Teil 7 (Thema: Buddenbrooks)

Zusammenfassung des siebten Teils von Thomas Manns Werk "Buddenbrooks"

Schnellübersicht
  • Kapitel 1: Im Frühling 1861 kommt Hanno zur Welt, der Sohn von Thomas und Gerda. Fast wäre er bei der Geburt gestorben. Auch danach wirkt er eher ungesund und schwächlich. Bei seiner Taufe guckt er altklug. Bürgermeister Överdieck ist einer der Taufpaten, was für Thomas ein gesellschaftlicher Sieg ist.
  • Kapitel 2: Christian bittet Thomas um mehr Geld, da er erneut Schulden angehäuft hat. Zudem erzählt er davon, mit Aline Puvogel ein uneheliches Kind bekommen zu haben. Er wolle nun die Geschäfte in Hamburg auflösen und wieder nach London gehen. Thomas akzeptiert fatalistisch.
  • Kapitel 3: Ein Posten im Senat wird frei. Thomas wäre nicht abgeneigt, diesen zu übernehmen. Sein Hauptkonkurrent ist Hermann Hagenström, der sehr reich, gut vernetzt und progressiv ist. Für Thomas sprechen in erster Linie die Verdienste seiner Vorfahren.
  • Kapitel 4: Die Wahl zum Senator findet statt. Nach einem knappen Rennen gewinnt Thomas.
  • Kapitel 5: Die hohen Anforderungen, die mit dem Senatsposten verbunden sind, erzeugen Stress bei Thomas. Doktor Grabow rät ihm zu mehr Ruhe, doch Thomas kann nicht abschalten, will immer nur höher hinaus. Er kompensiert den Stress mit immer extravaganterer Bekleidung und schließlich mit dem Bau eines neuen, luxuriösen und teuren Hauses (in der Fischergrube), in direkter Nähe zu Annas Blumenladen. Unterdessen äußert Christian den Wunsch, Aline Puvogel zu heiraten, was aber abgelehnt wird. Hanno entwickelt sich eher langsam, wirkt ängstlich und eher wie ein Mädchen. Immer wieder wird er krank.
  • Kapitel 6: Thomas ist ins neue Haus eingezogen. Wirkliche Freude bereitet es ihm nicht. Er glaubt, sein Abstieg habe angefangen, Misserfolg reihe sich nun an Misserfolg. Zeitgleich wurde Christian in Hamburg ins Krankenhaus eingeliefert, während Clara in Riga gegen eine Gehirntuberkulose ankämpft.
  • Kapitel 7: Clara ist gestorben. Auf ihren letzten Wunsch hin, hat die Konsulin ihren späteren Erbanteil Sievert Tiburtius zugesprochen. Thomas wird darüber erst später informiert. Er fühlt sich entsprechend übergangen und reagiert fassungslos. Wieder hat er den Eindruck, dass der Erfolg ihn verlässt.
  • Kapitel 8: Nacheinander brechen der Deutsch-Dänische Krieg und dann der Deutsche Krieg aus. Beide Male steht Lübeck auf der Seite der Gewinner. Dennoch schaffen es die Buddenbrooks, wieder Geld zu verlieren.

1. Hinweise

  • Alle Quellenangaben beziehen sich standardmäßig auf die Ausgabe Fischer, 62. Auflage (2012), ISBN 978-3-596-29431-2.
  • Die Häufigkeitsangaben bei Personen und Orten sind Richtwerte. Wörter wie „er”, „ihre”, „seine” und ähnliche wurden nicht mitgezählt.

2. Kapitel 1

Erwähnte Personen

  1. 26xThomas
  2. 16xHanno
  3. 12xGrobleben
  4. 12xGerda
  5. 10xTony
  6. 9xHerr Överdieck
  7. 8xKonsulin
  8. 8xAndreas Pringsheim
  9. 5xFamilie Buddenbrook
  10. 5xFrau Decho
  11. 5xJustus Kröger
  12. 4xFrau von Justus Kröger
  13. 3xFräulein Weichbrodt
  14. 3xJakob Kröger
  15. 3xIda
  16. 2xFrau Stüwing
  17. 2xDoktor Grabow
  18. 2xDoktor Kaspar Överdieck
  19. 2xFamilie Överdieck
  20. 2xFriederike
  21. 2xHenriette
  22. 2xSievert Tiburtius
  23. 2xClara
  24. 2xErika
  25. 2xPfiffi
  26. 1xHerr Marcus
  27. 1xJürgen Kröger
  28. 1xHolzhändler Överdieck
  29. 1xKlothilda
  30. 1xAnton
  31. 1xFamilie Kistenmaker
  32. 1xStephan Kistenmaker
  33. 1xFolgmädchen
  34. 1xGrünlich
  35. 1xChristian
  36. 1xPastor Kölling
  37. 1xFamilie Kröger
  38. 1xTonys zweites Kind
  39. 1xFrau von Holzhändler Överdieck
  40. 1xFamilie Möllendorpf

Erwähnte Orte

  1. 3xHaus in der Breiten Straße
  2. 3xSaal (Haus in der Breiten Straße)
  3. 2xSalon (Haus in der Breiten Straße)
  4. 2xWohnzimmer (Haus in der Breiten Straße)
  5. 1xFranken
  6. 1xRiga
  7. 1xHaus in der Mengstraße
  8. 1xDiele (Haus in der Breiten Straße)
  9. 1xHamburg
  10. 1xRostock
  11. 1xVorplatz (Haus in der Breiten Straße)
  12. 1xEsszimmer (Haus in der Breiten Straße)
  13. 1xInneres Russland

Zusammenfassung

Es ist der Frühling 1861. Vor vier Wochen wurde Hanno, der Sohn von Gerda und Thomas, geboren. Dieser wird nun im Haus in der Breiten Straße getauft. Tony ist ganz hin und weg. Die Gäste, unter denen selbst Bürgermeister Överdieck ist, haben sich im Saal versammelt. Dort wurde ein provisorischer Altar aufgebaut. Lange wurde das Kind von den Buddenbrooks ersehnt. Nun ruhen alle Hoffnungen auf ihm.

Während der Taufe wird Hanno von einer Amme gehalten. Er wendet sich vom Priester ab und guckt die Verwandten und Gäste geradezu altklug an. Seine Wimpern sind sehr lang, die Augen goldbraun und an der Nase hat er bläuliche Schatten. Sein Aussehen weckt Bedenken in Bezug auf seine Zukunft.

Dass er überhaupt noch lebt, ist letztlich ein Glücksfall. Fast sei er bereits bei der Geburt gestorben. Er sei „sonderbar lautlos” auf die Welt gekommen, während Gerda gleichzeitig ungewöhnlich große Schmerzen gehabt habe.

Die Taufe wird von Pastor Andreas Pringsheim durchgeführt, da Pastor Kölling inzwischen gestorben ist. Er hat blonde Haare und erscheint ein wenig theatralisch. Seine Mimik wechselt zwischen „fanatischem Ernst” und „heller Verklärung”. Er versucht, seine Aussprache so pathetisch wie nur möglich klingen zu lassen, wirkt dadurch aber eher eigenartig.

Andächtig wird dem Pastor zugehört. Christian macht dabei einen unruhigen Eindruck. Clara guckt „dunkel” und greift sich vor Schmerzen an den Kopf. Neben den bereits genannten Personen sind unter anderem noch Justus Kröger, dessen Frau, sowie Gottholds Töchter vor Ort. Justus' schwächliche Frau verkauft nun schon die silbernen Gegenstände der Krögers, um dem enterbten Sohn heimlich zu helfen. Pfiffi unterdessen nutzt die Gelegenheit, um zu betonen, dass Hanno doch sehr ungesund aussähe.

