Teil 5 (Thema: Buddenbrooks)

Zusammenfassung des fünften Teils von Thomas Manns Werk "Buddenbrooks"

Schnellübersicht
  • Kapitel 1: Thomas ist nun der neue Firmeninhaber, während der Titel des Konsuls an Gotthold übergeht. Das Testament des verstorbenen Konsuls wird geöffnet. Die Firma besitzt etwa 750.000 Kurantmark, was Thomas als zu wenig empfindet. Der Ehrgeiz kocht in ihm. Gleichzeitig wirkt er blass. Sein Äußeres ist jedoch sehr gepflegt. Herr Marcus, der Prokurist der Firma, wird offizieller Teilhaber.
  • Kapitel 2: Christian, der zerstreut und ungesund wirkt, kehrt nach mehrjähriger Abwesenheit aus Chile zurück. Er bringt praktisch nichts mit. Seine psychische Verfassung hat sich weiter verschlechtert. Thomas meint, dass Christian zu sehr zur Selbstbeobachtung neige. Sowohl er als auch sein Bruder haben Probleme damit, ihre Gefühle auszuleben.
  • Kapitel 3: Thomas schlägt sich gut im Geschäft. Er ist kontakt- und risikofreudig, ganz anders als der zurückhaltende Herr Marcus. Testweise ist Christian für die Firma Buddenbrook tätig, zeigt aber vom ersten Tag an keine gute Arbeitsmoral, welche sich zudem schnell weiter verschlechtert. Viel Zeit verbringt er im Klub, dem Tummelplatz für die Suitiers der Stadt. Zwischen den Brüder bauen sich daher Spannungen auf.
  • Kapitel 4: Gotthold stirbt. Der Titel des Konsuls geht dadurch an Thomas.
  • Kapitel 5: Die Konsulin wird zunehmend religiöser. Insbesondere Tony leidet darunter, zumal ihr zu Hause ohnehin langweilig ist.
  • Kapitel 6: Pastor Sievert Tiburtius übernachtet bei den Buddenbrooks und lernt so Clara kennen. Die beiden verstehen sich sofort und verabreden schon wenige Tage später ihre Heirat.
  • Kapitel 7: Per Brief meldet sich Thomas aus Amsterdam. Dort habe er Gerda Arnoldsen wiedergetroffen (eine ehemalige Freundin von Tony). Sie habe sofort Eindruck auf ihn gemacht und wenige Tage später hätten sie sich bereits verlobt.
  • Kapitel 8: Die Arnoldsens kommen nach Lübeck. Gerda wirkt schön, aber auch fremdartig. Die etablierten Familien der Stadt stehen ihr skeptisch gegenüber und bemerken, dass auch Thomas sich inzwischen merkwürdig fein kleidet. Dieser hat ein neues Haus in der Breiten Straße erworben. Christian klagt unterdessen zum ersten Mal über eine Qual im linken Bein.
  • Kapitel 9: Thomas und Gerda kommen von ihrer Hochzeitsreise durch Italien zurück. Sie werden von Tony empfangen. Diese erzählt Thomas davon, dass sie sich zu Hause langweile und einsam fühle. Bald werde sie nach München reisen, um dort eine Freundin zu besuchen.

1. Hinweise

  • Alle Quellenangaben beziehen sich standardmäßig auf die Ausgabe Fischer, 62. Auflage (2012), ISBN 978-3-596-29431-2.
  • Die Häufigkeitsangaben bei Personen und Orten sind Richtwerte. Wörter wie „er”, „ihre”, „seine” und ähnliche wurden nicht mitgezählt.

2. Kapitel 1

Erwähnte Personen

  1. 22xJustus Kröger
  2. 22xThomas
  3. 18xKonsulin
  4. 16xHerr Marcus
  5. 16xKonsul
  6. 11xTony
  7. 10xClara
  8. 3xJürgen Kröger
  9. 3xGrünlich
  10. 3xChristian
  11. 2xKaufmann Sörenson
  12. 2xJohann Buddenbrook
  13. 2xGotthold
  14. 2xHerr Kröger
  15. 2xKaufmann Benthien
  16. 1xJakob Kröger
  17. 1xFamilie Buddenbrook
  18. 1xFrau von Justus Kröger
  19. 1xIda

Erwähnte Orte

  1. 3xEsssaal (Haus in der Mengstraße)
  2. 2xHaus der Krögers
  3. 2xWismar
  4. 2xLandschaftszimmer
  5. 1xGarten des Hauses der Krögers
  6. 1xKastanienallee zum Haus der Krögers
  7. 1xNiederlande
  8. 1xTrave
  9. 1xGarten des Hauses in der Mengstraße
  10. 1xHaus in der Mengstraße
  11. 1xFrankfurt
  12. 1xValparaiso (Chile)
  13. 1xGrundstück der Krögers vorm Burgtor

Zusammenfassung

Justus Kröger erscheint bei Familie Buddenbrook in der Mengstraße. Heute soll das Testament des Konsuls geöffnet werden, dessen Tod gerade zwei Wochen zurückliegt. Tonys Stimmung ist getrübt. Sie leidet unter dem Tod ihres Vaters, dem sie sehr nahe gestanden hat. Einzig der Gedanke an die gemeinsame Testamentseröffnung gibt ihr ein Gefühl von Würde und Wichtigkeit. Schlechter noch sieht es bei der Konsulin aus, deren Haar zwar perfekt gestaltet ist, an der aber der Schmerz nagt und die von den Trauer- und Begräbnisformalitäten erschöpft ist.

Sie warten noch auf Thomas und Herrn Marcus (den Prokuristen der Buddenbrooks). Derweil bittet die Konsulin Justus darum, die Vormundschaft für Clara zu übernehmen. Während des Gesprächs verwendet die Konsulin ähnlich religiöse Redewendungen wie zuvor nur der Konsul. Justus stimmt zu. Clara, die seit dem Tod des Konsuls gottesfürchtig wirkt und ständig nur noch am Beten ist, stellt sich kurz vor.

Sie kommen auf Jürgen Kröger zu sprechen und man erfährt, dass dieser mangels Erfolg sein Jurastudium beendet hat. Nun arbeitet er bei der Post in Wismar (Ostsee). Danach plaudern sie über Christian. Die Konsulin hat ihm vom Tod seines Vaters geschrieben, angekommen ist der Brief aber längst noch nicht. Dieser ist nun schon fast acht Jahre weg (erst in England, dann in Chile).

Thomas kommt nun mit dem Prokuristen Herrn Marcus hinzu. Letzterer ist ein leiser, zögerlicher, zuweilen stotternder Mensch, der zwar stets aufmerksam bei der Sache ist, gleichzeitig aber auch abwesend und verwirrt wirkt.

Thomas ist nun der offizielle Chef des Handelshauses Buddenbrook. Er erscheint würdevoll und hat fein säuberlich gepflegte Fingernägel. Gleichzeitig ist seine Haut aber stellenweise kreidebleich verfärbt. Er macht einen verkrampften Eindruck und seine Hände strahlen Empfindsamkeit und Ängstlichkeit aus. Seine erste Tat nach der Ankunft ist es, für mehr Wärme im Esssaal zu sorgen. An Justus gewendet sagt er, dass er nach dem Tod seines Vaters nun das Konsulat der Niederlande hätte übernehmen können. Mangels Erfahrung hat er dies aber vorerst lieber Gotthold überlassen hat.

