig könne er Deinen Verlust verschmerzen, daß er willens sei, sich das Leben zu nehmen, wenn Du auf Deinem Entschlusse bestündest. Da ich das, was Du mir von einer anderweitigen Neigung schreibst, nicht ernst nehmen kann, so bitte ich Dich, Deine Erregung über den zugesandten Ring zu bemeistern (...) und wir wissen nicht, ob Du nicht einst würdest von einem höchsten Richter dafür haftbar gemacht werden, daß der Mann, dessen Gefühle Du hartnäckig und kalt verschmähtest, sich gegen sein eigenes Leben versündigte.
Es wird gegenüber Tony erheblicher Druck aufgebaut mit der klaren Botschaft "Stimmst du der Heirat nicht zu, dann bringt sich Grünlich um und du kommst obendrein auch noch in die Hölle." Tonys Gefühle sind für den Konsul irrelevant und ihre Liebe zu Morten hält er offenbar für eine Art von Scherz. Kritiklos-naiv hält er Grünlichs maßlos übertriebenes Verhalten für wahr und setzt es begierig gegen Tony ein - die Heirat lockt schließlich mit dem (vermeintlichen) langfristigen finanziellen Gewinn für die Familie. Gier frisst Hirn, wie man so schön sagt. Da fällt es dem Konsul dann auch nicht auf, dass der Ehering vom Wert her unter Grünlichs angeblicher finanzieller Situation liegt. (Da dieser Tony ja so unfassbar liebt, müsste er eigentlich ungewöhnlich viel in diesen investieren.)
S.146oNotiz... Herr Gr. nämlich brach bei meinen Worten in Verzweiflung aus, indem er rief, so sehr liebe er Dich und so wenig könne er Deinen Verlust verschmerzen, daß er willens sei, sich das Leben zu nehmen, wenn Du auf Deinem Entschlusse bestündest. ...
Wenn Grünlich sich nach Tonys Ablehnung der Heirat das Leben nähme, dann sicherlich eher aus finanziellen Gründen. (Er ist auf Tonys Mitgift angewiesen, ohne diese ist er ruiniert.)
S.146uZitatWir sind, meine liebe Tochter, nicht =dafür= geboren, was wir mit kurzsichtigen Augen für unser eigenes, kleines, persönliches Glück halten, denn wir sind nicht lose, unabhängige und für sich bestehende Einzelwesen, sondern wie Glieder in einer Kette, und wir wären, so wie wir sind, nicht denkbar ohne die Reihe derjenigen, die uns vorangingen und uns die Wege wiesen, indem sie ihrerseits mit Strenge und ohne nach rechts oder links zu blicken, einer erprobten und ehrwürdigen Überlieferung folgten.
Laut Meinung des Konsuls ist jedes Familienmitglied nur Teil einer Kette. Jeder müsse zum Wohle der Nachkommenden (in der Kette bzw. in der Familie) arbeiten, so wie es die Vorfahren bereits getan haben. Man solle das eigene Glück aufgeben, damit die Nachkommen dieses genießen können. Perfide an dieser Logik ist, dass auch die Nachkommen wiederum ihr Glück zugunsten von deren Nachkommen aufgeben müssen. Am Ende muss jeder für die anderen leben, aber keiner wird glücklich. (Es kann auch nicht sein, dass nach vielen Generationen schließlich Nachkommen folgen, die aufgrund der Arbeit der vorherigen ihr eigenes Glück vollends genießen können, denn die Buddenbrooks sind bereits eine der reichsten Familien in Lübeck - wenn das nicht zum glücklich sein reicht, was dann?) Genauso wie der Konsul religiösen Traditionen blind folgt, folgt er ebenso kritiklos der Familientradition.
S.150oZitat(...) »daß ich [Grünlich] vor einiger Zeit um die Hand eben dieser Demoiselle Buddenbrook angehalten habe, daß ich mich im vollen Besitz der beiderseitigen elterlichen Zustimmung befinde, und daß das Fräulein selbst mir, ohne daß zwar die Verlobung bereits in aller Form stattgefunden hätte, mit unzweideutigen Worten Anrechte auf ihre Hand gegeben hat.«
Grünlich verdreht hier völlig Tonys Worte, die tatsächlich zu keinem Zeitpunkt ihr Jawort auch nur angedeutet hat. Sie äußerte lediglich diplomatisch, dass sie ihn nicht "töten" wolle (durch Liebeskummer). Das birgt eine gewisse Ironie in sich, denn Tony wird des öfteren vorgeworfen, sie sei zu kaltherzig gegenüber Grünlich. Ist sie es aber nicht, dann werden ihre freundlichen Worte sofort gegen sie eingesetzt und dienen als "Beleg" dafür, dass sie der Heirat zustimme.