Justus ist einer der beiden Taufpaten. Ausnahmsweise kann er sich diesmal beim Geschenk zurückhalten und hat nur einen goldenen Becher gekauft, was seinem schwindenden Vermögen entspricht. Der zweite Taufpate ist Bürgermeister Doktor Överdieck. Es hat einiges an Arbeit gekostet, diesen dazu zu bringen, diese Rolle zu übernehmen. Für Thomas' Ruf allerdings ist dessen Anwesenheit sehr förderlich.

Schließlich wird die Taufe vollzogen. Direkt danach verteilen sich die Anwesenden auf den Salon und das Wohnzimmer, wo Süßigkeiten verteilt werden. Auf einmal steht Herr Grobleben in der Tür. Er ist einer von Thomas' einfachen Arbeitern und hält häufig Reden bei derartigen Familienereignissen. So kommt er auch dieses Mal in einfacher Kleidung und mit halb verwelkten Rosen. Herr Grobleben philosophiert über sein bewegtes Herz und darüber, wie gut Thomas zu seinen Arbeitern sei. Er kommt dann schnell ab und redet plötzlich über den unausweichlichen Tod. Nicht gerade das beste Omen für Hannos Taufe. Man bedankt sich freundlich. Thomas, die Konsulin und Tony geben ihm jeweils einen Taler zur Belohnung.

Kurz darauf verabschieden sich die Gäste und nur die Buddenbrooks bleiben zurück. Thomas lädt Ida ein, Hannos Kindermädchen zu werden, sobald er die Amme nicht mehr braucht. Ida willigt ein. Tony zeigt sich begeistert von der Taufe. Es habe schon so ausgesehen als ob es mit den Buddenbrooks bergab gehe. Jetzt aber stünden ihnen wieder große Zeiten bevor.

3. Kapitel 2

Erwähnte Personen

  1. 19xThomas
  2. 13xChristian
  3. 5xGerda
  4. 3xDrittes Kind von Aline Puvogel
  5. 2xAline Puvogel
  6. 2xKonsul Holm
  7. 1xDoktor Drögemüller
  8. 1xKonsulin
  9. 1xAndreas Pringsheim

Erwähnte Orte

  1. 8xLondon
  2. 4xHamburg
  3. 2xWohnzimmer (Haus in der Breiten Straße)
  4. 1xAntwerpen
  5. 1xAusternstube (Hamburg)
  6. 1xValparaiso (Chile)
  7. 1xEsszimmer (Haus in der Breiten Straße)
  8. 1xSaal (Haus in der Breiten Straße)

Zusammenfassung

Am Abend, nach Hannos Taufe, geht Christian zu Thomas und bittet ihn um ein Gespräch. Bei ihrem letzten Treffen musste Thomas 10.000 Kurantmark von Christians zukünftigem Erbe vorstrecken, damit dieser seine Schulden bedienen konnte. Entsprechend wollte dieser ihm am liebsten nie wieder begegnen. Christian klagt über die „Qual” in seiner linken Körperhälfte, die aber kein Schmerz sei. Manchmal habe er das Gefühl, dass in dieser Körperhälfte eine Lähmung stattfinden müsste. Er könne kaum mehr schlafen und wache immer wieder mit dem Eindruck auf, dass sein Herz stehen bleibe.

Thomas will gar nichts über Christians Krankheiten hören. So erzählt dieser, weshalb er wirklich mit ihm sprechen will: Er hat Schulden angehäuft. Erst habe er schlechte Geschäfte gemacht, danach einfach gar nicht mehr gearbeitet („still verhalten”). Thomas ist stinksauer darüber, dass Christian einfach mit der Arbeit aufgehört und sich stattdessen nur noch vergnügt hat. Dieser stellt fest, dass er wohl „zuviel Sinn” für Frauen habe. Bei der Gelegenheit gibt er auch zu, ein uneheliches Kind mit Aline Puvogel bekommen zu haben. Thomas fällt keine andere Antwort mehr darauf ein, als seinen Bruder (mal wieder) als „Esel” zu bezeichnen. Dieser verteidigt Aline. Sie sei ein „prachtvolles Geschöpf” und ganz unglaublich gesund. Extra für ihn habe sie den reicheren Konsul Holm verlassen, was ein wundervolles Gefühl gewesen sei. Jetzt will er aber (mit einem weiteren vorgestreckten Teil seines späteren Erbes) die restlichen Schulden begleichen, das Geschäft auflösen und wieder nach London gehen. Thomas regt sich nicht mehr auf. Er steht abgewendet, akzeptiert ruhig und geht weg, ohne Christian eines Blickes zu würdigen.

4. Kapitel 3

Erwähnte Personen

  1. 13xThomas
  2. 10xHermann Hagenström
  3. 8xJames Möllendorpf
  4. 5xTony
  5. 5xMakler Gosch
  6. 5xGerda
  7. 4xFamilie Möllendorpf
  8. 3xKaufmann Kurz
  9. 3xHinrich Hagenström
  10. 3xKonsul
  11. 2xKonsulin
  12. 2xSängerin vom Stadttheater
  13. 2xJohann
  14. 1xFrau Stüwing
  15. 1xBruder von Konsul Huneus
  16. 1xDoktor Grabow
  17. 1xFamilie Huneus
  18. 1xVater von Johann
  19. 1xFamilie Buddenbrook
  20. 1xLea Gerhardt
  21. 1xKonsul Huneus
  22. 1xFriederike
  23. 1xMoritz Hagenström
  24. 1xHenriette
  25. 1xLope de Vega
  26. 1xHerr Stuht
  27. 1xEduard Kistenmaker
  28. 1xTochter von Peter Döhlmann
  29. 1xFrau Stuht
  30. 1xPfiffi
  31. 1xPeter Döhlmann
  32. 1xVater von Hinrich Hagenström

Erwähnte Orte

  1. 6xLübeck
  2. 2xRathaus (Lübeck)
  3. 2xHaus von Hermann Hagenström
  4. 2xBäckergrube
  5. 1xStadttheater (Lübeck)
  6. 1xKleinen Gröpelgrube
  7. 1xGlockengießerstraße
  8. 1xBörse (Lübeck)
  9. 1xWohnung von Kaufmann Kurz
  10. 1xKlub (Lübeck)
  11. 1xAn der Mauer
  12. 1xEngelswisch
  13. 1xKriegsstube im Rathaus (Lübeck)
  14. 1xBreite Straße
  15. 1xSandstraße
  16. 1xDiele (Haus in der Mengstraße)

Zusammenfassung

Im Februar 1862 stirbt der Senator James Möllendorpf an einem Schlaganfall. Die Todesumstände sind grotesk: Aufgrund von Diabetes hatte er einen ständigen Heißhunger auf Süßes. Seine Familie verbot ihm schließlich, derartiges zu essen. So packte er irgendwann reichlich Kuchen ein, verkroch sich in einer heruntergekommenen Absteige von Hotelzimmer in irgendeiner Seitenstraße und veranstaltete dort eine Fressorgie. Bevor er allerdings an seiner Ernährung sterben konnte, raffte ihn der besagte Schlaganfall dahin.

Der Tratsch über Möllendorpfs merkwürdigen Tod wandelt sich schnell zur kontrovers diskutierten Frage, wer denn den freigewordenen  Senatsposten übernehmen soll. Tony hat diesbezüglich eine sehr eindeutige Meinung – und Thomas selbst wäre auch keineswegs abgeneigt. Bald wird klar, dass das Rennen um den Posten zwischen Eduard Kistenmaker, Hermann Hagenström und Thomas ausgetragen wird.