Auf Wunsch des Konsuls ist Herr Marcus nun Teilhaber der Firma. Marcus bedankt sich dafür freundlich, genauso wie Thomas, der erleichtert ist, dass ihm jemand einen Teil der Arbeit abnimmt. Die Testamentseröffnung beginnt. Thomas erläutert zunächst den Stand der Finanzen der Firma, über welchen der Konsul zeitlebens größtenteils Stillschweigen bewahrt hat. Die Buddenbrooks haben durch Grünlich und die Gebrüder Westfahl viel Geld verloren, jedoch von den Krögers auch eine große Summe geerbt. Unterm Strich besitzen sie nun knapp 750.000 Kurantmark. Tony guckt etwas nervös zu Thomas, da sie nicht einschätzen kann, ob das nun viel oder wenig Geld ist. Obwohl es mehr ist, als alle geglaubt haben, ist dieser dennoch enttäuscht. Schon der alte Johann habe zwischenzeitlich 900.000 Kurantmark erreicht. Sie hätten längst die Million überschritten haben müssen, erst recht aufgrund des krögerschen Erbes. Immer wieder sei jedoch der Firma – durch Mitgiften und ähnlichem – Geld entzogen worden. Für einen kurzen Augenblick verspürt Thomas eine Gier nach Sieg und Macht. Er will der ganzen Welt, vor allem der Börse, zeigen, was er kann.

Anschließend diskutieren sie über die größeren und kleineren Positionen des Erbes. Thomas erhält 50.000 Kurantmark Privatvermögen und ebenfalls 50.000 werden für Christian zurückgestellt, sofern sich dieser selbständig machen will. Für Claras spätere Heirat wird eine Mitgift von 80.000 Kurantmark festgelegt. Da Herr Marcus nun Gesellschafter der Firma ist, kommen 120.000 Mark neues Kapital hinzu. Für eine etwaige zweite Heirat Tonys werden etwa 50.000 Kurantmark veranschlagt. Diese nutzt die Gelegenheit, um wiedermal über Grünlich zu klagen. Sie betont, heute nicht mehr so einfältig zu sein und gelernt zu haben, dass im Leben „nicht alles immer mit ehrlichen und gerechten Dingen” zugehe.

3. Kapitel 2

Erwähnte Personen

  1. 17xTony
  2. 17xChristian
  3. 8xKonsul
  4. 7xThomas
  5. 4xKonsulin
  6. 3xLine
  7. 2xFrau Watercloose
  8. 1xJohann Buddenbrook
  9. 1xKlothildas Vater
  10. 1xKlothilda
  11. 1xFamilie Hagenström
  12. 1xFamilie Buddenbrook
  13. 1xClara
  14. 1xMarcellus Stengel

Erwähnte Orte

  1. 3xLondon
  2. 2xValparaiso (Chile)
  3. 2xEsssaal (Haus in der Mengstraße)
  4. 2xLübeck
  5. 1xFriedhof vor dem Burgtor
  6. 1xStadttheater
  7. 1xHaus in der Mengstraße
  8. 1xOperettentheater in London
  9. 1xHamburg
  10. 1xGrab des Konsuls

Zusammenfassung

Anfang Februar 1856 kehrt Christian nach Hamburg zurück. Das Ergebnis seines mehrjährigen Aufenthalts in Chile ist kläglich: Er bringt nicht mehr mit, als einen gelben Anzug, den Schnabel eines Schwertfisches und ein großes Zuckerrohr. Er wirkt zerstreut und verlegen. Am Tag nach seiner Ankunft besucht die Familie das Grab des Konsuls. In einer theatralischen Geste kniet sich Tony vor dem Grab nieder, breitet ihr schwarzes Kleid auf dem Schnee aus und beginnt zu beten, obwohl sie alles andere als religiös ist. Christian macht dieses Verhalten nervös. Er fragt sich, wie Tony das machen kann, ohne dabei Angst vor den Meinungen der anderen Anwesenden zu haben. Am Ende aber steht sie auf und geht, gelassen und voller Würde.

Bereits der Konsul hatte einen Hang zu schwärmerischen und „unbürgerlichen” Gefühlen. Er lebte diese über seine starke Religiosität aus. Thomas und Christian jedoch sind nicht religiös. Ihnen fehlt der Kontext, um derartige Emotionen – gesellschaftlich akzeptiert – auszuleben. So sind sie die ersten Buddenbrooks, die Angst vor ihren eigenen Gefühlen haben. Thomas etwa hat der Tod des Konsuls schwer getroffen. Tonys Wehklagen und Tränen in aller Öffentlichkeit empfindet er jedoch als peinlich und gibt sich lieber gefasst. Das wirkt zwar souverän, die Emotionen belasten ihn dadurch aber permanent. Christian wiederum scheint jegliche Gefühle zu fürchten. Er kann mit dem Verhalten seiner Schwester schlechter umgehen als Thomas und wendet sich in der Regel ab, wenn diese beginnt zu weinen. Mitunter wird Christians Verhalten kurios: Er hat zwar noch keine einzige Träne über den Tod seines Vaters vergossen, nimmt sich aber dennoch viel Zeit, um alle Details von Tony und Line (der Bediensteten) über die Geschehnisse jenes Nachmittags zu erfahren, an dem der Konsul gestorben ist. Voller Grauen spielt er gar dessen letzte Momente nach.

Während seines langen Aufenthalts in London und Chile hat sich Christians Aussehen merklich verschlechtert. Er wirkt bleich und dürr. Sein Haar ist zurückgegangen und seine Beine sind gekrümmt. Dafür sind seine Fingernägel gepflegt. Seine Kleidung ist im englischen Stil. Seine Hypochondrie und zwanghaften Gedanken haben weiter zugenommen. Manchmal ahmt er stundenlang Marcellus Stengel (einer seiner alten Lehrer) nach oder parodiert Musiker. Gerne spricht er übers Theater, welches er so sehr liebt, und darüber, wie er es in London und Chile erlebt hat. Dabei verliert er sich vor Begeisterung in allen möglichen Details und redet auch dann noch, wenn die anderen Buddenbrooks vermutlich schon längst genug gehört haben. Genauso wie er ohne Unterbrechung reden oder kunstvoll imitieren kann, kann er sich aber auch urplötzlich in Gedanken verlieren und die Welt um sich herum vergessen. Er blickt dann grüblerisch, schweigsam und unruhig.

Eines Abends reden Tony und Thomas miteinander. Sie finden beide, dass sich Christian manchmal merkwürdig und fremdartig benehme. Thomas glaubt, dass Christian das Gleichgewicht fehle und er viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sei. Es komme vor, dass dieser allerlei Intimes ausplaudere, wie sonst nur Menschen mit starkem Fieber. Er selbst habe einst zu dieser ängstlichen, eitlen und neugierigen Selbstbeobachtung geneigt. Sie führe aber zu nichts und beeinträchtige nur das eigene Gleichgewicht. Als Kreativer könne man sich dies vielleicht leisten, die Buddenbrooks jedoch seien Kaufleute und sollten daher nicht auf sich selbst achten, sondern etwas leisten. Tony stimmt zu und nutzt die Gelegenheit, um sich einmal mehr über die erfolgreicheren Hagenströms auszulassen.

4. Kapitel 3

Erwähnte Personen

  1. 26xChristian
  2. 22xThomas
  3. 8xHerr Marcus
  4. 4xAndreas Gieseke
  5. 4xKonsulin
  6. 3xJohnny Thunderstorm
  7. 2xTony
  8. 2xJohann Buddenbrook
  9. 2xFamilie Buddenbrook
  10. 2xStephan Kistenmaker
  11. 1xHerr Stuht
  12. 1xPolizeisenator Cremer
  13. 1xJustus Kröger
  14. 1xKlothilda
  15. 1xHerr Kistenmaker
  16. 1xClara
  17. 1xKonsul Huneus
  18. 1xErika
  19. 1xIda
  20. 1xFrau Stuht
  21. 1xKonsul
  22. 1xPeter Döhlmann
  23. 1xMarcellus Stengel

Erwähnte Orte

  1. 3xValparaiso (Chile)
  2. 2xKlub
  3. 1xErster Stock eines Weinrestaurants
  4. 1xSt. Pauli
  5. 1xGlockengießerstraße
  6. 1xKontor in Valparaiso
  7. 1xSan Francisco
  8. 1xHaus in der Mengstraße
  9. 1xWhitechapel
  10. 1xSüddeutschland
  11. 1xHof des Kontors
  12. 1xChiles Urwald
  13. 1xLübeck
  14. 1xWaschküche des Kontors

Zusammenfassung

Einige Tage lang beobachtet Thomas das Verhalten von Christian. Dann schließlich bietet er ihm an, die ehemalige Stelle von Herrn Marcus zu übernehmen, betont aber, dass er sich diszipliniert verhalten müsse. Christian willigt ein und beginnt mit der Arbeit neun Tage nach seiner Ankunft in Lübeck.