S.154uZitat»Arme Tony!« sagte er schließlich, indem er ihre Jacke streichelte. »Du tust mir herzlich leid ... ich verstehe dich so gut, siehst du! Aber was ist da zu tun? Dergleichen muß durchgemacht werden. Glaube mir nur ... ich kenne das auch ...«
Das "Arme Tony" kann letztlich auf Tonys gesamtes Schicksal im Buch angewendet werden. Thomas deutet hier zudem unterschwellig an, dass er eine ähnliche, nicht geduldete Beziehung hat, was Tony aber nicht auffällt.
S.155mZitat»Aber ich will ja gerade nicht vergessen!« rief Tony ganz verzweifelt. »Vergessen ... ist das denn ein Trost?!«
Tonys Strategie, mit unangenehmen Lebensumständen zurecht zu kommen, ist es, sich die schönen Erinnerungen zu bewahren, anstatt alles zu verdrängen.
S.161oZitatZuweilen verwunderte Tony sich ein wenig, daß sein [Grünlichs] Glück jetzt der Verzweiflung, die er bei ihren Weigerungen an den Tag gelegt hatte, kaum zu entsprechen schien. Er betrachtete sie lediglich mit einer heiteren Besitzermiene (...)
Weitere eindeutige Hinweise vor der Heirat darauf, dass es Grünlich primär um die Mitgift ging und die angebliche Liebe in Wahrheit nur gespielt war.
S.161mNotiz... Herr Grünlich kehrte bald nach dem Weihnachtsfeste nach Hamburg zurück, denn sein reges Geschäft forderte unerbittlich seine persönliche Gegenwart, ...
Sein "reges" Geschäft dürfte seine Aufmerksamkeit benötigen, da es eher schlecht läuft. Dass er persönlich vor Ort sein muss deutet auch an, dass er sich keinen guten Stellvertreter leisten kann. Zudem hat es für ihn keinen Nutzen, in Lübeck zu bleiben, da er Tony schon sicher hat und nicht emotional an ihr interessiert ist.
S.161m-uNotiz... Tony, die sich ganz außerordentlich auf das Leben in einer Großstadt freute, gab dem Wunsche Ausdruck, sich im Innern Hamburgs niederzulassen, wo ja auch -- und zwar in der Spitalerstraße -- sich Herrn Grünlichs Kontore befanden. Allein der Bräutigam erlangte mit männlicher Beharrlichkeit die Ermächtigung zum Ankaufe einer Villa vor der Stadt, bei Eimsbüttel ... in romantischer und weltentrückter Lage, als idyllisches Nestchen so recht geeignet für ein junges Ehepaar ...
Grünlich dürfte die abseits liegende Villa vorziehen, da sie günstiger ist als eine Wohnung im Stadtzentrum - und nicht aus irgendwelchen romantischen Gründen.
S.164Zitat»Adieu, Papa ... Mein guter Papa!« Und dann flüsterte sie [Tony] ganz leise: »Bist du zufrieden mit mir?« (...) »Da fährt sie hin, Bethsy.« »Ja, Jean, das Erste, das davongeht. -- Glaubst du, daß sie glücklich ist mit ihm?« »Ach, Bethsy, sie ist zufrieden mit sich selbst; das ist das solideste Glück, das wir auf Erden erlangen können.«
Weder für Tony noch für ihre Eltern spielt hier Liebe eine Rolle. Die Beziehung wurde nur aus Verpflichtung (Tony) und aus finanziellen Gründen (Eltern) eingegangen. Die Aussage des Konsuls über Tony ist wichtig: Sie ist in der Tat fähig, aus jeder Situation des beste zu machen und irgendwie zufrieden zu sein. Dadurch wird sie von externen Einflüssen (wie hier der unfreiwilligen Heirat) kaum negativ beeinträchtigt, was hier mit "das solideste Glück" gemeint ist. Gerade ihren Geschwistern fehlt diese Fähigkeit.
S.167uZitatAber wirf dich nicht weg, hörst du, Anna?... Denn bis jetzt hast du dich =nicht= weggeworfen, das sage ich dir!« Sie weinte in ihre Schürze, die sie mit ihrer freien Hand vors Gesicht hielt. »Und du?... Und du?...« »Das weiß Gott, Anna, wie die Dinge gehen werden! (...)
