dritte Szene (Thema: Kabale und Liebe)

Inhaltsangabe zur dritten Szene des zweiten Akts aus "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller

Schnellübersicht
  • Ferdinand kommt herein und begrüßt die sichtlich nervöse Lady Milford. Er sagt ihr, dass er im Auftrag seines Vaters käme und ankündigen müsse, dass sie heiraten werden. Lady Milford erschreckt darüber, dass er nicht von seinem Herzen spricht. Sie weist Sophie an zu gehen.
  • Ferdinand deutet an, dass er von der Heirat und von Lady Milford nicht viel hält.
  • Er kann nicht verstehen, dass Lady Milford als Britin auf Entscheidungen des Fürsten hört und solch eine Zwangsheirat befürwortet. Die Briten seien schließlich als freiestes Volk Europas bekannt.
  • Daraufhin beginnt Lady Milford ihre Lebensgeschichte zu erzählen:

    • Sie gehöre zur Familie des Thomas Norfolk und sei damit von fürstlichem Blute.
    • Ihr Vater sei des Landesverrats bezichtigt worden. Er wurde später hingerichtet. Ihre Mutter starb ebenfalls am selben Tag (am Tag der Hinrichtung).
    • Der gesamte Besitz der Familie ging an die Krone und sie wurden des Landes verwiesen.
    • Mit 14 Jahren kam sie zusammen mit ihrer Wärterin und einigen Juwelen nach Deutschland (Hamburg).
    • Sechs Jahre später war ihre Wärterin tot und fast alle Juwelen verkauft. Daraufhin traf sie auf den Fürsten, der Feuer und Flamme für sie war.
    • Sie lies sich mit diesem ein und schaffte es Kontrolle über ihn auszuüben.
    • Sie verhinderte viele Todesurteile und Familientrennungen. Außerdem setzte sie sich für Verringerungen von Haftstrafen und für die Abschaffung von Gefängnissen ein.
    • Ferdinand sei nun ihr Lohn für diese Zeit voller Nächstenliebe und Entbehrungen.
  • Ferdinand glaubt, sie wolle sich von Anklagen befreien. Er will ihr daraufhin die Wahrheit über sein Herz erzählen.
  • Lady Milford erwartet schlimmes und versucht ihn davon abzuhalten. Er beginnt trotzdem zu erzählen - währenddessen läuft sie bis in die hinterste Ecke des Zimmers.
  • Er beschreibt ihr, dass er Luise liebt. Außerdem fühle er sich schuldig dafür, ihr Herz in "Wallungen" gebracht zu haben.
  • Lady Milford wirft ihm vor, drei Menschen ins Elend zu stürzen: Sie, ihn selbst und Luise.
  • Lady Milford entschuldigt außerdem ihr Verhalten damit, dass nun das ganze Land auf sie und die geplante Heirat schaue. Sie geht daraufhin und lässt Ferdinand zurück.


1. Ort


Ein Saal im Palais von Lady Milford.


2. Personen


  • maennlich Ferdinand
  • weiblich Lady Milford
  • weiblich Sophie (wird nur erwähnt)
  • maennlich Präsident (wird nur erwähnt)
  • maennlich Fürst (wird nur erwähnt)
  • weiblich Lady Milfords Mutter (wird nur erwähnt)
  • maennlich Lady Milfords Vater (wird nur erwähnt)
  • weiblich Wärterin (wird nur erwähnt)


3. wichtige Textstellen


Zitat: II, 3
Lady Milford:

Die Wollust der Großen dieser Welt ist die nimmersatte Hyäne, die sich mit Heißhunger Opfer sucht.
(...) Ich stellte mich zwischen das Lamm und den Tiger, nahm einen fürstlichen Eid von ihm in einer Stunde der Leidenschaft, und diese abscheuliche Opferung mußte aufhören.

Zitat: II, 3
Lady Milford:

Und jetzt kommt der Mann, der allein mir Das alles belohnen sollte - der Mann, den mein erschöpftes Schicksal vielleicht zum Ersatz meiner vorigen Leiden schuf - der Mann, den ich mit brennender Sehnsucht im Traum schon umfasse -

Zitat: II, 3
Lady Milford:

Jetzt oder nimmermehr! Lange genug hielt die Heldin Stand - das Gewicht dieser Thränen mußt du noch fühlen.

Zitat: II, 3 (auf die Frage, ob sie noch etwas sagen wolle)
Lady Milford (im Ausdruck des heftigsten Leidens):

Nichts, Herr von Walter! Nichts, als daß Sie sich und mich und noch eine Dritte zu Grund richten.

Zitat: II, 3
Ferdinand:

Können Sie eine Hand ohne Herz erzwingen? Sie einem Mädchen den Mann entwenden, der die ganze Welt dieses Mädchens ist? Sie einen Mann von dem Mädchen reißen, das die ganze Welt dieses Mannes ist? Sie, Milady - vor einem Augenblick die bewundernswürdige Britten? - Sie können das?

Kommentare (2)

Von neu nach alt
@Schüler: Dieses Zitat findet sich im Reclam Buch Ausgabe 2001 auf Seite 42 Z. 19 f
Meiner Meinung nach ein guter Vorschlag!
anderer Schüler (Gast) #
Vllt sollte man noch erwähnen, dass sie alles tun wird, um doch noch eine Hochzeit mit Ferdinand zustande zu bringen. (S. 47 Z. 16f: Wehren sie sich, so gut sie können. - ich lasse alle Minen sprengen.)
Schüler (Gast) #