Hermann ist in der Stadt eine geachtete Persönlichkeit. Er ist geschäftlich erfolgreich, lebt luxuriös und ist mit zweien der wichtigsten Familien verwandt. Er ist vorurteilsfrei, tolerant und progressiv. So bewohnt er kein pompöses Patrizierhaus, sondern stattdessen eines, das sich durch Eleganz und Funktionalität auszeichnet. Er war auch der erste in der Stadt, der Gaslampen eingebaut hat. Zudem zeigt er eine Neigung zur Musik und gibt sich gegenüber Künstlern spendabel.

Thomas wiederum wird zum großen Teil aufgrund der Leistungen seines Vaters, Großvaters und Urgroßvaters geachtet. An ihm persönlich geschätzt wird seine leichte, geschmackvolle und liebenswürdige Art, sowie seine ausgeprägte Bildung.

Bei den Treffen der Familie Buddenbrook wird die Wahl in der Regel diskret verschwiegen. Nur Tony lässt immer wieder ihre gespannte Aufregung durchblicken. Sie ist wie besessen von dem Thema und hat so ziemlich jeden Paragraphen, der irgendwie mit dem Wahlrecht zusammenhängt, genauestens studiert.

Peter Döhlmann setzt sich indes für beide Kandidaten ein. Da er fast sein ganzes Erbe aufgebraucht hat, biedert er sich an wo er nur kann. Entschiedene Unterstützung kriegt Thomas von Makler Gosch. Dieser erinnert sich noch an die Tage der Revolution und wie er mit dem Konsul vor der Menschenmenge stand, um diese zu beruhigen. Da der Konsul kein Senator wurde, setzt er sich nun für dessen Sohn Thomas ein. Tatsächlich spielt aber für Gosch vor allem Gerda eine wichtige Rolle. Er kennt sie zwar kaum (und sie ihn noch weniger), doch ändert das nichts daran, dass er sie inbrünstig verehrt. Für ihren Mann zu stimmen ist die größte Form der Nähe, die er erreichen kann.

5. Kapitel 4

Erwähnte Personen

  1. 11xThomas
  2. 10xTony
  3. 10xHermann Hagenström
  4. 6xErster Arbeitsmann
  5. 4xZweiter Arbeitsmann
  6. 4xHerr Kaspersen
  7. 3xEduard Kistenmaker
  8. 3xHerr Uhlefeldt
  9. 2xHerr Överdieck
  10. 2xJames Möllendorpf
  11. 2xKathrin
  12. 2xKaufmann Kurz
  13. 2xHeine Seehase
  14. 1xHerr Permaneder
  15. 1xGrünlich
  16. 1xHanno
  17. 1xWitzbold

Erwähnte Orte

  1. 4xRathaus (Lübeck)
  2. 3xPortal des Rathauses (Lübeck)
  3. 3xBreite Straße
  4. 3xRatssaal im Rathaus (Lübeck)
  5. 1xSitzungssaal im Rathaus (Lübeck)
  6. 1xHaus in der Breiten Straße
  7. 1xWohnzimmer (Haus in der Breiten Straße)
  8. 1xMarktplatz (Lübeck)
  9. 1xSandstraße

Zusammenfassung

Es ist ein kalter Tag Ende Februar gegen 13 Uhr. Im Rathaus sind die drei Wahlkammern damit beschäftigt, sich jeweils auf einen Kandidaten zu einigen, den sie vorschlagen wollen. Der Kampf in den Kammern ist hart. Schließlich schlagen sie, wie erwartet, Eduard Kistenmaker, Hermann Hagenström und Thomas vor. Vor dem Rathaus hat sich eine Menschenmenge gebildet. Personen aus allen möglichen Schichten sind darunter. Auch Tony ist dort und wartet – voller Anspannung – auf das Ergebnis. Sie steht hinter zwei Kerlen, die sich darüber streiten, ob Hermann Hagenström oder Thomas der bessere Senator sei. Hermann schätzen sie als ebenso reich wie fett ein. Thomas dafür sei übertrieben fein und hüpfe beim Laufen wie ein Vogel.

Bald geht das Gerücht um, dass Kistenmaker aus dem Rennen sei. Schon kurze Zeit später folgt dann das nächste Gerücht: Hagenström sei gewählt worden. Tony ist am Boden zerstört. So ginge es eben immer im Leben, glaubt sie. Tränen steigen auf. Dann plötzlich geht die Tür des Rathauses auf und die Ratsdiener, gefolgt von den Wahlmännern, kommen heraus. Entsprechend der Tradition machen sie sich auf den Weg, um dem neuen Senator seine Ernennung mitzuteilen – und gehen nicht zu Hermann, sondern zu Thomas. Überglücklich rennt Tony los, um ihrem Bruder als Erste davon zu erzählen. Bei der Gelegenheit betont sie natürlich explizit, dass er damit den verhassten Hagenström geschlagen hat.

Am nächsten Tag, es ist ein Samstag, leistet Thomas seinen Eid ab und ist damit offiziell Senator.

6. Kapitel 5

Erwähnte Personen

  1. 22xThomas
  2. 12xHanno
  3. 9xGerda
  4. 7xKonsulin
  5. 7xTony
  6. 6xFriederike
  7. 6xHenriette
  8. 6xPfiffi
  9. 4xDoktor Grabow
  10. 4xFamilie Buddenbrook
  11. 4xAnna
  12. 3xFrau Stüwing
  13. 3xHerr Voigt
  14. 3xHerr Iwersen
  15. 2xKlothilda
  16. 2xSteinalte Jungfer
  17. 2xFrau Decho
  18. 2xJohann
  19. 2xChristian
  20. 1xPastor Trieschke
  21. 1xAline Puvogel
  22. 1xFamilie Kistenmaker
  23. 1xHerr Permaneder
  24. 1xStephan Kistenmaker
  25. 1xJustus Kröger
  26. 1xFamilie Arnoldsen
  27. 1xMr. Richardson
  28. 1xFamilie Hagenström
  29. 1xMakler Gosch
  30. 1xZweites Kind von Anna
  31. 1xJakob Kröger
  32. 1xEin alter Maurerpolier
  33. 1xGrünlich
  34. 1xErstes Kind von Anna
  35. 1xBruder von Stephan Kistenmaker
  36. 1xFamilie Kröger
  37. 1xIda
  38. 1xKonsul

Erwähnte Orte

  1. 3xHaus in der Fischergrube
  2. 2xAnnas Blumenladen
  3. 2xParterre (Haus in der Mengstraße)
  4. 2xGrundstück (Haus in der Fischergrube)
  5. 2xFischergrube
  6. 2xHaus in der Breiten Straße
  7. 1xBadezimmer (Haus in der Breiten Straße)
  8. 1xFahrdamm vorm Haus in der Fischergrube
  9. 1xHafen (Lübeck)
  10. 1xWendeltreppe (Haus in der Breiten Straße)
  11. 1xWirtshaus (in der Nähe des Hauses in der Fischergrube)
  12. 1xFlachdach (Haus in der Fischergrube)
  13. 1xLondon
  14. 1xErdgeschoss (Vis-à-vis)
  15. 1xHamburg
  16. 1xBreite Straße
  17. 1xAltes Haus
  18. 1xdort wo später das Haus in der Fischergrube stehen wird
  19. 1xLübeck
  20. 1xVis-à-vis

Zusammenfassung

Mit gerade 37 Jahren wurde Thomas zum Senator ernannt. Die Aufgabe nimmt ihn stark in Anspruch und die Erwartungen an ihn sind hoch. Er hat nun das Steuerwesen zu verantworten und muss unzählige Sitzungen und Aufsichtsräte leiten. Dabei ist es auch seine Aufgabe, stets auf die Befindlichkeiten der älteren Ratsherren zu achten, ohne dabei die Macht aus den Händen zu geben. Er kompensiert diesen Stress mit immer exklusiverer Kleidung, die er ständig wechselt. Die ausgiebige Pflege seines Aussehens gibt ihm ein Gefühl von Halt, während er sich mit der Zeit zunehmend schlaffer fühlt.

