zweite Szene (Thema: Die Räuber)

Inhaltsangabe zur zweiten Szene des dritten Akts aus Friedrich Schillers Werk "Die Räuber"

Schnellübersicht
  • Die Räuber um Karl konnten sich erfolgreich aus der Umzingelung befreien und sitzen nun völlig erschöpft auf einem Hügel an der Donau und betrachten den Sonnenuntergang. Bei dem Ausbruch starben etwa 300 feindliche Soldaten. Einer der Räuber (Roller) ist ebenfalls gefallen.
  • Karl ist vor Erschöpfung am Rande des Zusammenbruchs und tief frustriert über den Verlust Rollers. Er wünscht sich, die Vergangenheit rückgängig machen zu können und eine zweite Chance im Leben zu bekommen. Die anderen versuchen ihn aufzumuntern. Schweizer verlässt kurz die Szenerie und holt Wasser für Karl.
  • Karl schwört, seine Freunde niemals zu verlassen.
  • Kosinsky kommt zu den Räubern. Er gibt zu erkennen, dass er Teil der Bande werden will. Er erzählt, in seinem Leben sei praktisch alles schief gelaufen. Nun wolle er nur noch Teil von Karls berüchtigter Bande werden.
  • Karl weist ihn zurecht. Er begehe wahrscheinlich einen Fehler, den er nie wieder rückgängig machen könne. Er handle blauäugig und habe falsche Vorstellungen vom Räuberleben.
  • Kosinsky bleibt hartnäckig und erzählt seine Lebensgeschichte, die sehr ähnlich zu Karls verlief:

    • Er war einst ein reicher Edelmann. Durch den frühen Tod seines Vaters erhielt er ein großes Erbe.
    • Er hatte eine Partnerin, die Amalia hieß (wie die Partnerin von Karl) und für ihre Schönheit bekannt gewesen sei. Beide habe eine unzertrennliche Liebe verbunden. Sie wollten beide heiraten.
    • Kurz vor der Hochzeit wurde Kosinsky verhaftet und eingesperrt - wegen Briefen, die angeblich von ihm gestammt und verräterische Inhalte gehabt hätten.
    • Als er einige Zeit später wieder freigelassen wurde, war Amalia verschwunden. Er fand sie nach einigem Suchen in einem Gefängnis wieder. Sie ließ ihm ausrichten, dass man sie vor die Wahl gestellt habe: Entweder sie werde die Mätresse des Fürsten, oder Kosinsky werde sterben. Sie habe sich für das erstere Entschieden.
    • Kosinsky stürmte daraufhin mit seinem Degen zum Minister, den er als Kuppler vermutete. Bevor er diesen aber töten konnte, wurde er von den Bediensteten des Ministers überwältigt.
    • Er wurde danach des Landes verwiesen. Sein einstiger Besitz ging per Gerichtsbeschluss an den Minister.
  • Karl ist berührt von der Geschichte. Er beschließt, augenblicklich mit seiner Bande aufzubrechen, um seine Amalia aufzusuchen.



1. Fakten


1.1. Personen


  • maennlich Karl Moor
  • maennlich Schweizer
  • maennlich Schwarz
  • maennlich Grimm
  • maennlich Spiegelberg
  • maennlich andere Räuber
  • maennlich Kosinsky
  • maennlich Kosinskys Vater (nicht aktiv, wird nur erwähnt)
  • weiblich (Kosinskys) Amalia (nicht aktiv, wird nur erwähnt)
  • weiblich (Karls) Amalia (Amalia von Edelreich) (nicht aktiv, wird nur erwähnt)
  • maennlich Fürst (nicht aktiv, wird nur erwähnt)
  • maennlich Minister (nicht aktiv, wird nur erwähnt)
  • maennlich Bedienstete (überwältigten Kosinsky) (nicht aktiv, wird nur erwähnt)
  • maennlich Roller (nicht aktiv, wird nur erwähnt)

1.2. Ort


Eine Gegend an der Donau, auf einer Anhöhe.


2. wichtige Textstellen


Zitat: III, 2
Grimm:

Es gibt ein fruchtbares Jahr.


Karl Moor:

Meinst du? - Und so würde doch ein Schweiß in der Welt bezahlt. Einer? - - Aber es kann ja über Nacht ein Hagel fallen und Alles zu Grund schlagen.


Schwarz:

(...) Es kann Alles zu Grund gehen, wenig Stunden vorm Schneiden.

Zitat: III, 2
Karl Moor:

(...) ich habe die Menschen gesehen, ihre Bienensorgen und ihre Riesenprojecte - ihre Götterplane und ihre Mäusegeschäfte, das wunderseltsame Wettrennen nach Glückseligkeit;
(...)
dieses bunte Lotto des Lebens, worein so Mancher seine Unschuld und - seinen Himmel setzt, einen Treffer zu haschen, und - Nullen sind der Auszug - am Ende war kein Treffer darin.

Zitat: III, 2
Karl Moor:

Die ganze Welt eine Familie und ein Vater dort oben - Mein Vater nicht - ich allein der Verstoßene, ich allein ausgemustert aus den Reihen der Reinen - mir nicht der süße Name Kind - nimmer mir der Geliebten schmachtender Blick - nimmer, nimmer des Busenfreundes Umarmung. (...) mitten in den Blumen der glücklichen Welt ein heulender Abbadonna!

Zitat: III, 2
Karl Moor:

O all ihr Elysiums-Scenen meiner Kindheit! - werdet ihr nimmer zurückkehren (...) - Sie werden nimmer zurückkehren, nimmer mit köstlichem Säuseln meinen brennenden Busen kühlen. - Dahin! dahin, unwiederbringlich! -

Zitat: III, 2 - Karl zu Kosinsky
Karl Moor:

Denk', ich rathe dir [Kosinsky] als ein Vater - lern' erst die Tiefe des Abgrunds kennen, eh du hineinspringst! Wenn du noch in der Welt eine einzige Freude zu erhaschen weißt - es könnten Augenblicke kommen, wo du - aufwachst - und dann - möcht' es zu spät sein. Du trittst hier gleichsam aus dem Kreise der Menschheit - (...) Wenn dir noch ein Funken von Hoffnung irgend anderswo glimmt, so verlaß diesen schrecklichen Bund (...)

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