zweite Szene (Thema: Die Räuber)

Inhaltsangabe zur zweiten Szene des fünften Akts aus Friedrich Schillers Werk "Die Räuber"

Schnellübersicht
  • Karl ist noch immer im Wald unweit des Schlosses der Moors und wartet auf die Rückkehr von Schweizer und dessen Truppe.
  • Er redet mit dem alten Moor. Dieser hat Karl nach wie vor nicht wiedererkannt.
  • Der alte Moor trauert um das Schicksal seines Sohnes Franz und wünscht ihm Vergebung, trotz allem was er getan hat. Auch um Karl macht er sich Gedanken und gibt sich die Schuld für dessen Schicksal - er glaubt noch immer, dass Karl bereits tot sei.
  • Karl ist gerührt von der Trauer seines Vaters und würde ihm gerne alles vergeben. Für einen kurzen Augenblick erwägt er, seinem Vater seine wirkliche Identität zu enthüllen und schickt dafür die anderen Räuber weg. Schließlich entscheidet er sich aber um und bestätigt seinen Vater nur darin, dass sein Sohn Karl verloren sei.
  • Der alte Moor trauert weiter um Franz. Die Truppe um Schweizer kommt zurück und erzählt davon, dass sie Franz bereits tot vorgefunden hätten und dass Schweizer sein Leben ließ. Karl ist erfreut darüber, nicht direkt für den Tod von Franz verantwortlich zu sein.
  • Amalia erscheint zusammen mit einigen anderen Räubern. Sie hatte offenbar Karl wiedererkannt, nachdem er im Garten das Hektorlied zu ende gesungen hat, das sie begann. Nun umarmt sie nacheinander den alten Moor und dann Karl.
  • Karl reagiert zunächst sehr abweisend gegenüber Amalia. Schließlich gesteht er aber ihr und vor allem seinem Vater, dass er tatsächlich Karl ist - und inzwischen auch ein Mörder und Räuber. Über zweiteres ist sein Vater so schockiert, dass er stirbt.
  • Karl ist erneut abweisend gegenüber Amalia und wertet sich selbst ab. Amalia aber bleibt hartnäckig, hält zu ihm und vergibt ihm. Karl ist gerührt davon. Sie küssen und umarmen sich. Karl glaubt, dass seine Hölle (als Räuber) nun vorbei sei.
  • Die anderen Räuber greifen ein. Sie erinnern ihn an seinen Schwur, für immer zur Räuberbande zu halten und ein Teil von ihr zu bleiben. Nun zusammen mit Amalia das Räuberdasein zu beenden käme Verrat gleich.
  • Karl ist tief enttäuscht über diese Tatsache, sieht aber auch keine Möglichkeit, Einspruch zu erheben - ein Schwur ist ein Schwur. Amalia aber will nicht mehr länger ohne ihn leben. Sie bittet ihn daher, sie umzubringen. Zuerst sträubt er sich. Als aber ein anderer Räuber dazu ansetzt, kommt er diesem zuvor und erschießt Amalia.
  • Karl empfindet entsetzliche Trauer und betrachtet sein Leben nun als sinnlos. Er entschließt sich, sich einem Tagelöhner auszuliefern, den er kürzlich traf. Mit der Belohnung, die auf seinen Kopf ausgesetzt sei, könne der Tagelöhner dann seine Familie mit 11 Kindern ernähren. Karl geht.



1. Fakten


1.1. Personen


  • maennlich der alte Moor
  • maennlich Karl Moor
  • weiblich Amalia von Edelreich
  • maennlich Grimm
  • maennlich Schwarz
  • maennlich verschiedene andere Räuber
  • maennlich Franz Moor (nicht aktiv, wird nur erwähnt)
  • maennlich Schweizer (nicht aktiv, wird nur erwähnt)
  • maennlich Ein Tagelöhner (nicht aktiv, wird nur erwähnt)



1.2. Ort


In einem Wald in der Nähe des Schlosses der Moors.



2. wichtige Textstellen


Zitat: V, 2
der alte Moor:

Schön um mich blühten meine Kinder voll Hoffnung. Aber - o der unglückseligen Stunde! - der böse Geist fuhr in das Herz meines zweiten: ich traute der Schlange - verloren meine Kinder beide.

Zitat: V, 2
Karl Moor:

Und doch - kann ich ihm denn seinen Sohn wieder schenken? Ich kann ihm seinen Sohn doch nicht mehr schenken - Nein! ich will's nicht thun.
(...)
Dein Sohn - ja, alter Mann - (stammelnd) dein Sohn - ist - ewig verloren.

Zitat: V, 2
Karl Moor:

Stirb, Vater! Stirb durch mich zum dritten Mal! - Diese deine Retter sind Räuber und Mörder! Dein Karl ist ihr Hauptmann. (Der alte Moor gibt seinen Geist auf.)

Zitat: V, 2
Karl Moor(läßt (..) [Amalias] Hand fahren):

Es ist aus! - Ich wollte umkehren und zu meinem Vater gehn, aber der im Himmel sprach, es soll nicht sein. (Kalt.) Blöder Thor ich, warum wollt' ich es auch? Kann denn ein großer Sünder noch umkehren? Ein großer Sünder kann nimmermehr umkehren

Zitat: V, 2
Karl Moor:

Ihr opfertet mir ein Leben auf, ein Leben, das schon nicht mehr euer war, ein Leben voll Abscheulichkeit und Schande - Ich hab' euch einen Engel geschlachtet. (...) Seid ihr nunmehr zufrieden?

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