Seit dem Tod des Konsuls hat sich die Art, mit der die Firma Buddenbrook Geschäfte macht, verändert. Thomas ist risikofreudiger und nimmt für seine Geschäfte auch Kredite auf. Zurückgehalten wird er dabei vom konservativen, ordnungsverliebten Herrn Marcus. Die anderen Geschäftsleute der Stadt sind der Meinung, dass sich die beiden gut ergänzen.

Thomas verkehrt locker und gekonnt mit seinen Angestellten, während sich Herr Marcus damit schwer tut. Auch ganz allgemein findet Thomas, dass ein Geschäftsmann seine Persönlichkeit einsetzen müsse und kein Bürokrat sein dürfe. Ihm macht der Umgang mit anderen Menschen Spaß. Den ganzen Tag am Schreibtisch verbringen könnte er nicht. In diesem Punkt hat er Johann als Vorbild, der viel Geld verdient hat, indem er Kontakte in Süddeutschland knüpfte.

Christians Beginn der Arbeit im Kontor lässt bereits nichts gutes ahnen: Er macht sich zwar morgens früh auf den Weg, beginnt den Tag dann allerdings erstmal mit Zeitung lesen, rauchen und Kognak trinken. Danach schreibt er Briefe an die englischen Geschäftspartner, in denen die Wortwahl aber offenbar mehr derb als förmlich ist. Beim Abendessen äußert er sich zufrieden über den Job als Kaufmann. Seine Beschreibung des typischen Tagesablaufs umfasst vor allem das Trinken, Ausruhen, Rauchen und Essen. Irgendwann dazwischen arbeite man noch ein wenig. Am Abend fühle man sich dann erschöpft und zufrieden. Später erzählt Christian noch eine Geschichte aus Chile, die von Mord- und Totschlag handelt. Die anderen hören gebannt bis erschrocken zu. Thomas wirkt neidisch auf die vielen Erlebnisse seines Bruders und wirft spöttische Bemerkungen ein. Vielleicht mag er aber auch einfach nicht das Lob der Unordnung, das in den Geschichten stets mitschwingt. Christian ist – wie so oft – zu sehr auf sich selbst fixiert als dass er Thomas Verhalten bemerken würde.

Das Verhältnis der beiden Brüder verschlechtert sich zusehends. Thomas stört es, dass Christian offenbar keinen Wert legt auf Eigenschaften wie Überlegenheit, Tüchtigkeit, Respektabilität oder Ernst. Auch im Job macht sich dieses Fehlen von Eifer bemerkbar. Nach nicht einmal zwei Wochen lässt Christians Arbeitsmoral schon arg zu wünschen übrig. Er kommt spät zur Arbeit und verbringt noch mehr Zeit mit Zeitung lesen und trinken. Manchmal kommt er gar nicht mehr von der Mittagspause zurück, an anderen Tagen erst verspätet.

Gerne besucht Christian den Klub, der ein Tummelplatz für die Suitiers (Lebemänner) der Stadt ist und imitiert dort Musiker oder Sänger. Häufig erzählt er auch alle möglichen Geschichten von seinen Reisen und Abenteuern. Wenngleich diese keine komische Pointe haben, schafft er es dennoch regelmäßig, die anderen zum Lachen zu bringen. Einzig er selbst wirkt dann merkwürdig ernst und unruhig. Zu Hause berichtet er sehr gerne von seiner Arbeit im Kontor in Chile. Diese Arbeit bestand allerdings in erster Linie daraus, eben nicht zu arbeiten. Thomas machen diese Geschichten daher eher wütend.

Die Konsulin bemerkt, dass sich zwischen den Brüdern Spannungen aufbauen. Anstatt einzugreifen, zieht sie es allerdings vor, die ganze Sache unter den Teppich zu kehren und einfach nicht darüber zu sprechen.

5. Kapitel 4

Erwähnte Personen

  1. 9xThomas
  2. 9xGotthold
  3. 5xTony
  4. 5xFrau Stüwing
  5. 3xPfiffi
  6. 2xKlothilda
  7. 2xKonsulin
  8. 2xFrederiecke
  9. 2xJakob Kröger
  10. 2xChristian
  11. 2xHenriette
  12. 1xCäsar
  13. 1xJohann Buddenbrook
  14. 1xJustus Kröger
  15. 1xAntoinette
  16. 1xFamilie Buddenbrook
  17. 1xClara
  18. 1xGrünlich
  19. 1xErika
  20. 1xFräulein Weichbrodt
  21. 1xNelly
  22. 1xJosephine
  23. 1xKonsul

Erwähnte Orte

  1. 2xHaus in der Mengstraße
  2. 1xAmsterdam
  3. 1xRathaus
  4. 1xBreite Straße
  5. 1xSchlafzimmer von Gotthold

Zusammenfassung

Im Mai 1856 bekommt Gotthold mitten in der Nacht Herzkrämpfe und stirbt.

In den Jahren vor seinem Tod empfand er keinen Groll mehr gegenüber seinen Geschwistern, die mehr vom Wohlstand der Buddenbrooks gehabt haben. Für seine Frau und Töchter gilt dies allerdings nicht. Die Kindertage, die jeden Donnerstag stattfinden und an denen die Buddenbrooks zusammenkommen, werden vor allem von den drei Kindern (Pfiffi, Henriette, Frederiecke) genutzt, um so ziemlich jeden aus der Familie zu verspotten. Tony wird an Grünlich erinnert und daran, dass Erika diesem ähnelt, Justus an seinen chaotischen Sohn Jakob und die Konsulin an ihre gefärbten Haare. Auch die arme Klothilda verspotten sie gerne. An Thomas finden sie allerdings keinen Angriffspunkt und Christian ist ihnen zu lächerlich, um über diesen zu lästern.

Nichtsdestotrotz macht sich Thomas noch in der Nacht von Gottholds Tod auf den Weg zu dessen Familie. Am Totenbett angekommen denkt er über Gottholds Leben nach. Viel mehr positives als dass dieser mit der Heirat Stüwings Mut beweisen habe, fällt ihm allerdings nicht ein. Stattdessen glaubt er, dass Gotthold zu wenig Ehrgeiz, Kreativität und Idealismus besessen habe, um Erfolg zu haben. Auch im Rahmen von dessen bescheidenen Möglichkeiten, hätte dieser dennoch Größe beweisen können. Mit einem siegessicheren Lächeln blickt Thomas aus dem Fenster, in Richtung Rathaus, wo er hin will.

Mit dem Tod Gottholds geht dessen Titel (Konsul der Niederlande) an Thomas über. Tony ist begeistert davon. Im Juni bricht er zu einer längeren Geschäftsreise nach Amsterdam auf.