Doktor Grabow hat Thomas geraten, sich mehr Ruhe zu gönnen. Doch dieser sieht zu viele Aufgaben vor sich und verschiebt die Entspannung lieber auf später, wenn er sich eine Stellung erarbeitet hat, mit der er selbst zufrieden ist. (Er glaubt allerdings selbst nicht daran, diesen Punkt jemals zu erreichen.) Sein Geist findet keine Ruhe mehr. Die Unordnung bzw. Unsicherheit im Beruf gleicht er durch ständiges Wechseln seines Kleidersortiments aus. Die Ausgaben dafür sind hoch, doch die Geschäfte der Buddenbrooks laufen ausgezeichnet. Die Menschen der Stadt sind neidisch auf seinen Eifer, während er selbst nur sieht, dass er weit hinter seinen Zielen liegt.

Im Sommer 1863 reift bei Thomas der Wunsch, sich ein neues, prächtiges Haus zu bauen. Die Bürger schreiben dies seiner Eitelkeit zu. Tatsächlich liegen seine Probleme tiefer. Er will sich „des ganzen Niederschlages vergangener Jahre” entledigen. Der Gedanke daran gibt ihm „ in Gefühl von Sauberkeit, Neuheit, Erfrischung, Unberührtheit, Stärkung” – fast so, als wollte er sich mal ein ausgiebiges Bad gönnen.

Das Grundstück für das neue Haus liegt in der Fischergrube, in unmittelbarer Nähe zu Annas Blumenladen. Es steht noch ein altes Haus darauf, welches abgerissen werden muss. Dieses wurde von einer Frau bewohnt, die das letzte „Überbleibsel einer vergessenen Familie” war. Mal wieder kein gutes Omen für die Zukunft der Buddenbrooks.

Das neue Haus wird sehr viel kosten, ohne dabei einen wirklichen Nutzen zu bringen: Schon das jetzige Haus ist mehr als groß genug – und Thomas ist sich dieser Tatsache bewusst. Doch sein Drang nach Erneuerung ist stärker als seine Vernunft. Da Thomas eigentlich nur Bestätigung will, spricht er über seine Idee zuerst mit Tony. Natürlich stimmt diese mit Begeisterung zu. Danach fragt er erst Gerda und dann die Konsulin. Erstere lässt zwar der Trubel des Umzugs bangen, ein größeres Musikzimmer hätte sie jedoch durchaus gerne. Letztere wiederum betrachtet den Bau als Gottes Wille.

Christian ist inzwischen in London angekommen und hat von dort aus darum gebeten, Aline Puvogel ehelichen zu dürfen. Die Familie hat dies abgelehnt.

Hanno wiederum ist inzwischen zwei Jahre alt. Er ist schlank, groß und trägt ein Kleidchen. Sein Haar ist hellbraun, sehr weich, gewellt und lang. Augen und Mund machen einen ängstlichen und wehmütigen Eindruck, seine Nase wirkt ungewöhnlich zart. Die Augen sind goldbraun gefärbt, die Haare hellbraun.

Seine Entwicklung verläuft bedenklich langsam. Er kann kaum reden und ist noch keinen einzigen Schritt gegangen.

Schon bei der Geburt war er schwach und wäre beinahe gestorben. Nach der Taufe wiederum hätte ihn ein Brechdurchfall fast dahingerafft. Kaum dass die erste Zähne kamen, wurde er von bedrohlich starken Krämpfen heimgesucht. Es wirkt, als wäre er nicht geboren worden, um zu leben. Zudem umsorgen, betätscheln und beschenken die Verwandten Hanno, wo immer sie nur können, was seine Schwächen vermutlich eher noch verstärkt.

Das neue Grundstück in der Fischergrube wird schließlich von Thomas erworben. Das alte Haus in der Breiten Straße verkauft er an Stephan Kistenmaker. Im Laufe des nächsten Herbstes und Winters wird das Haus gebaut. Die Bürger der Stadt äußern sich sehr positiv über das Vorhaben. Sie merken aber auch an, dass Thomas' Vater wohl kaum plötzlich ein so horrend teures Gebäude errichtet hätte.

Nach dem Ende der Bauarbeiten wird für alle Arbeiter ein Fest veranstaltet. Anschließend schlendern Thomas und Gerda die Straße entlang und schauen sich noch einmal das Haus von draußen an. Sie begegnen dabei Anna und ihrem Ehemann, welche inzwischen zwei Kinder haben. Erstere mustert Gerda aufmerksam. Thomas bedankt sich für die Richtkrone des Hauses, die beim Fest verwendet wurde und welche Anna angefertigt hat. Eine Sekunde lang blickt er ihr freundlich in die Augen. Dann gehen sie wieder.

7. Kapitel 6

Erwähnte Personen

  1. 21xThomas
  2. 16xTony
  3. 5xKonsulin
  4. 5xSievert Tiburtius
  5. 5xClara
  6. 3xChristian
  7. 2xHermann Hagenström
  8. 2xAnton
  9. 2xGerda
  10. 2xHanno
  11. 2xIda
  12. 1xClaras Arzt
  13. 1xFamilie Buddenbrook
  14. 1xChristians Arzt in Hamburg
  15. 1xChristians Wärter in Hamburger Krankenhaus

Erwähnte Orte

  1. 3xTreppenhaus (Haus in der Fischergrube)
  2. 3xHaus in der Fischergrube
  3. 2xKüche (Haus in der Fischergrube)
  4. 2xKontoreingang (Haus in der Fischergrube)
  5. 2xLondon
  6. 2xErstes Stockwerk (Haus in der Fischergrube)
  7. 2xHamburg
  8. 2xFlur (Haus in der Fischergrube)
  9. 2xGarten (Haus in der Fischergrube)
  10. 1xKontors (Haus in der Fischergrube)
  11. 1xHotel (Hamburg)
  12. 1xBüchen
  13. 1xWindfangtür (Haus in der Fischergrube)
  14. 1xHaus in der Mengstraße
  15. 1xHolzpavillon (Garten beim Haus in Fischergrube)
  16. 1xZweites Stockwerk (Haus in der Fischergrube)
  17. 1xKrankenhaus (Hamburg)
  18. 1xHaupttreppe (Haus in der Fischergrube)
  19. 1xDiele (Haus in der Fischergrube)

Zusammenfassung

Es ist Anfang Juli, etwa vier Wochen nachdem Thomas mit Gerda und Hanno ins neue Haus gezogen ist. Tony besucht dort ihren Bruder. Sie bringt schlechte Nachrichten und so verlassen die beiden sein Büro, um im Garten zu reden. Während sie rausgehen, hören sie Gerdas Geigenspiel. Thomas erzählt, dass Hanno, der inzwischen von Ida betreut wird, noch immer nicht richtig gehen kann.

Der Garten wirkt idyllisch. Es ist warm, still, die Blumen duften, erste Sterne sind zu sehen und der Springbrunnen plätschert friedlich. Tony erzählt nun, weshalb sie gekommen ist: Sie hat einen Brief von Sievert Tiburtius erhalten. Clara sei schwer krank, der Arzt vermute eine Gehirntuberkulose. Diese kämpfe nun nicht um ihr Leben, da sie sich immer nach dem Himmel gesehnt habe. Tony hat zudem jeweils noch einen Brief von Sievert und Clara erhalten, die beide speziell an die Konsulin adressiert sind.