Thomas erinnert zwar Anna daran, sich nicht aufzugeben, reagiert aber auf ihre Rückfrage selbst eher ausweichend. Auch wenn er keine Tränen vergießt, fällt ihm der Abschied kaum leichter Anna. Interessant ist die Suche nach Trost im Religiösen ("Das weiß Gott"), die sehr an seinen Vater erinnert, der ebenfalls Gefühle verdrängt und sich mit religiösen Gedanken und ständigem Beten selbst beruhigt.
S.167u - S.168oZitat»Man wird getragen, siehst du ... Wenn ich am Leben bin, werde ich das Geschäft übernehmen, werde eine Partie machen ... ja, ich bin offen gegen dich, beim Abschied ... Und auch du ... das wird so gehen ... Ich wünsche dir alles Glück, meine liebe, gute, kleine Anna! Aber wirf dich nicht weg, hörst du?... Denn bis jetzt hast du dich =nicht= weggeworfen, das sage ich dir ...!«
Thomas zeigt sich desillusioniert: Seine komplette Zukunft ist im Grund schon durchgeplant - und für Anna (bzw. eigene Gefühle) ist darin kein Platz. Die Planung wiederum erfolgt fremdbestimmt, was durch das passive "Man wird getragen" unterstrichen wird. Er selbst hat nicht den Eindruck, Einfluss auf seine Zukunft zu haben. Interessant ist an dieser Stelle, dass er dies sehr abstrakt beschreibt, anstatt explizit seine Eltern zu erwähnen ("Meine Eltern wollen, dass ich ..."). Offenbar hat er keinen rebellischen Charakter. Irritierend ist die Formulierung "Wenn ich am Leben bin, ..." - möglicherweise deutet sich hier bereits eine gewisse resignierende Distanz zum Leben an. Zumindest unterstreicht er damit, dass die Umsetzung der Pläne unausweichlich ist.
S.168oZitatHier drinnen war es warm. Ein feuchter Duft von Erde und Blumen lag in dem kleinen Laden. Draußen schickte schon die Wintersonne sich an, unterzugehen. Ein zartes, reines und wie auf Porzellan gemalt blasses Abendrot schmückte jenseits des Flusses den Himmel. Das Kinn in die aufgeschlagenen Kragen ihrer Überzieher versteckt, eilten die Leute am Schaufenster vorüber und sahen nichts von den beiden, die in dem Winkel des kleinen Blumenladens voneinander Abschied nahmen.
Die Wärme im Ladens stellt einen emotionalen Kontrast zur Außenwelt dar. Im Inneren finden sich Liebe, Verständnis, Zuneigung, Vertrauen, evt. Freiheit; abstrakter auch: Die Möglichkeit, seine Gefühle auszuleben. Außerhalb dominiert das Streben nach Geld und Macht. Man wird zu einem einzelnen Zahnrad in diesem Getriebe, was zu sozialen Zwängen führt (geplanter Berufsweg, geplante Verheiratung). Diese Zwänge verhindern die freie Gefühlsausübung, zum Beispiel beim Thema Liebe. Die Trennung zwischen Thomas und Anna wird durch den Sonnenuntergang betont. Er symbolisiert das Ende der Beziehung mit der darauffolgenden Nacht (Trauer, emotionale Kälte). Das Abendrot entspricht den letzten schönen Momenten zwischen ihnen (kann aber nur existieren, da die Sonne bald untergeht, also ihre Beziehung endet).

18. Glossar zu Teil 3

SeiteTextstelleErläuterung / Übersetzung
S.91u... in Hoffmanns »Serapionsbrüdern«, während Tom ...
Sammlung von Erzählungen und Ausätzen, siehe Die Serapionsbrüder
S.91u... ihrem geblümten Kattunkleide dasaß, las ...
Kattun ist ein glattes, dichtes Baumwollgewebe, siehe Kattun
S.92o... Duft der Reseden, die die ...
Pflanzengattung, siehe Resede
S.92o-m... »Tony, deine Haltung ist nicht _comme il faut_«, bemerkte die ...
Deine Haltung ist unangemessen
S.93m... hinunterhängen; diese Favoris waren von ...
Koteletten
S.95m... Worte fallen über die für Herrn Grünlichs Vaterstadt so furchtbaren zweiundvierziger Maitage ... »In ...
Großbrand in Hamburg zwischen dem 5. und 8. Mai 1842, zerstörte weite Teile der Altstadt, siehe Hamburger Brand
S.95u... welch farbiger Blumenflor ... oh, ...