6. Kapitel 5

Erwähnte Personen

  1. 14xKonsulin
  2. 13xTony
  3. 6xPastor Trieschke
  4. 4xThomas
  5. 4xKonsul
  6. 3xPastor Jonathan
  7. 3xClara
  8. 3xChristian
  9. 2xKlothilda
  10. 2xFamilie Buddenbrook
  11. 2xLea Gerhardt
  12. 2xPaul Gerhardt
  13. 1xZwillinge Gerhardt
  14. 1xFrau Stüwing
  15. 1xFrau Himmelsbürger
  16. 1xAnton
  17. 1xFrau Köppen
  18. 1xFrau Kistenmaker
  19. 1xFike Snut
  20. 1xFrau Möllendorpf
  21. 1xFräulein Weichbrodt
  22. 1xNelly
  23. 1xFrau Langhals
  24. 1xMike Stuht
  25. 1xGrünlich
  26. 1xStine Voß

Erwähnte Orte

  1. 3xEsssaal (Haus in der Mengstraße)
  2. 2xHaus in der Mengstraße
  3. 2xBerlin
  4. 2xLübeck
  5. 1xSyrien
  6. 1xJerusalem
  7. 1xZweiter Stock des Hauses in der Mengstraße
  8. 1xKlub
  9. 1xGartenzimmer
  10. 1xSchlafzimmer der Konsulin
  11. 1xGlockengießerstraße
  12. 1xTrave
  13. 1xSäulenhalle
  14. 1xKleine Gröpelgrube
  15. 1xArabien
  16. 1xEngelswisch
  17. 1xTonys Schlafzimmer
  18. 1xZwischengeschoss des Hauses in der Mengstraße
  19. 1xHeiligen-Geist-Hospital

Zusammenfassung

Nach dem Tod des Konsuls hat die Konsulin dessen fromme Neigungen übernommen. Die Morgen- und Abendandachten im Haus werden von ihr weiter ausgedehnt. Zu diesen kommt Christian häufig gar nicht und selbst Thomas hat sich (sehr dezent) gegen sie geäußert. Für Tony wiederum ist das muntere Singen über Sünde und Vergebung eine einzige Quälerei.

Bei den Andachten hat es die Konsulin aber nicht belassen, sondern darüber hinaus auch noch eine Sonntagsschule gegründet. Jedes Wochenende unterrichtet sie nun einige ärmere Kinder in Religion.

Zudem führte sie die Jerusalemsabende ein, zu denen sich knapp 20 ältere Damen (und zusätzlich Clara, Klothilda und Tony) treffen, um zu essen, zu tratschen und Lieder zu singen. Für das gute Gewissen werden Bastelarbeiten angefertigt, später verkauft und der Erlös daraus gespendet. Die meisten der teilnehmenden Damen sind religiös und alt. Eine ist gar die Letzte, die von ihrer Familie noch übrig geblieben ist. Ebenfalls nehmen die Zwillinge Gerhardt teil. Die beiden alten Frauen sind eher kuriose Gestalten, die verarmt leben, gute Taten vollbringen und esoterisch-religiös sind. Unter anderem glauben sie an Gedankenübertragung, „innere Lichter” und den Himmel. Lea Gerhardt, eine der beiden Zwillinge, ist zwar fast taub, liest aber dennoch bei den Abenden häufig aus der Bibel vor. Tony denkt sich so manches sarkastische Kommentar dazu – und hat Angst, selbst eines Tages so zu enden.

Abseits der Abende fühlt sich Tony unglücklich, gelangweilt und genervt von den vielen Pastoren und Missionaren im Haus. Diese hasst sie bitterlich, da sie glaubt, dass die Geistlichen längst nicht so heilig sind wie sie vorgeben und tatsächlich nur versuchen, die Familie auszunehmen. Thomas schweigt zu der ganzen Sache und Christian macht sich über die Herren lieber im Klub lustig. Immer wieder gerät Tony mit den Besuchern aneinander. So zum Beispiel mit Pastor Jonathan, der ihre Locken als nicht demütig genug kritisiert, oder mit Pastor Trieschke, der sich in sie verliebt (trotz Familie in Berlin). Dessen Liebesbrief liest Tony natürlich sogleich der Mutter vor und urteilt, dass die Männer doch alle gleich seien.

7. Kapitel 6

Erwähnte Personen

  1. 11xClara
  2. 9xKonsulin
  3. 8xSievert Tiburtius
  4. 3xTony
  5. 3xKlothilda
  6. 3xThomas
  7. 2xChristian
  8. 1xKlothildas Vater
  9. 1xPastor Trieschke
  10. 1xPastor Jonathan
  11. 1xSievert Tiburtius Vater
  12. 1xErika
  13. 1xSievert Tiburtius Mutter
  14. 1xIda
  15. 1xKonsul

Erwähnte Orte

  1. 4xRiga
  2. 1xMitteldeutschland
  3. 1xDom
  4. 1xMarienkirche
  5. 1xNutzgarten
  6. 1xTrave
  7. 1xSchiffergesellschaft
  8. 1xHaus in der Mengstraße
  9. 1xFremdenzimmer im Haus in der Mengstraße
  10. 1xRathaus
  11. 1xLandschaftszimmer
  12. 1xVor dem Burgtor
  13. 1xLübeck

Zusammenfassung

Für einige Tage übernachtet Pastor Tiburtius Sievert bei den Buddenbrooks. Er war in Mitteldeutschland tätig und reist nun zurück nach Riga, wo er eine Predigerstelle bekommen hat. Er ist klein, schmal, hat einen langen, blonden Bart, lockiges Haar, große Ohren und zusammengekniffene Augen.

Aus den wenigen Tagen, die er bleiben wollte, werden dann aber auf einmal zehn. Viel Zeit verbringt er mit Clara, vertieft in geistliche und weltliche Gespräche. Mehrmals äußert er sich vor der Konsulin schwärmerisch über ihre Tochter. Das kommt dieser durchaus entgegen, denn Tiburtius stammt (seiner Aussage nach) aus einer wohlhabenden Familie, wird einiges erben und seine Stelle in Riga wird ebenfalls gut bezahlt.

Clara ist inzwischen 19 Jahre alt. Von der eher kindlichen und unterwürfigen Art Tonys in diesem Alter hat sie aber nichts: Vielmehr ist sie streng, herrisch und bestimmend. Wenn sie etwas sagt, dann klingt es stets wie ein Befehl. An manchen Tagen leidet sie unter Kopfschmerzen. Die Konsulin hatte schon befürchtet, niemanden zu finden, der Clara freiwillig ehelicht. Entsprechend erfreut ist sie über Tibertius' Interesse.

Bei einem Spaziergang verabreden Clara und Tiburtius ihre Heirat. Auch die Konsulin stimmt der Ehe zu, will aber zunächst der Form halber noch Thomas per Brief Bescheid geben. Der Pastor solle beruhigt nach Riga zurückreisen und würde bald wieder von ihnen hören.