Thomas schweigt. Auch Christian liegt krank in Hamburg. Seine sonst unbestimmte Qual in der linken Körperhälfte hatte sich zu unerträglichen Schmerzen gesteigert. So verließ er London und musste auf halbem Wege nach Hause in Hamburg ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Für Thomas kommt damit alles auf einmal. Wie er zugibt, hat er kürzlich auch einiges an Geld mit einem Roggengeschäft verloren. Es sei aber nicht so, dass durch den Misserfolg im Geschäft seine Stimmung getrübt sei. Vielmehr führe seine schlechte Stimmung zu Misserfolgen. Seine Vorfreude auf das neue Haus sei groß gewesen. Doch als es dann endlich fertig war, habe er sich schon nicht mehr recht dafür begeistern können. Die Vorfreude sei eben stets das Beste. Die Realität hingegen sei eher ernüchternd und käme stets viel zu spät. Er fühle sich älter als er tatsächlich ist. In letzter Zeit habe er geschäftliche Probleme gehabt und sei von Hermann Hagenström rhetorisch in Grund und Boden geredet worden. Er hat das Gefühl, der Erfolg sei eine geheimnisvolle Kraft, die ihm langsam aus den Händen gleite. Nun verliere er den Einfluss auf seine Umgebung und es folge Schlappe auf Schlappe – als sei der Einzug ins neue Haus exakt der Anfang vom Ende gewesen. Gedanken an den Tod ergreifen ihn. Durch Hannos Geburt und die Ernennung zum Senator habe es so ausgesehen, als ginge es wieder bergauf. Doch das seien nur Äußerlichkeiten, nur Symbole des Aufstiegs, die erst dann aufträten, wenn tatsächlich schon längst der Abstieg begonnen habe.

Tony atmet mühsam und hält von Thomas' Logik nicht allzu viel. Dieser nimmt ihr die beiden Briefe an die Konsulin ab und will sie am nächsten Tag überbringen.

8. Kapitel 7

Erwähnte Personen

  1. 17xThomas
  2. 16xKonsulin
  3. 11xTony
  4. 9xClara
  5. 9xChristian
  6. 8xSievert Tiburtius
  7. 3xFamilie Buddenbrook
  8. 2xKonsul
  9. 1xSievert

Erwähnte Orte

  1. 2xLandschaftszimmer (Haus in der Mengstraße)
  2. 2xRiga
  3. 1xKrankenhaus (Hamburg)
  4. 1xHamburg
  5. 1xÖynhausen
  6. 1xLübeck

Zusammenfassung

Etwa zehn Tage nach dem Gespräch im Garten (Kapitel 6) ist Clara gestorben. Thomas reiste zur Beerdigung nach Riga und kam mit Sievert Tiburtius zurück. Letzterer blieb eine kurze Zeit und besuchte auch Christian in Hamburg. Während seiner Anwesenheit hat die Konsulin Claras Erbanteil Sievert zugesprochen. (Beim Tod der Konsulin wird Sievert daher 127.500 Kurantmark erben.)

Erst heute, zwei Tage nach dessen Abreise, wird dies Thomas mitgeteilt. Sofort bricht ein bitterer Streit zwischen ihm und seiner Mutter aus. Thomas fühlt sich als Oberhaupt der Firma übergangen – als habe man ihm „rücksichtslos ins Gesicht (..) geschlagen”. Er wirft ihr vernunftloses, dummes, verwirrtes und schwaches Verhalten vor. Die Konsulin fühlt sich gekränkt. Sie entscheide selbst über ihr Vermögen. Ohnehin habe sie keine andere Wahl gehabt. Clara habe in ihrem Brief an sie die letzte Bitte geäußert, den Erbanteil Sievert zuzusprechen. Sie habe diese Bitte nicht ablehnen können.

Thomas betrachtet Sievert als einen Erbschleicher. Dieser habe absichtlich alle an der Entscheidung beteiligten Familienmitglieder auf seine Seite gezogen, sodass er nun alleine dastehe. (Claras Segen hatte er schon, die Konsulin wurde mit dem Brief bearbeitet und Christian hat er extra in Hamburg besucht. Bei Tony musste er nichts tun, da diese sowieso wie ein Kind denkt.) Thomas ist außer sich. Er fühlt sich in einer der wichtigsten Angelegenheiten völlig übergangen und glaubt, dass soetwas früher niemand gewagt hätte. Ein einfacher Pastor habe ihn übertölpelt. Dies passe perfekt in die Kette der vorherigen Niederlagen und Demütigungen. Thomas' Glaube an seinen Einfluss auf die Zukunft ist tief erschüttert. Verzweiflung und ein Gefühl der Schwäche ergreifen ihn.

Tonys Einfall, das ganze rückgängig zu machen, lehnt er ab. Dafür müsste er gegen seine Mutter vor Gericht ziehen, wodurch die ganze Sache zum öffentlichen Skandal ausarten würde.

Er wirkt schlaff und lässt den Dingen seinen Lauf. Vor dem Gehen weist er noch darauf hin, dass es der Familie finanziell längst nicht mehr gut gehe: Tony und Clara hätten jeweils 80.000 Kurantmark Mitgift verloren und Christian eine gleich große Summe durch seine Geschäfte und Schulden verplempert. Claras Erbteil von 127.500 gehe an Sievert. Das neue Haus habe wiederum über 100.000 gekostet und die Geschäfte liefen miserabel.

9. Kapitel 8

Erwähnte Personen

  1. 3xFrau Severin
  2. 2xHanno
  3. 1xChristian
  4. 1xGerda
  5. 1xThomas

Erwähnte Orte

  1. 2xLübeck
  2. 1xÖsterreich
  3. 1xHaus in der Mengstraße
  4. 1xFrankfurt
  5. 1xPreußen
  6. 1xBeletage (Haus in der Fischergrube)
  7. 1xGartenhaus (Haus in der Mengstraße)
  8. 1xHaus in der Fischergrube
  9. 1xGarten (Haus in der Fischergrube)
  10. 1xÖynhausen
  11. 1xKlub (Lübeck)

Zusammenfassung

In den Häusern der Buddenbrooks tummeln sich Soldaten. Der Deutsch-Dänische Krieg ist ausgebrochen. Christian, der von einer Kur zurückgekommen ist, zeigt den Männern den Klub. Bereits im Spätherbst und Winter 1865 kehren die Truppen siegreich zurück. Hanno ist inzwischen viereinhalb Jahre alt. Noch vergnügt er sich mit Spielen, die komplett auf Fantasie basieren, doch werde schon bald die harte Realität über ihn hereinbrechen. Im Juni 1866 bricht der Deutsche Krieg aus. Lübeck schließt sich der Seite Preußens an, die kaum einen Monat später bereits gewonnen hat. Mit Genugtuung blicken die Lübecker auf die Niederlage Frankfurts. Die Buddenbrooks schaffen es aber auch in dieser Situation, durch den Bankrott einer Frankfurter Großfirma Geld zu verlieren.