Flor ist ein veralteter Begriff für "Blüte"
S.96m... an den Lieblingsjünger des Herrn. ...
Apostel Johannes: Einer der jünger Jesus, auch als Lieblingsjünger bezeichnet; Verfasser des vierten Evangeliums
S.96m... Zusammenziehung von Benedikt zu betrachten ...
abgeleitet von benedictus: "der gesegnete"
S.96m... römischen Redners. _Quousque tandem, Catilina_ ... hä-ä-hm, ...
Komplett "Quousque tandem abutere, Catilina, patientia nostra?"; Zitat aus einer Rede Ciceros, die Catilina als Verschwörer entlarvt
S.97m... Sie der Dirn keine Schwachheiten ...
hier: junges, unverheiratetes Mädchen; siehe Dirn
S.97m... »Aber ich inkommodiere nicht länger, ...
belästigen, stören; siehe inkommodieren
S.99o... artig und galant betragen hat, ...
Vornehmes Verhalten von Männern gegenüber Frauen, siehe Galant
S.100o... Er aß Muschelragout, Juliennesuppe, gebackene ...
Ragout: Gericht aus geschmorten/gedünsteten, Fleisch-/Fischstücken, in pikanter Sauce; siehe Ragout
S.100o... aß Muschelragout, Juliennesuppe, gebackene Seezungen, ...
Julienne: Schneideart von Gemüse beim Kochen. Das Gemüse wird dabei in sehr feine Streifen geteilt. Siehe Julienne (Schneideart)
S.100o... und Blumenkohl, Marasquino-Pudding und Pumpernickel ...
Marasquino: Süßer Kirschlikör, siehe maraschino
S.100o... Pumpernickel mit Roquefort und fand ...
grün-blau marmorierter Blauschimmelkäse aus Schafsmilch, siehe Roquefort (Käse)
S.100m... Gesellschaften und Toiletten; er hatte ...
hier: Körperpflege
S.101o... Konsulin aus Walter Scotts »Waverley« vorlas ...
Vielgelesener schottischer Dichter und Schriftsteller, siehe Walter Scott
S.101o... Walter Scotts »Waverley« vorlas -- ...
Buch handelt von einem englischen, adligen Offizier, der aufgrund falscher Anschuldigungen gezwungen wird, sich den Rebellen gegen die Krone anzuschließen, später aber wieder begnadigt wird. Siehe Waverley (Roman)
S.102u... »wozu dies Echauffement! Du kannst ...
hier: übertriebene Reaktion
S.103o... kleinen weißen Batistserviette, in der ...
Batist: sehr feinfädriger, dicht gewebter leichter Stoff, größtenteils aus Baumwolle, siehe Batist
S.111m... Spatz, ein Springinsfeld ... Sagt ...
Bezeichnung für einen unbekümmerten, meist auch leichtsinnigen und übermütigen jungen Menschen, siehe Springinsfeld
S.111m... ist kein Beau, nein, mein ...
Schönling, Lebemann; siehe Playboy (Person)
S.112u... ein bißchen mokant gegen die ...
sarkastisch, spöttisch; siehe mokant
S.113o... du wirst Räson annehmen, Kleine ...
Vernunft
S.114u... majestätische Krögersche Equipage, sagte in ...
grob: Kutsche, Equipage
S.114u... Die graue Chaussee glitt flink ...
Gut ausgebaute Landstraße, siehe Chaussee
S.114u... wenn eine Droschke drei Stunden ...
Offene Kutsche, siehe Droschke
S.115o... zwanzigjährig, mit Akkuratesse in blaugraues ...
Sorgfalt, Gründlichkeit; siehe Akkuratesse
S.115m... nicht zu mokieren; ich wollte, ...
sich spöttisch, abfällig äußern; siehe mokieren
S.115u... Wölfen überfallene Troika kunstvoll eingelegt ...
grob: Kutsche, die von drei Pferden gezogen wird; siehe Troika
S.118m... Herannahen der Kalesche die Schiffermütze ...
hier grob: Kutsche, siehe Kalesche
S.118m... Biederkeit. Eine weiße Pikeeweste leuchtete unter ...
Piqué: Meist baumwollenes Gewebe mit abwechselnd erhöhten und vertieften Stellen; siehe Piqué (Gewebeart)
S.118m... offenen mit Goldborten verzierten Rock. ...