8. Kapitel 7

Erwähnte Personen

  1. 14xGerda
  2. 5xVater von Gerda
  3. 5xKonsulin
  4. 5xClara
  5. 3xTony
  6. 3xFamilie Arnoldsen
  7. 3xThomas
  8. 2xSievert Tiburtius
  9. 2xSchwester von Gerda
  10. 1xHerr Van Svindren
  11. 1xFamilie Van Henkdom
  12. 1xHermann Hagenström
  13. 1xJustus Kröger
  14. 1xHerr van der Kellen
  15. 1xVater von Sievert Tiburtius
  16. 1xFamilie Buddenbrook
  17. 1xSchwager von Gerda
  18. 1xFräulein Weichbrodt
  19. 1xFamilie Moelen
  20. 1xKonsul
  21. 1xStephan Kistenmaker
  22. 1xPeter Döhlmann

Erwähnte Orte

  1. 2xAmsterdam
  2. 2xHotel "Het Haasje" in Amsterdam
  3. 1xHaus in der Mengstraße
  4. 1xOstsee
  5. 1xAmstel
  6. 1xSalon
  7. 1xBörse (Amsterdam)
  8. 1xAm Mühlenbrink
  9. 1xStadtzentrum (Amsterdam)
  10. 1xRiga
  11. 1xLübeck
  12. 1xPrivatkontor von Herrn Arnoldsen

Zusammenfassung

Es ist der 20. Juli 1856 und Thomas antwortet per Brief auf die Nachricht der Verlobung Claras. Er stimmt dieser zu und glaubt, dass ein Geistlicher für seine Schwester sehr passend sei. Im August, wenn die Heirat stattfinden soll, werde es aber viel Trubel zu Hause geben, denn auch er habe sich verlobt – und zwar mit Gerda Arnoldsen, einer alten Freundin von Tony aus der Zeit von Fräulein Weichbrodts Pension. Schon damals habe sie großen Eindruck auf ihn gemacht. Heute sei sie sogar noch schöner und geistreicher. Bei einer Abendgesellschaft habe er sie zufällig wiedergetroffen. Über das Thema Musik, was sie am meisten interessiert, konnte er mit ihr zwar nicht reden, da die Buddenbrooks unmusikalisch sind, dafür aber über Malerei und Literatur. Nach dem Essen habe er noch ihrem Violinenspiel gelauscht und sei davon zu Tränen gerührt gewesen. Bereits nach dem dritten Treffen habe er um ihre Hand angehalten. Ihr Vater habe zugestimmt und ein paar Tage später auch sie selbst.

Bereits übermorgen will Thomas wieder nach Lübeck aufbrechen und im August sollen dann die Arnoldsens folgen. Bei der Gelegenheit erwähnt er auch, dass er wohl nie eine Frau aus dem Dunstkreis rund um die Familien Möllendorpf, Langhals, Kistenmaker oder Hagenström geheiratet hätte. Ohnehin sei Gerda eine gute Partie, denn ihr Vater sei reich und die Mitgift entsprechend hoch. Er befürchtet fast, zum großen Teil auf gerade dieses Geld geschielt zu haben.

9. Kapitel 8

Erwähnte Personen

  1. 28xGerda
  2. 22xThomas
  3. 10xTony
  4. 10xSievert Tiburtius
  5. 7xFamilie Buddenbrook
  6. 6xClara
  7. 5xChristian
  8. 4xKonsulin
  9. 4xGrünlich
  10. 3xMorten Schwarzkopf
  11. 3xJustus Kröger
  12. 3xFamilie Arnoldsen
  13. 2xKlothilda
  14. 2xFrau Schwarzkopf
  15. 2xVater von Gerda
  16. 2xHinrich Schwarzkopf
  17. 2xJohann Buddenbrook
  18. 2xKonsul
  19. 1xEva Ewers
  20. 1xFrau Stüwing
  21. 1xDoktor Grabow
  22. 1xAndreas Gieseke
  23. 1xMaklers Gosch
  24. 1xFrederiecke
  25. 1xSchwager von Gerda
  26. 1xSchwester von Gerda
  27. 1xFräulein Weichbrodt
  28. 1xMeta Schwarzkopf
  29. 1xOrtsvorsteher von Haffkrug
  30. 1xHeinrich Heine
  31. 1xHenriette
  32. 1xMarcellus Stengel
  33. 1xGewandschneider zu Rostock
  34. 1xTuchhändler Benthien
  35. 1xFamilie Hagenström
  36. 1xMakler Gosch
  37. 1xTapezierer Jacobs
  38. 1xJakob Kröger
  39. 1xNapoleon III.
  40. 1xErika
  41. 1xFrau von Justus Kröger
  42. 1xKaufmann Sörensen
  43. 1xFamilie Schwarzkopf
  44. 1xArmgard von Schilling
  45. 1xPeter Döhlmann
  46. 1xPfiffi

Erwähnte Orte

  1. 6xHaus in der Mengstraße
  2. 4xLandschaftszimmer
  3. 4xLübeck
  4. 3xKlub
  5. 2xTravemünde
  6. 2xBörse (Lübeck)
  7. 2xSäulenhalle
  8. 2xSchiffergesellschaft
  9. 2xHamburg
  10. 2xBreite Straße
  11. 1xRussland
  12. 1xNiederlande
  13. 1xBillardsaal
  14. 1xStadttheater
  15. 1xVeranda (Haus der Schwarzkopfs)
  16. 1xBreslau
  17. 1xKursaal
  18. 1xFlorenz
  19. 1xDresden
  20. 1xMortens Praxis (Breslau)
  21. 1xMünchen
  22. 1xHolland
  23. 1xRückgebäude
  24. 1xAmerika
  25. 1xAmsterdam
  26. 1xRostock
  27. 1xFischstraße
  28. 1xHaus in der Breiten Straße
  29. 1xMecklenburg
  30. 1xVorderreihe
  31. 1xOberitalien
  32. 1xStrand

Zusammenfassung

Gegen Ende Juli kehrt Thomas aus Amsterdam nach Lübeck zurück, während die Familie noch in Travemünde Urlaub macht. Dort klagt Christian erstmalig über eine merkwürdige Qual im linken Bein, für die Grabow allerdings keine Ursache finden kann. Tony und Thomas nutzen die Gelegenheit, um die Schwarzkopfs zu besuchen. Morten und Meta treffen sie allerdings nicht. Ersterer ist inzwischen Arzt geworden und nach Breslau gezogen, wo er eine erfolgreiche Praxis leitet.

Anfang August kehren alle nach Lübeck zurück. Bald darauf kommen auch die Arnoldsens, sowie Tiburtius. Thomas stellt seiner Mutter Gerda vor, die strahlende Zähne hat und von einer edlen, eleganten und fesselnden Schönheit ist. Doch wirkt sie gleichzeitig auch fremdartig und hochmütig. Durch die vielen Gäste geht es ungewöhnlich heiter und lebhaft zu im Haus der Buddenbrooks, das sonst die meiste Zeit über größtenteils leer steht.

Tony platzt fast vor Freude über Gerda – vor allem über die große Mitgift, die sie, Gerüchten zufolge, mitbringen soll. Sie empfindet dies als einen Sieg über die Hagenströms. Sie liebt Gerda geradezu, ist gleichzeitig aber auch davon überzeugt, dass diese sie immer gehasst habe, was Gerda ihr auch nicht ausreden kann. Stundenlang tratscht sie mit ihr und erzählt dabei auch einmal mehr ihre Geschichte mit Grünlich. Ganz begeistert ist sie von Gerdas musikalischen Künsten und hätte gerne ebenfalls deren Talent. Um Tiburtius und Clara indes schert sich Tony nicht. Die beiden wollen die Aufmerksamkeit auch nicht und sind zufrieden mit sich selbst.

Die Nachricht von der Verlobung Gerdas und Thomas' macht schnell die Runde in der Stadt. Ausgerechnet die Suitiers, denen gegenüber Thomas sonst so abgeneigt ist, sind von ihr begeistert. Auch Makler Gosch findet sie faszinierend. Er liebt das Ungewöhnliche und singt geradezu Loblieder auf sie. Die solideren Familien finden sie sonderbar, fremdartig. Bei der Gelegenheit bemerken die Leute, dass auch Thomas etwas ungewöhnlich ist. Er kleide sich äußerst modisch, geradezu superfein, parfümiere sich wie Napoleon III. und zitiere aus Gedichten. Gerdas Mitgift sei freilich ein guter Grund für die Heirat. Dennoch, einige der Frauen der Stadt haben bereits ihr Urteil gefällt: Sie sei schlicht „albern”.

