16. Julius 1771 (Thema: Die Leiden des jungen Werther)

Inhaltsangabe zum Brief vom 16. Juli 1771 aus Goethes Werther

Schnellübersicht
  • Werther nennt es qualvoll, wenn sich seine und die Finger Lottes berühren, wenn sich ihre Füße leicht stoßen oder wenn sie näher an ihn rückt, um sich mit ihm zu unterhalten. Gleichzeitig ist es aber auch genau das, wonach er sich sehnt.
  • Lotte hat laut Werther ein Lied, das sie häufig auf dem Klavier spielt. Werther schwärmt davon.



1. wichtige Textstellen


Zitat: 16. Julius 1771
sie ist mir heilig. Alle Begier schweigt in ihrer Gegenwart.
Ich weiß nie, wie mir ist, wenn ich bei ihr bin;
es ist, als wenn die Seele sich mir in allen Nerven umkehrte.

Zitat: 16. Julius 1771
Wie mich der einfache Gesang angreift! Und wie sie ihn anzubringen weiß,
oft zur Zeit, wo ich mir eine Kugel vor den Kopf schießen möchte!
Die Irrung und Finsternis meiner Seele zerstreut sich,
und ich atme wieder freier.

Kommentare (1)

Von neu nach alt
Eine wichtige Stelle wurde nicht genannt - Werther nimmt hier erstmalig das Selbstmordverfahren vorweg: "..wo ich mir eine Kugel durch den Kopf schießen möchte!", betont dabei Lottes Fähigkeit, ihn zu beruhigen (und im Leben zu halten!), während er selbst dazu nicht im Stande ist, was später auch zu seinem Selbstmord fürt.



Das hier angesprochene körperliche Verlangen Werthers wird von ihm nicht einfach hingenommen, sondern er leugnet es und kämpft sichtlich dagegen an. ("Wenn ich mich jemals unterstehe, diesen Himmel, dieses Vertrauen -!" und folgende Zeilen; dazu dann als Kontrast: "Sie ist mir heilig. Alle Begier schweig in ihrer Gegenwart.", auch wenn dem offensichtlich nicht so ist.)
SM (Gast) #