Borte bzw. Bordüre: Verzierte Kante bzw. verzierter Geweberand, siehe Borte
S.118u... ein aufrichtiges Pläsier!... Na, treten ...
besonderes Vergnügen, siehe Pläsier
S.119m... die vielen Fêten ...« ...
französisch für Feiern/Feste
S.120u... graue, geschlossene Joppe mit Klappen ...
Jacke, siehe Joppe
S.122m... mit hellgeblümtem Kattun überzogen waren, ...
Glattes und ziemlich dichtes Baumwoll-Gewebe in Leinwandbindung, siehe Kattun
S.123m... ein =bißchen= bleichsüchtig ... ...
Bleichsucht: Durch Eisenmangel verursachte Anämie, siehe Bleichsucht
S.126u... Adligen, mit Pfaffen und Junkern ...
Abfällige Bezeichnung für Geistliche, siehe Pfaffe
S.126u... Pfaffen und Junkern ... sie ...
Hochadel, Söhne des Adels, junge Edelleute ohne Titel, siehe Junker
S.128o... mit dem Kapellmeister und dem ...
Der Kapellmeister ist eine Figur, die öfters von E.T.A. Hoffmann verwendet wurde, unter anderem in "Der goldne Topf", siehe E. T. A. Hoffmann#Der Kapellmeister
S.128o... und dem goldenen Topf? Ja, das ...
Der goldne Topf: Romantische Novelle von E.T.A. Hoffmann, siehe Der goldne Topf
S.130o... die auf Plaids im Sande ...
Dünne, häufig gemusterte Wolldecke, siehe Plaid
S.130o... einer langgestielten Lorgnette hantierte, und ...
Brille mit einem Griff zum Halten (statt mit Bügeln, häufig von Frauen getragen), siehe Lorgnette
S.130m... nichts als Reunions, Kinderbälle, Verlosungen ...
Gesellige Veranstaltung, Feier, siehe Reunion
S.132u... an der Table d'hote, trank bei ...
Mehrgängemenü, siehe Table d'hôte
S.136u... »Wir, die Bourgeoisie, der dritte Stand, wie wir ...
Hier: Fortschrittsorientierte Oberschicht, in der Regel wohlhabend (vgl. Bourgeoisie)
S.138o... zum kläglichen Philister geworden ist ...
Den geistigen und künstlerischne Erzeugnissen gegenüber abgeneigte Person, siehe Philister (Ästhetik)
S.147m... so mit Kot besprengt waren, ...
hier: Schmutz
S.150m...« »Sehr obligiert«, sagte Herr ...
Vielen Dank / Ich bin ihnen zu Dank verpflichtet, siehe obligieren
S.155u... wohl ein Hundsfott ...! ...
Übler Mensch, siehe Hundsfott
S.157u... der nämlichen Pietät gelesen werden, ...
Achtung, Respekt; siehe Pietät
S.158m... die ganze Genealogie der Buddenbrooks ...
hier: Detaillierte Auflistung der gesamten Familiengeschichte, inklusive Datumsangaben und zugehöriger Ereignisse; vgl. Genealogie
S.160o... der Stadt Kommissionen größeren Stiles ...
Aufträge, siehe Kommission
S.160o... für ihre Aussteuer, eine =vornehme= ...
Mitgift in Form von Sachgütern, siehe Aussteuer
S.160o... Nähterinnen, welche säumten, Monogramme stickten ...
Stoffstück mit Einfassung versehen, vgl Saum
S.161u... Branddirektors und _studiosus iuris_, sowie Stephan ...
Student der Rechtswissenschaft
S.162o... Korridor, der zu diesem Behufe mit Talkum ...
zu diesem Zweck
S.162o... Behufe mit Talkum bestreut worden ...
Farbloses und geruchloses Pulver, das sich fettig oder auch wie Seife anfühlt; siehe Talkum
S.162o... Diele alle irdenen Töpfe zerschlug, deren ...
Töpfe aus gebranntem Ton, siehe irden
S.162o... die kleinen Myrtenzweiglein auf der ...
Myrte: immergrüner, reich verzweigter Strauch mit kleinen weißen Blüten; siehe Myrte
S.163u... »die neuen Spitzen liegen in ...
hier: Gewebeart
S.163u... unter den Paletot, wie? Diese ...
Kurzer Pelzmantel, siehe Paletot#Paletot
S.163u... wie? Diese Akzise ... man ...
Binnenzoll, siehe Akzise
S.164o... Begriffe, den Schlag zu schließen, ...
Tür der Kutsche, siehe Schlag
S.164m... die ihre Pelzpelerine mit graziöser ...
Kurzer Schulterumhang aus Pelz, vgl. Pelerine

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