Bald darauf werden die Termine für die Trauungen festgelegt: Clara und Tiburtius nach Weihnachten, Thomas und Gerda erst Anfang des nächsten Jahres. Thomas hat bereits ein passendes Haus in der Breiten Straße erworben. Während er und Gerda zwei Monate lang durch Italien reisen soll Tony die Wohnung einrichten.

Nervös hört Christian den fröhlichen Gesprächen der Verlobten zu. Wieder beginnt sein Bein zu schmerzen. Er scheint keine großen Hoffnungen zu haben, jemals zu heiraten und sieht seinen gesellschaftlichen Abstieg kommen. Dabei fängt er wieder an, Marcellus Stengel zu imitieren.

10. Kapitel 9

Erwähnte Personen

  1. 18xThomas
  2. 16xTony
  3. 12xGerda
  4. 5xErika
  5. 4xKonsulin
  6. 2xEva Ewers
  7. 2xGrünlich
  8. 1xZwillinge Gerhardt
  9. 1xHerr Marcus
  10. 1xFrau Stüwing
  11. 1xFrau Himmelsbürger
  12. 1xMann von Eva Ewers
  13. 1xTapezierer Jacobs
  14. 1xFrederiecke
  15. 1xClara
  16. 1xChristian
  17. 1xDienstmädchen von Gerda und Thomas
  18. 1xLea Gerhardt
  19. 1xFräulein Weichbrodt
  20. 1xJulchen
  21. 1xHenriette
  22. 1xPfiffi

Erwähnte Orte

  1. 4xHaus in der Mengstraße
  2. 3xHaus in der Breiten Straße
  3. 3xLübeck
  4. 2xSpeisezimmer (Haus in der Breiten Straße)
  5. 2xErker (Haus in der Breiten Straße)
  6. 2xBreite Straße
  7. 1xBadezimmer (Haus in der Breiten Straße)
  8. 1xSalon (Haus in der Breiten Straße)
  9. 1xKüche (Haus in der Breiten Straße)
  10. 1xSchlafzimmer (Haus in der Breiten Straße)
  11. 1xLiverpool
  12. 1xWohnzimmer (Haus in der Breiten Straße)
  13. 1xWendeltreppe (Haus in der Breiten Straße)
  14. 1xItalien
  15. 1xSpeisekammer (Haus in der Breiten Straße)
  16. 1xMünchen
  17. 1xMädchenkammern (Haus in der Breiten Straße)
  18. 1xHausflur (Haus in der Breiten Straße)
  19. 1xSaal (Haus in der Breiten Straße)

Zusammenfassung

Es ist März 1857. Thomas und Gerda kommen aus Italien zurück. Am Haus in der Breiten Straße werden sie bereits von Tony und den Bediensteten erwartet. Erstere empfängt die beiden begeistert. Während das Ehepaar in Italien war, hat Tony für die Einrichtung des Hauses gesorgt. Voller Vergnügen macht sie eine Führung durch alle wichtigen Zimmer, die schließlich im Schlafgemach endet.

Gerda findet die Einrichtung gelungen. Allerdings hat sie Kopfschmerzen und will sich noch etwas ausruhen. So redet Thomas alleine mit seiner Schwester im Esszimmer. Tony erzählt davon, dass sie sich zu Hause langweile. Sie habe das Gefühl, ihr Leben schon hinter sich zu haben. Mit 30 Jahren sei sie allerdings dann doch noch zu jung, um sich mit den alten Witwen verbunden zu fühlen, die zu den Jerusalemsabenden der Konsulin kommen. Sie leide unter der Einsamkeit, trotz Erika. Sie liebe zwar das Kind, nur leider erinnere es sie auch immer an Herrn Grünlich. Sie habe das Gefühl, eine alte Frau zu sein, die früher einmal mitten im Leben gestanden hätte. Ihre schier unauslöschliche Würde ist angekratzt. Sie spüre ihren schweren Stand in der Gesellschaft Lübecks, vor allem vor Julchen Hagenström, ihrer ewigen Konkurrentin. Dennoch habe sie Hoffnung, eines Tages wieder zu heiraten. Auch Thomas ist zuversichtlich. Tony erzählt davon, dass ihre alte Freundin Eva Ewers sie nach München eingeladen habe. Bald wolle sie zu dieser reisen.

Nun kommt Thomas zu Wort. Er habe eine Zeit lang befürchtet, nie die passende Frau zu finden, da er eher wählerisch sei. Um Karriere zu machen, müsse man aber eine Familie gründen, sonst würde man kritisch beäugt werden. Gerda habe ihm sofort zugesagt. Sie sei zwar zuweilen kalt und rätselhaft, aber auch entzückend und schön. Eine wahre Künstlernatur.