10. Zitate aus Teil 7

SeiteTypTextstelleErläuterung / Notiz
S.395m-uNotiz... denn es ist die Familie im weiteren Sinne versammelt, wenn auch nicht geradezu im weitesten, denn durch die Överdiecks ist man auch mit den Kistenmakers ein wenig verwandt, durch diese mit den Möllendorpfs und so fort. Es wäre unmöglich, eine Grenze zu ziehen!... ...
Die Möllendorpfs sind wiederum (durch Heirat) mit den Hagenströms verwandt. Wenn man nicht alle entfernten Verwandten einlädt, dann liegt das also nicht nur daran, dass das sehr viele wären; man will auch einfach nicht die Hagenströms bei der Taufe dabei haben.
S.402uZitat»Das ist ein schöner Tag, Tom, ich bin so glücklich, wie seit manchem Jahr nicht mehr! Wir Buddenbrooks pfeifen noch nicht aus dem letzten Loch, Gott sei Dank, wer das glaubt, der irrt im höchsten Grade! Jetzt, wo der kleine Johann da ist -- es ist so schön, daß wir ihn wieder Johann genannt haben -- jetzt ist mir, als ob noch einmal eine ganz neue Zeit kommen muß!«
Offenbar hat inzwischen auch Tony das Gefühl, dass es mit den Buddenbrooks nicht mehr bergauf geht. Man beachte das "als ob" in ihrer Formulierung, welches andeutet, dass der nun wahrgenommene Aufstieg eher eine Illusion ist.
S.405Notiz... »Also, du hast dich still verhalten!« schrie der Konsul außer sich. In diesem Augenblick verlor er dennoch die Fassung. »Du hast die Karre im Dreck gelassen und dich anderweitig unterhalten! Meinst du, daß ich nicht vor Augen sehe, wie du gelebt hast, im Theater und im Zirkus und in Klubs und mit minderwertigen Frauenzimmern.« »Du meinst Aline ... Ja, für diese Dinge hast du wenig Sinn, Thomas, und es ist vielleicht mein Unglück, daß ich zuviel Sinn dafür habe; denn darin hast du recht, daß es mich zuviel gekostet hat und noch immer ziemlich viel kosten wird, denn ich will dir eines sagen ... wir sind hier unter uns Brüdern ... Das dritte Kind, das kleine Mädchen, das seit einem halben Jahre da ist ... es ist von mir.« »Esel.« »Sage das nicht, Thomas. Du mußt gerecht sein, auch im Zorne, gegen sie und gegen ... warum sollte es nicht von mir sein. Was aber Aline betrifft, so ist sie durchaus nicht minderwertig; so etwas darfst du nicht sagen. Es ist ihr keineswegs gleichgültig, mit wem sie lebt, und sie hat meinetwegen mit Konsul Holm gebrochen, der viel mehr Geld hat als ich, so gut ist sie gesinnt ... ...
Christian redet hier an Thomas vorbei. Er versteht nicht, dass sein Bruder über die Aussage, er (Christian) habe sich "still verhalten" wütend ist. Stattdessen geht er zu Aline über, die seine Gedanken dominiert. Noch auffälliger wird es nach dem Esel, welches Thomas vor allem gesagt haben dürfte, weil Christian überhaupt ein Kind mit einer Frau gekriegt hat, die dafür bekannt ist, die Männer nur so auszunehmen. Stattdessen geht Christian auf die Fragen "Ist das Kind von dir?" und "Mag Aline dich wirklich?" ein, obwohl Thomas diese gar nicht gestellt hat (auch nicht indirekt). Allerdings dürften genau das Fragen sein, die Christian selbst bewegen.
S.406m-uZitatDer Konsul hatte während dieser ganzen Auseinandersetzung seinem Bruder den Rücken zugewandt und, die Hände in den Hosentaschen, mit einem Fuße Figuren auf dem Boden beschrieben. »Schön, gehe also nach London«, sagte er ganz einfach. Und ohne sich auch nur halbwegs noch einmal nach Christian umzuwenden, ließ er ihn hinter sich und schritt zum Wohnzimmer zurück.
Thomas hat eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber Christian entwickelt. Er nimmt dessen Eskapaden fatalistisch hin. Offenbar hat er die Hoffnung aufgegeben, dass sich sein Bruder jemals (zum Besseren hin) ändern wird.
S.407o-mZitatWas aber hatte der Senator [James Möllendorpf] getan [nachdem ihm das Essen von Kuchen verboten wurde]? Geistig gebrochen, wie er war, hatte er sich irgendwo (...) ein Zimmer gemietet, (...) wohin er sich heimlich geschlichen hatte, um Torte zu essen ... und dort fand man auch den Entseelten, den Mund noch voll halb zerkauten Kuchens, dessen Reste seinen Rock befleckten und auf dem ärmlichen Tische umherlagen. Ein tödlicher Schlaganfall war der langsamen Auszehrung zuvorgekommen.
Kein allzu gutes Vorzeichen für denjenigen, der James' Senatsposten übernehmen wird. Thomas wird dies sein und die Sucht nach Kuchen zeigt gewisse Ähnlichkeiten zu Thomas' Sucht nach Körperpflege und exklusiver Kleidung.
S.418u - S.419oZitat(...) dieses Bedürfnis, sich körperlich zu erquicken, zu erneuern, mehrere Male am Tage die Kleidung zu wechseln, sich wiederherzustellen und morgenfrisch zu machen, in auffälliger Weise zunahm, so bedeutete das, obgleich Thomas Buddenbrook kaum 37 Jahre zählte, ganz einfach ein Nachlassen seiner Spannkraft, eine raschere Abnützbarkeit ...
Je schlechter Thomas sich fühlt, desto mehr Zeit verwendet er für sein Äußeres.
S.419o-mZitatBat der gute Doktor Grabow ihn [Thomas], sich ein wenig mehr Ruhe zu gönnen, so antwortete er: »Oh, mein lieber Doktor! Soweit bin ich noch nicht.« Er wollte damit sagen, daß er noch unabsehbar viel an sich zu arbeiten habe, bevor er, dermaleinst vielleicht, sich einen Zustand erobert haben würde, den er, fertig und am Ziele, nun in Behagen würde genießen können. In Wahrheit glaubte er kaum an diesen Zustand. Es trieb ihn vorwärts und ließ ihm keinen Frieden.
Thomas ist ein Workaholic. Er gönnt sich selbst nie Ruhe. Auf diese Weise unterdrückte Gefühle/Bedürfnisse machen sich im Laufe der Jahre immer stärker in Form übertriebener Äußerlichkeiten bemerkbar.
S.419o-mNotiz... »Oh, mein lieber Doktor! Soweit bin ich noch nicht.« Er wollte damit sagen, daß er noch unabsehbar viel an sich zu arbeiten habe, bevor er, dermaleinst vielleicht, sich einen Zustand erobert haben würde, den er, fertig und am Ziele, nun in Behagen würde genießen können. In Wahrheit glaubte er kaum an diesen Zustand. Es trieb ihn vorwärts und ließ ihm keinen Frieden. ...
Das Verhalten wirkt hier zwanghaft, ähnlich wie bei jemandem, der sich zwanghaft die Hände wäscht. (Er glaubt selbst kaum an den Erfolg, ist aber trotzdem sie energisch damit beschäftigt, dass er keine Ruhe mehr finden kann.)
S.419mZitatUnd sein [Thomas] Ernst war gleich heftig beim Ersinnen eines geschäftlichen Manövers oder einer öffentlichen Rede, wie bei dem Vorhaben, nun endlich einmal kurzerhand seinen gesamten Vorrat an Leibwäsche zu erneuern, um wenigstens in dieser Beziehung für einige Zeit fertig und in Ordnung zu sein!
Das ständige Erneuern seines Kleidungsbestands ist eine Handlung zur Kompensation, etwa des berufsbedingten Stresses.
S.419uZitatJedermann anerkannte mit Neid oder freudiger Teilnahme seine [Thomas] Tüchtigkeit und Geschicklichkeit, während er selbst vergeblich danach rang, mit Behagen in Reihe und Ordnung zu schaffen, weil er hinter seiner planenden Phantasie sich beständig zum Verzweifeln im Rückstande fühlte.
Thomas ist ehrgeizig - zu ehrgeizig. Egal wie viel er arbeitet, die Realität hinkt dennoch immer seinen Plänen weit hinterher. So leidet er nicht nur unter Ruhelosigkeit, sondern auch unter einer frustrierenden Arbeit.
S.420oZitatWer glücklich ist, bleibt am Platze.
Diese Aussage wird in Bezug zu Thomas' Plänen, ein neues Haus zu bauen, getroffen. Das heißt wiederum, dass Thomas nicht glücklich ist.
S.420oZitatEin neues Haus, eine radikale Veränderung des äußeren Lebens, Aufräumen, Umzug, Neuinstallierung mit Ausscheidung alles Alten und Überflüssigen, des ganzen Niederschlages vergangener Jahre: diese Vorstellungen gaben ihm ein Gefühl von Sauberkeit, Neuheit, Erfrischung, Unberührtheit, Stärkung ...
Auch der Bau des neuen Hauses ist nichts anderes als eine Kompensationshandlung. Die eigentlichen Bedürfnisse werden dadurch aber nicht kleiner, was den Bau letztlich nutzlos macht. Das Grundprinzip ist das selbe wie bei seiner ausgiebigen Pflege des Äußeren, die ebenfalls nicht das eigentliche Problem gelöst hat und daher nur immer umständlicher und umständlicher wurde. Gerade der Begriff "Sauberkeit" erinnert hier doch sehr an eine klassische Zwangsstörung (Reinlichkeitszwang).
S.420uZitatDennoch erblaßte er [Thomas] bei dem Gedanken, daß das Ganze [Bau des neuen Hauses] vielleicht ein unnützer Streich sein könne, und gestand sich, daß sein jetziges Haus für ihn, seine Frau, sein Kind und die Dienerschaft ja eigentlich Raum in Fülle hatte. Aber seine halbbewußten Bedürfnisse waren stärker (...)
Es gibt keinen objektiven Nutzen für das neue Haus (bzw. ist dieser eher gering, etwa höhere Achtung in der Stadt). Obwohl er dies weiß, setzen sich seine unterdrückten Gefühle/Bedürfnisse durch. Das deutet wieder in die Richtung einer Zwangsstörung.
S.421uNotiz... Die alternden Mädchen fanden wahrhaftig allzu wenig Ablenkung von dem Anblick des eklatanten Aufschwunges, den Thomas' äußeres Leben nahm. ...
Man beachte hier, dass explizit vom äußeren Leben geredet wird, also der Eindruck, der anderen vermittelt wird. Thomas wird später selbst feststellen, dass das Äußere meist seinen Hochpunkt erreicht, wenn es tatsächlich schon bergab geht.
S.423mNotiz... Dennoch gelangte Hanno wieder zu einigen Kräften, ...
Man beachte hier, dass nur von "einigen" Kräften die Rede ist. Offenbar blieb Hanno unterm Strich eher schwächlich.
S.428oNotiz... aber nur =ein= großer Baum war da, ein knorriger Walnußbaum, der links an der Mauer stand. ...
