siebte Szene (Thema: Kabale und Liebe)

Inhaltsangabe zur siebten Szene des ersten Akts aus "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller

Schnellübersicht
  • Der Präsident und Ferdinand sprechen alleine miteinander.
  • Der Präsident meint, Ferdinand könne sich ruhig seine jugendlichen, gefühlvollen Ausschweifungen erlauben. Er solle aber dafür auf die zukunftsorientierten Pläne seines Vaters vertrauen.
  • Er gibt an, viel für seinen Sohn getan zu haben. Unter anderem habe er gute Kontakte zum Fürsten aufgebaut und einen Vorgänger aus dem Weg geräumt (Mord). Ferdinand trage nun militärische Ehrentitel und könnte bald Minister werden - mit allen Privilegien.
  • Ferdinand ist erschrocken darüber. Er will solch ein blutig erkauftes Erbe nicht antreten und bezeichnet seinen Vater als abscheulich.
  • Ferdinand wirft seinem Vater vor, Glück nur dann empfinden zu können, wenn es anderen elendig geht. Er selbst dagegen findet das Glück in seinem Herzen.
  • Der Präsident verkündet seinem Sohn daraufhin, dass er noch heute offiziell seine Heirat bekanntgeben werde. Ferdinand solle nun zu seiner zukünftigen Frau fahren und sich als Bräutigam vorstellen. Ferdinand ist erschrocken darüber.
  • Zwar bezeichnet der Präsident die Heirat als einen Glücksfall - Ferdinand werde bald ganz in der Nähe des Fürsten sein - Ferdinand selbst aber wehrt sich dagegen so gut es ihm möglich ist. Eine Heirat mit Lady Milford sei eine Verletzung seiner Ehre.
  • Zum Schein gibt der Präsident nun vor, dass Ferdinand noch am Mittag "Friederike von Ostheim" heiraten werde. Ferdinand bezeichnet diese Frau zwar als makellos, er könne sie aber trotzdem nicht heiraten, da er sie nicht liebe.
  • Der Vater urteilt daher, dass es Ferdinand nicht um die Person oder um die Ehre, sondern um die Heirat an sich geht.
  • Der Präsident droht Ferdinand: Sollte er die Heirat ausschlagen, dann würde er damit den Präsidenten als Lügner vor dem Fürsten und allen anderen darstellen (da er diesen bereits von der Heirat erzählt hat). Auch eine versteckte andere Beziehung werde er nicht dulden. Sollte sein Sohn nicht bei der Heirat erscheinen, dann werde dieser seinen ganzen Zorn zu spüren bekommen.
  • Der Präsident geht. Ferdinand meint, dass er sich an dem ganzen anderen Adel oder an der Ansicht seines Vaters nicht störe. Er beschließt, wieder zu Luise zu gehen.


1. Ort


In einem Saal beim Präsidenten.


2. Personen


  • maennlich Präsident (Vater von Ferdinand)
  • maennlich Ferdinand
  • maennlich Herr Wurm (wird nur erwähnt)
  • weiblich Lady Milford (wird nur erwähnt)
  • weiblich Luise (wird nur erwähnt)
  • weiblich Gräfin Friederike von Ostheim (wird nur erwähnt)
  • maennlich Fürst (wird nur erwähnt)


3. wichtige Textstellen


Zitat: I, 7
Präsident:

Wem zu lieb bin ich auf ewig mit meinem Gewissen und dem Himmel zerfallen? (...) Wem hab' ich durch die Hinwegräumung meines Vorgängers Platz gemacht - eine Geschichte, die desto blutiger in mein Inwendiges schneidet, je sorgfältiger ich das Messer der Welt verberge!

Zitat: I, 7
Präsident:

Auf mich fällt die Last der Verantwortung - (...) - Du empfängst dein Glück von der zweiten Hand - das Verbrechen klebt nicht am Erbe.


Ferdinand (streckt die rechte Hand gen Himmel):

Feierlich entsag' ich hier einem Erbe, das mich nur an einen abscheulichen Vater erinnert.

Zitat: I, 7
Präsident:

(...) Wenn es nach deinem Kopf ginge, du kröchest dein Lebenlang im Staube.


Ferdinand:

O, immer noch besser, Vater, als ich kröch' um den Thron herum.

Zitat: I, 7
Ferdinand:

Weil meine Begriffe von Größe und Glück nicht ganz die Ihrigen sind - Ihre Glückseligkeit macht sich nur selten anders, als durch Verderben bekannt. Neid, Furcht, Verwünschung sind die traurigen Spiegel, worin sich die Hoheit eines Herrschers belächelt. (...)
Mein Ideal von Glück zieht sich genügsamer in mich selbst zurück. In meinem Herzen liegen alle meine Wünsche begraben.

Zitat: I, 7
Ferdinand:

(...) und wenn du auch noch dann meine Hand verlangst - Im Angesicht des versammelten Adels, des Militärs und des Volks - Umgürte dich mit dem ganzen Stolz deines Englands - Ich verwerfe dich - ein deutscher Jüngling!

Kommentare (2)

Von neu nach alt
da muss ich anonymous Recht geben, er will zu Lady Milford, Beweis:FERDINAND (erwacht aus einer dumpfen Betäubung). Ist er weg? War das eines Vaters Stimme? - Ja, ich will zu ihr - will hin - will ihr Dinge sagen, will ihr einen Spiegel vorhalten - Nichtswürdige! und wenn du auch noch dann meine Hand verlangst - Im Angesicht des versammelten Adels, des Militärs und des Volks - Umgürte dich mit dem ganzen Stolz deines Englands - Ich verwerfe dich - ein teutscher Jüngling! (Er eilt hinaus.)



ansonsten aber sehr gut ^^
inky (Gast) #
Sehr gut, aber in der "Schnellübersicht" hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Und zwar beschließt Ferdinand zu Lady Milford zu gehen: "(...)Ja! Ich will zu ihr gehen - will hin - will ihr Dinge sagen, will ihr einen Spiegel vorhalten - Nichtswürdige!(...)"
anonymous (Gast) #