11. Zitate aus Teil 5

SeiteTypTextstelleErläuterung / Notiz
S.250mZitat[Tony hatte zur Testamentseröffnung] die Fenstervorhänge geschlossen und trotz der beiden Paraffinlampen, die auf dem ausgezogenen, grüngedeckten Speisetisch brannten, zum Überfluß sämtliche Kerzen auf den großen vergoldeten Kandelabern entzündet. Außerdem hatte sie auf der Tafel eine Menge Schreibpapiers und gespitzter Bleistifte verteilt, von denen niemand wußte, wozu sie eigentlich gebraucht werden sollten.
Die Szene erinnert stark und das Gespräch zwischen dem Konsul, Grünlich und Herrn Kesselmeyer bei dem Grünlichs Bankrott besprochen wurde. Auch dort war der Tisch grün gedeckt, der Raum dunkel und Bleistifte, sowie Zettel verteilt. Das birgt eine gewisse Ironie in sich, da Tony damit unterschwellig das damalige Gespräch mit dieser Testamentseröffnung (und damit dem Tod) gleichsetzt. Für sie ist das allerdings nicht unlogisch, sieht sie den Bankrott doch als etwas schlimmeres an als den Tod. Auf einer anderen Ebene könnte man auch vermuten, dass Tony sich wahrscheinlich dem Konsul nie so nahe gefühlt hat wie an dem besagten Tag und sie daher nun Eindrücke dieses Tages auf den der Testamentseröffnung überträgt.
S.252uNotiz... ach, ich bin auch beständig in Angst, daß ihm dort drüben das Klima ein Übel tut ...« ...
Die Angst der Konsulin ist hier insofern irrational, als dass das Klima wohl Christians geringstes Problem sein dürfte. Er hat eher mit sich selbst zu kämpfen.
S.253mZitatDiese Hände, deren schön gepflegte ovale Fingernägel dazu neigten, eine bläuliche Färbung zu zeigen, konnten in gewissen Augenblicken, in gewissen, ein wenig krampfhaften und unbewußten Stellungen einen unbeschreiblichen Ausdruck von abweisender Empfindsamkeit und einer beinahe ängstlichen Zurückhaltung annehmen, einen Ausdruck, der den ziemlich breiten und bürgerlichen, wenn auch fein gegliederten Händen der Buddenbrooks bis dahin fremd gewesen war und wenig zu ihnen paßte ... Toms erste Sorge war, die Flügeltür zum Landschaftszimmer zu öffnen, um die Wärme des Ofens, der dort hinter dem schmiedeeisernen Gitter brannte, dem Saale zugute kommen zu lassen.
Thomas Hände strahlen hier unterdrückte Empfindungen aus, die seinem Leben als Kaufmann zuwider laufen. Zu beachten ist der Kontrast zwischen den unterdrückten Emotionen und der langsam einsetzenden, aufwändigen Körperpflege. Sein Versuch, mehr Wärme in den Saal zu lassen dürfte metaphorische Bedeutung haben, im Sinne von mehr emotionaler Wärme in der kalten Geschäftswelt.
S.253mNotiz... Toms erste Sorge war, die Flügeltür zum Landschaftszimmer zu öffnen, um die Wärme des Ofens, der dort hinter dem schmiedeeisernen Gitter brannte, dem Saale zugute kommen zu lassen. ...
Man erinnere sich hier auch etwa daran, dass es in Annas Blumenladen schön warm war.
S.254o-mNotiz... Mein seliger Mann hat in seinen letztwilligen Verfügungen den Wunsch ausgesprochen, Sie möchten nach seinem Heimgang Ihre treue, bewährte Kraft nicht länger als fremder Mitarbeiter, sondern als Teilhaber in den Dienst der Firma stellen ...« ...
Man erinnere sich hier an den ersten Teil des Buches, in dem die Familie Ratenkamp erwähnt wurde. Auch diese machte jemanden zum Teilhaber, der kaum Kapital mitgebracht hat. Der Konsul spekulierte damals, dass Herr Ratenkamp dies nicht zuletzt getan hat, um einen Teil der Verantwortung abzuwälzen. Auch Thomas ist heute froh darüber, dass Herr Marcus ihm einen Teil der Verantwortung abnimmt.
S.262u - S.263oZitatPlötzlich sagte er [Christian]: »Sonderbar ... manchmal kann ich nicht schlucken! Nein, da ist nichts zu lachen; ich finde es furchtbar ernst. Mir fällt ein, daß ich vielleicht nicht schlucken kann, und dann kann ich es wirklich nicht. Der Bissen sitzt schon ganz hinten, aber dies hier, der Hals, die Muskeln ... es versagt ganz einfach ... Es gehorcht dem Willen nicht, wißt ihr. Ja, die Sache ist: ich wage nicht einmal, es ordentlich zu wollen.«
Christian ist ein Spielball seiner eigenen Emotionen, die er kaum unter Kontrolle hat. Es mangelt ihm an Disziplin. Dass ihm hier der Wille fehlt kann vermutlich verallgemeinert werden. Entsprechend kann man sich fragen, ob er in seinem Leben überhaupt irgendwelche Ziele hat, denn ohne die wird es schwer, zu irgendwas den nötigen Willen aufzubringen.
S.264mZitat[Thomas:] Ach, die Sache ist ganz einfach die, daß Christian sich zu viel mit sich selbst beschäftigt, mit den Vorgängen in seinem eignen Inneren. Manchmal ergreift ihn eine wahre Manie, die kleinsten und tiefsten dieser Vorgänge ans Licht zu ziehen und auszusprechen ...
Genau diese zwanghafte Selbstbeobachtung ist es, die bei Christian die Hypochondrie auslöst.
S.272m-uZitat(...) denn kein Zweifel: Christian Buddenbrook war ein »Suitier« (...)
Christian gilt nun offiziell als Suitier (bzw. Lebemann), was zu großen Teilen das Gegenteil des ehrbaren Kaufmanns ist.
S.272u - S.273oZitatUnd wenn dann ringsumher sich niemand vor Lachen [über Christians Geschichte] zu lassen wußte, so saß er selbst, mit seiner großen, gebogenen Nase, seinem dünnen, zu langen Halse und seinem rötlichblonden, schon spärlichen Haar und ließ, einen unruhigen und unerklärlichen Ernst auf dem Gesichte, eins seiner mageren, nach außen gekrümmten Beine über das andere geschlagen, seine kleinen, runden, tiefliegenden Augen nachdenklich umherschweifen ... Beinahe schien es, als lache man auf seine Kosten, als lache man über ihn ... Aber daran dachte er nicht.
TODO: woran denkt er dann?!
S.273m-uZitat»Warum sagst du eigentlich fortwährend `Du lieber Gott´?« fragte Thomas gereizt. Aber das war es nicht, was ihn ärgerte. Sondern er fühlte, daß Christian diese Geschichte nur deshalb mit soviel Freude erzählte, weil sie ihm eine Gelegenheit bot, mit Spott und Verachtung von der Arbeit zu sprechen. Dann ging ihre Mutter diskret zu etwas anderem über. Es gibt viele häßliche Dinge auf Erden, dachte die Konsulin Buddenbrook, geborene Kröger. Auch Brüder können sich hassen und verachten; das kommt vor, so schauerlich es klingt. Aber man spricht nicht davon. Man vertuscht es. Man braucht nichts davon zu wissen.
Hier deutet sich schon stark der Konflikt zwischen Thomas und Christian an, sowie der Hang von letzterem, gegenüber der Arbeit eine sehr feindliche Einstellung zu haben. Die Konsulin bemerkt diese aufkommende Feindschaft. Anstatt dagegen vorzugehen schweigt sie es aber lieber tot bzw. kehrt die ganze Sache unter den Teppich. (In etwa wie ihre Haare, die sie färbt.)
S.288oNotiz... In der Musik konnte ich ihr nicht Widerpart halten, denn wir bedauernswerten Buddenbrooks wissen allzuwenig davon; ...
Bereits das erste böse Omen für die Beziehung: Ausgerechnet von dem Thema, das Gerda am meisten interessiert, versteht Thomas überhaupt nichts (genauso wie die gesamten Buddenbrooks).
S.288mNotiz... Später, im Salon, trug er mehrere Konzertpiecen vor, und auch Gerda produzierte sich. Sie sah prachtvoll dabei aus, und obgleich ich keine Ahnung vom Violinspiel habe, so weiß ich, daß sie auf ihrem Instrument (einer echten Stradivari) zu singen verstand, daß einem beinahe die Tränen in die Augen traten. ...
Thomas Reaktion auf Gerdas Violinenspiel erinnert an Christian. Diesen kann das bloße Ansehen eines Theaterstücks ebenfalls zu Tränen rühren.
S.289u - S.290oZitatIch verehre Gerda Arnoldsen mit Enthusiasmus, aber ich bin durchaus nicht gesonnen, tief genug in mich selbst hinabzusteigen, um zu ergründen, ob und inwiefern die hohe Mitgift, die man mir gleich bei der ersten Vorstellung in ziemlich zynischer Weise ins Ohr flüsterte, zu diesem Enthusiasmus beigetragen hat. Ich liebe sie, aber es macht mein Glück und meinen Stolz desto größer, daß ich, indem sie mein eigen wird, gleichzeitig unserer Firma einen bedeutenden Kapitalzufluß erobere.
Andeutung, dass für den Heiratswunsch die Mitgift (und damit finanzielle Fragen) entscheidende Bedeutung haben. Gerda und Thomas passen nur bedingt zueinander.
S.291mNotiz... was sie aber nicht hinderte, eine Menge Scheibenhonig zu essen, denn sie sagte: »Das ist reines Naturprodukt; da weiß man doch, was man verschluckt!« ...
Das hatte einst Morten zu ihr gesagt.
S.292m-uNotiz... Niemals, höchstens vielleicht zu Großvaters Zeiten, war es heiterer und geselliger zugegangen in dem großen Hause, das mit Leichtigkeit die Gäste aufnahm. Nur Pastor Tiburtius hatte aus Bescheidenheit sich im Rückgebäude beim Billardsaale ein Zimmer erwählt; die übrigen, Herr Arnoldsen, ein beweglicher, witziger Mann am Ende der Fünfziger mit grauem Spitzbart und einem liebenswürdigen Elan in jeder Bewegung, seine ältere Tochter, eine leidend aussehende Dame, sein Schwiegersohn, ein eleganter Lebemann, der sich von Christian in der Stadt umher und in den Klub führen ließ, und Gerda verteilten sich in den überflüssigen Räumen zu ebener Erde, bei der Säulenhalle, im ersten Stock ... ...
Man beachte hier die Formulierungen über das Haus der Buddenbrooks, welches "mit Leichtigkeit" die Gäste aufnimmt, die sich in den "überflüssigen" Räumen verteilen. Das heißt im Klartext, dass das Haus sehr leer ist, wenn nicht gerade zwei Hochzeiten zur selben Zeit stattfinden. Zu Zeiten von Johann sei es (in der Regel) "heiterer und geselliger" zugegangen. Der Verfall findet nicht nur auf finanzieller Ebene, sondern auch auf sozialer statt.
S.294uNotiz... Und unter den Damen befanden sich manche, die Gerda Arnoldsen ganz einfach »=albern=« fanden; wobei daran zu erinnern ist, daß »albern« einen sehr harten Ausdruck der Verurteilung bedeutete. ...
Das selbe hat Tony auch über Grünlich gesagt.
S.295uNotiz... »Tüchtigkeit und zücht'ge Schöne Sich vor unsrem Blick verband: Venus Anadyomene Und Vulcani fleiß'ge Hand ...« ...
Das Gedicht hat Hoffstede am Anfang des Buches vorgetragen.
S.296uNotiz... nicht jedem wird ja immer eine solche Gabe zuteil! Mir hat der Himmel dergleichen versagt, wißt ihr, obgleich ich ihn in mancher Nacht darum angefleht ... ...
Man beachte hier, dass Tony zwar gerne Gerdas musikalische Fähigkeiten hätte, offenbar aber nichts dafür tun will. Stattdessen bittet sie Gott darum, doch eine solche Gabe vielleicht vom Himmel fallen zu lassen. (Anzeichen für Dekadenz: Sie ist zu faul, um an sich zu arbeiten.)
S.297oNotiz... Du solltest täglich deinem Schöpfer auf den Knien dafür danken, ein solch gottbegnadigtes Geschöpf zu sein ...!« »... Begnadetes«, sagte Gerda und zeigte lachend ihre schönen, weißen, breiten Zähne. ...
Sonst ist es immer Tony, die über die Sprache anderer Leute lästert. Jetzt wird sie von Gerda korrigiert, was deren Überlegenheit symbolisiert. Man beachte auch, dass Tony typischerweise die Aussprache und genaue Wortwahl kritisiert und damit oberflächlicher als Gerda handelt, die einen sachlichen Fehler bemerkt. Zudem ist Tonys lästern abweisend/ausgrenzend, während Gerda freundlich/einladend bleibt.
S.297m-uNotiz... unterdessen aber sollte Antonie, zusammen mit dem Tapezierer Jacobs aus der Fischstraße, das hübsche kleine Haus in der Breiten Straße bereitmachen, das einem nach Hamburg verzogenen Junggesellen gehörte, und dessen Ankauf der Konsul bereits betrieb. ...
Hatte Tony nicht einst zu Gerda gesagt, dass diese Thomas heiraten sollte, damit sie die Wohnung mit exakt diesem Tapezierer vornehm herrichten kann?
S.299oNotiz... »Da ist Efeu vor den Fenstern ...
Efeu ist ein Symbol für ewiges Leben, Treue, Freundschaft, Heiterkeit; siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Efeu
S.300uNotiz... Ich bin immer der Meinung gewesen, daß alle Menschen gleich sind, und daß es keiner Mittlerschaft bedarf zwischen uns und dem lieben Gott. Du kennst auch meine politischen Grundsätze. Ich will, daß der Bürger zum Staate ...« ...
Das sind politische Ideale, wie sie einst Morten vertreten hat.
S.301uNotiz... Ich bin noch jung ... Bin ich nicht noch ziemlich hübsch? ...
Das selbe hat sie bereits nach ihrer Trennung von Grünlich den Konsul gefragt.