TODO wieso ist es wichtig, dass es nur ein Baum ist?
S.428mNotiz... Diese Einlage, die an Mutter adressiert ist und in der, sagt er, dasselbe steht, sollen wir ihr geben, nachdem wir sie ein bißchen vorbereitet haben. Und dann ist hier noch diese zweite Einlage: auch an Mutter und von Klara selbst sehr unsicher mit Bleistift geschrieben. ...
Die beiden Einlagen enthalten die Bitte, Claras Erbe Sievert zukommen zu lassen. (Genau genommen erfährt man es nur zu Claras Brief definitiv. Wenn aber schon Clara etwas dazu schreibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch Sievert darauf eingegangen sein wird.) Man beachte, dass Sievert extra schreibt, dass der Inhalt seiner Einlage identisch sei mit dem Brief an Tony und Thomas. Damit verringert er die Wahrscheinlichkeit, dass Thomas bei der Öffnung der Einlage anwesend ist oder danach fragt.
S.429uZitat[Thomas:] »Meine Stimmung ist nicht unter Null, weil ich Mißerfolg habe. =Umgekehrt.= Das ist mein Glaube, und darum trifft es auch zu.«
Früher war Thomas mit Begeisterung bei seiner Arbeit. Heute ist das nicht mehr der Fall und so treten erste Misserfolge ein, schon allein weil er an diese Misserfolge glaubt (selbsterfüllende Prophezeiung).
S.430oZitatIch habe mich sehr auf dies alles gefreut, aber diese Vorfreude war, wie ja immer, das Beste, denn das Gute kommt immer zu spät, immer wird es zu spät fertig, wenn man sich nicht mehr recht darüber freuen kann ...
Diese Aussage könnte man in Bezug auf die Buddenbrooks noch allgemeiner auslegen: Die ersten Buddenbrooks hatten die Vorfreude darauf, reich zu werden (oder zumindest wohlhabender). Ab dem Konsul ging es aber primär nur noch darum, das Vermögen zu halten. Die Vorfreude verschwand und damit auch die Freude an der Arbeit.
S.430mZitat[Thomas:] Mir ist, als ob mir etwas zu entschlüpfen begönne, als ob ich dieses Unbestimmte nicht mehr so fest in Händen hielte, wie ehemals ...
Thomas hat den Glauben an seinen Erfolg verloren.
S.430uZitatGlück und Erfolg sind in uns. Wir müssen sie halten: fest, tief. Sowie hier drinnen etwas nachzulassen beginnt, sich abzuspannen, müde zu werden, alsbald wird alles frei um uns her, widerstrebt, rebelliert, entzieht sich unserem Einfluß ... Dann kommt eines zum andern, Schlappe folgt auf Schlappe, und man ist fertig.
Thomas glaubt, dass man diejenigen Kräfte pflegen muss, die einen zum Erfolg führen. Man verliere sonst die Kontrolle, sobald man müde wird. Dieser Kontrollverlust führe geradezu zwangsläufig zu Niederlagen. (Dieser Glaube hat allerdings nichts daran geändert, dass sich Thomas keine Ruhe gegönnt hat als Doktor Grabow ihm dazu riet.) Das Muster, dass alles "frei" werde und sich seinem Einfluss entziehe wird man später in diesem Teil noch zu sehen bekommen. Dann spricht seine Mutter nämlich Sievert Claras Erbe zu, ohne Thomas vorher auch nur darüber zu informieren.
S.430u - S.431oZitatIch habe in den letzten Tagen oft an ein türkisches Sprichwort gedacht, das ich irgendwo las: `Wenn das Haus fertig ist, so kommt der Tod´. Nun, es braucht noch nicht grade der Tod zu sein. Aber der Rückgang ... der Abstieg ... der Anfang vom Ende ...
Mit dem Bau des Hauses in der Fischergrube ist der (äußerliche) Höhepunkt der Buddenbrooks erreicht. Danach geht es nur noch bergab. "Rückgang" und "Abstieg" könnte man entsprechend durch "Verfall" ersetzen oder ergänzen.
S.431o-mZitatAber `Senator´ und Haus sind Äußerlichkeiten, und ich weiß etwas, woran du noch nicht gedacht hast, ich weiß es aus Leben und Geschichte. Ich weiß, daß oft die äußeren, sichtbarlichen und greifbaren Zeichen und Symbole des Glückes und Aufstieges erst erscheinen, wenn in Wahrheit alles schon wieder abwärts geht. Diese äußeren Zeichen brauchen Zeit, anzukommen, wie das Licht eines solchen Sternes dort oben, von dem wir nicht wissen, ob er nicht schon im Erlöschen begriffen, nicht schon erloschen ist, wenn er am hellsten strahlt ...«
Betonung, dass der Verfall der Buddenbrooks schon längst in vollem Gange ist, obwohl nach Außen hin alles in Ordnung erscheint. (Beispiele sind etwa: Thomas' zwanghafte Körperpflege und seine einsetzenden Misserfolge, Christians völliger Abstieg, Tonys ewige Kindlichkeit oder der enorme Verlust an Sievert.)
S.432o-mNotiz... »Ich will nun, daß du schweigst, Thomas!« ...
Die Konsulin hat die Angewohnheit, unliebsame Themen totzuschweigen.
S.434u - S.435oZitatEr hätte es verhindern können, aber sein Einfluß war gar nicht erprobt worden! Die Ereignisse waren ohne ihn ihren Gang gegangen! Aber ihm schien, daß das früher nicht hätte geschehen können, daß es früher nicht =gewagt= haben würde, zu geschehen! Es war eine neue Erschütterung des eigenen Glaubens an sein Glück, seine Macht, seine Zukunft ... Und es war nichts als seine innere Schwäche und Verzweiflung, die vor Mutter und Schwester während dieses Auftrittes hervorbrach.
Das komplette Übergehen seiner Person symbolisiert den Kontrollverlust, unter dem er zu leiden hat. Man bekommt den Eindruck, dass der Abstieg der Familie eine Zwangsläufigkeit ist, gegen die auch der beste Kaufmann nichts machen könnte. Interessant ist, dass an dieser Stelle die Wörter "Schwäche" und "Verzweiflung" mit Thomas assoziiert werden. Sonst wurden zumeist eher dynamische, erfolgsorientierte Wörter mit ihm ihn Verbindung gebracht.
S.435m-uZitat»Es ist, wie es ist. (...) Es gehe wie es will ...« schloß er und ging mit erschlafften Bewegungen zur Glastür, wo er noch einmal stehenblieb. »Nur glaubt nicht, daß es zum besten mit uns steht (...) Wäre Vater am Leben, wäre er hier bei uns zugegen: er würde die Hände falten und uns alle der Gnade Gottes empfehlen.«
Thomas gibt auf. Sein früherer, energiegeladener Elan, der vor allem darunter litt, dass die anderen zu langsam und nicht ehrgeizig genug waren, ist nicht mehr zu beobachten. Er wirkt schlaff, fast fatalistisch. Dass der Konsul sie der Gnade Gottes empfehlen würde, erinnert etwas an die letzte Szene mit Grünlich. Bei dieser ging der Konsul nochmal zu diesem und riet ihm nur noch, zu beten.
S.435mNotiz... Meint ihr, ich werde in die Gerichte laufen und gegen meine Mutter prozessieren, um dem internen Skandal einen öffentlichen hinzuzufügen? Es gehe wie es will ...« ...
Das erinnert ziemlich an den Konsul, der nicht gerichtlich gegen Grünlich vorgegangen ist, weil er sich nicht mit einem öffentlichen Prozess gegen ein Familienmitglied blamieren wollte. So ging der Familie, zum nicht geringen Teil aus Schamgefühlen heraus, viel Geld verloren.
S.436u - S.437oZitat(...) vor allem aber [hatte Hanno] die reine, starke, inbrünstige, keusche, noch unverstörte und uneingeschüchterte Phantasie jenes glückseligen Alters, wo das Leben sich noch scheut, uns anzutasten, wo noch weder Pflicht noch Schuld Hand an uns zu legen wagt, wo wir sehen, hören, lachen, staunen und träumen dürfen, ohne daß noch die Welt Dienste von uns verlangt ... wo die Ungeduld derer, die wir doch lieben möchten, uns noch nicht nach Anzeichen und ersten Beweisen quält, daß wir diese Dienste mit Tüchtigkeit werden leisten können ... Ach, nicht lange mehr, und mit plumper Übermacht wird alles über uns herfallen, um uns zu vergewaltigen, zu exerzieren, zu strecken, zu kürzen, zu verderben ...
Ein doch recht deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl, dass Hannos späteres Leben nicht viel mit seiner süßen Kindheit gemeinsam haben wird.
S.437m-uZitatHanno Buddenbrooks Vaterstadt, die klug zu Preußen gestanden hatte, blickte nicht ohne Genugtuung auf das reiche Frankfurt, das seinen Glauben an Österreich bezahlen mußte, indem es aufhörte, eine freie Stadt zu sein. Bei dem Fallissement einer Frankfurter Großfirma aber, im Juli, unmittelbar vor Eintritt des Waffenstillstandes, verlor das Haus Johann Buddenbrook mit einem Schlage die runde Summe von zwanzigtausend Talern Kurant.
Selbst wenn die Buddenbrooks eigentlich gewinnen müssten, verlieren sie nun doch noch Geld. Mal wieder drängt sich der Eindruck auf, dass der Abstieg etwas zwangsläufiges hat. Zumindest bewahrheitet sich dadurch Thomas' Aussage, dass "Schlappe auf Schlappe" folgt, sobald einem erstmal die mystische Kraft des Erfolgs aus den Fingern geglitten ist.
S.437m-uNotiz... Bei dem Fallissement einer Frankfurter Großfirma aber, im Juli, unmittelbar vor Eintritt des Waffenstillstandes, verlor das Haus Johann Buddenbrook mit einem Schlage die runde Summe von zwanzigtausend Talern Kurant. ...
Hier wird das finanzielle Pech/Missgeschick der Buddenbrooks gezielt hervorgehoben. Zum einen durch die explizite Betonung, dass es den Frankfurtern eigentlich schlecht ergangen ist (und entsprechend die Lübecker eigentlich aus dem Krieg Profit gezogen haben). Zum anderen durch den Hinweis darauf, dass der Bankrott erst kurz vor dem Waffenstillstand erfolgt ist. (Nur etwas später und der Bankrott hätte vermieden werden können. Es wirkt, als hätte sich die Welt gegen die Buddenbrooks verschworen, als wäre ihr Abstieg unausweichliches Schicksal.)
S.437m-uNotiz... Bei dem Fallissement einer Frankfurter Großfirma aber, im Juli, unmittelbar vor Eintritt des Waffenstillstandes, verlor das Haus Johann Buddenbrook mit einem Schlage die runde Summe von zwanzigtausend Talern Kurant. ...
Die Frankfurter Großfirma könnte evt. in Verbindung stehen mit der Schwester des Konsuls, welche in Frankfurt lebte.