12. Glossar zu Teil 5

SeiteTextstelleErläuterung / Übersetzung
S.249o... Ein breiter Trauerflor saß an ...
Langes, schwarzes, textiles Band zum Ausdrücken von Trauer, siehe Flor
S.249m... und zum Plafond emporblickte ...
Zimmerdecke, siehe Plafond
S.250m... großen vergoldeten Kandelabern entzündet. Außerdem ...
Armleuchter, siehe Kandelaber
S.251u... ich mein Mündel nicht sehen? ...
Minderjährige, unter Vormundschaft stehende Person, siehe Mündel
S.252o... sich in Wismar?« »Gut«, ...
Hansestadt an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, siehe Wismar
S.253o... Eindruck völliger Konfusion und Abwesenheit ...
Verwirrung, Unklarheit; siehe Konfusion
S.254u... Formalität. »Kumpanie is Lumperie ...
Gesellschaftsform im Hanseraum, üblicherweise zwischen zwei Kaufleuten, von denen einer das Geld gibt und einer die Arbeit erledigt, siehe Wedderlegginge
S.254u... werden den Schnack ja wohl ...
Redewendung, siehe Schnack
S.254u... ja wohl zuschanden machen!« sagte Konsul ...
hier: widerlegen, vgl. zuschanden
S.254u... sein goldnes Crayon auf der ...
Französisch für Stift, siehe crayon
S.257m... für ein Filou!...« »So«, ...
Gauner, siehe Filou
S.258u... Mischausdruck von Moquerie und Ängstlichkeit ...
Spott, vgl. Gespött
S.264o... gar die Contenance ... Aber ...
Fassung, Haltung; siehe Contenance
S.266m... betreff der Prokura, den Christian ...
Umfangreiche, geschäftliche Vertretungsmacht; siehe Prokura
S.274o... ganz ohne Ranküne aus seiner ...
Feindschaft, Rachsucht; siehe Ranküne
S.274m... und unbestimmten Animosität hegte und ...
Abneigung, Ablehnung; siehe Animosität
S.275o... Strenge und Bigotterie, sie fanden ...
grob: unreflektierte, intolerante, übertriebene Frömmigkeit; siehe Bigotterie
S.275o... war ein Hans Quast, ein lächerlicher ...
Alte, niederdeutsche Bezeichnung für einen albernen Menschen; vgl. Badegast
S.275u... die letzten konvulsivischen Zuckungen des ...
krampfhaft, siehe konvulsivisch
S.284m... Riga als Privatier mit einem ...
Jemand, der reich genug ist, um nicht mehr arbeiten zu müssen; siehe Privatier
S.285m... nach der Vespermahlzeit erging man ...
Zwischenmahlzeit, siehe Vesper
S.287o... bequeme, meinen gravitätischen Konsens zu ...
gemessen, würdevoll; siehe gravitätisch
S.287o... von der Amstel zur Ostsee ...
Fluss in den Niederlanden, siehe Amstel (Fluss)
S.288o... ein wenig ungestüm ausfallen könnte, ...
temperamentvoll, stürmisch; siehe ungestüm
S.288u... kleinen musikalischen Soiree bei Arnoldsens ...
Abendgesellschaft, siehe Abendgesellschaft
S.291m... und sie vesperten in der ...
Nahmen einen Imbiss zu sich, siehe Zwischenmahlzeit
S.294o... Ein bißchen prätentiös, dieser Thomas ...
stolz, hochnäsig; siehe prätentiös
S.296m... ihrer süßen Cantilene in seine ...
französisches, gesungenes Gedicht; Cantilène
S.297m... hat das _prévenir_!« Der ...
Vorrecht, vgl. prevenire
S.299o... dem der Samowar kochte, und ...
Teemaschine und Wasserkocher aus Russland, siehe Samowar
S.299m... mit grüngestreiften Ripsfauteuils und einem ...
Rips ist ein Stoff, Fauteuil ein Lehnsessel; siehe Ripsbindung und Fauteuil
S.299m... Windungen ins Souterrain hinabführten: ins ...
Untergeschoss (bewohnte, halb oder ganz unter der Erde liegende Zimmer), siehe Souterrain
S.303o... schlecht zum Garçon getaugt. Alles ...
Ein noch unverheirateter Mann, siehe garçon
S.303m... aus schneeweißem Pikee, eine aufrechte ...
Baumwollenes Gewebe, siehe Piqué (Gewebeart)

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