11. Glossar zu Teil 7

SeiteTextstelleErläuterung / Übersetzung
S.396m... mit den Goldlitzen an der ...
Litze: Zweidimensionales Geflecht zur Verzierung, siehe Litze (Geflecht)
S.413o... seinen spitzen Arkaden, die den ...
Von Pfeilern oder Säulen getragener Bogen, siehe Arkade
S.414m... dem buntgestickten Mieder hervorquellen ...
Den Oberkörper eng umschließendes Kleidungsstück, siehe Mieder
S.416u... Gala, mit Dreispitz, weißen Reithosen, ...
Hut mit dreiteilig nach oben geklappter Krempe, siehe Dreispitz
S.416u... Reithosen, gelben Stulpen und Galanteriedegen, ...
Gepolsterter Armschutz, siehe Stulpe
S.423m... auf eine Gehirnaffektion. Das Ende ...
Affektion: Einwirkung auf das Empfinden, siehe Affektion
S.424m... Bruder in Rotspohn gutes Geld ...
Wein?
S.424m... Rohbau mit Sandstein-Karyatiden, die den ...
Eine Karyatide ist eine Skulptur einer weiblichen Figur, die als tragendes Element dient (ähnlich einer Säule), siehe Karyatide
S.425m... Gerda den Fahrdamm, um noch ...
Befestigte, etwas erhöhte Straße, siehe Damm (Wall)
S.426m... Reliefs nach Thorwaldsen geschmückt war ...
Dänischer Bildhauer, siehe Bertel Thorvaldsen
S.426u... mächtiger, goldblanker Lustre herniederschwebte ...
Englisch für Kronleuchter
S.427u... hohen lilafarbenen Iris umstandene Springbrunnen ...
Schwertlilien, siehe Schwertlilien
S.429u... bewohnt eine Kate im Vergleiche ...
Haus mit geringem Landbesitz, siehe Kate
S.436o... Zimmerflucht der Bel-Etage von Senator ...
Am besten ausgestattetes Stockwerk / die beste Wohnung eines Hauses, siehe Beletage
S.436u... eine kleine Säulenestrade vom Vorplatz ...
Estrade: Podest, siehe Podest

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